Torwart-Fehler keine Überraschung
Kohfeldt nimmt Plogmann in Schutz: „Der Junge ist erst 18 Jahre alt“
Essen. Zwei Spiele, zwei Fehler – zwei Niederlagen: Die Bilanz von Luca Plogmann sah nach dem Test am Freitag gegen den 1. FC Köln (0:1) und der peinlichen Blitzturnier-Pleite gegen RW Essen (0:1) am Samstag ziemlich übel aus.
Doch dann hielt der junge Werder-Keeper im Spiel um Platz drei gegen Huddersfield Town (1:0) seinen Kasten sauber. Sein Coach Florian Kohfeldt erklärte, warum Patzer wie diese passieren können und wie damit umzugehen ist.
„Wenn es ein Fehler ist, müssen wir über einen Fehler reden. Das ist okay und gehört zum Profisein dazu“, sagte Kohfeldt. Bei beiden Gegentoren habe Plogmann nicht gut ausgesehen. Gegen Köln war er zu spät aus dem Tor gekommen, gegen Essen ließ er einen harmlosen Fernschuss passieren. Doch Kohfeldt hob noch einmal hervor: „Der Junge ist erst 18 Jahre alt. Der Plan mit ihm ist sehr klar besprochen. Er geht in sein erstes Herren-Jahr, eigentlich, denn er könnte noch A-Jugend spielen. Es geht nicht darum, dass Luca in dieser Saison Bundesligaspiele absolviert. Wenn wir in so eine Situation kommen würden, wäre das eine absolute Ausnahmesituation.“
Plogmann - Keeper mit Perspektive
Plogmann soll in der U23 spielen, in der Regionalliga Erfahrungen sammeln. „Er muss sich noch an den Herren-Fußball gewöhnen. Beim Torwart sieht man das vielleicht noch mehr als bei einem Feldspieler“, meinte Kohfeldt und stellte unmissverständlich klar: „Die beiden Spiele ändern nichts an seiner Perspektive.“
Plogmann ist die Nummer drei bei Werder – hinter Jiri Pavlenka und einem weiteren Torwart, der allerdings noch verpflichtet werden muss. Und dann ist da ja auch noch Torwart-Oldie Jaroslav Drobny (39), der verletzungsbedingt noch zwei Wochen pausieren muss. In ein paar Jahren, so die Hoffnung bei Werder, könnte es Plogmann dann vielleicht ins Bundesliga-Tor schaffen.
Kohfeldt ist ein großer Fan des Keepers, er kennt ihn schon aus seiner Zeit als Jugendtrainer. Er schätzt vor allem auch dessen fußballerische Klasse. In der Spieleröffnung habe Plogmann im Trainingslager im Zillertal auch stark gespielt. Und er ist einer, der sich deshalb vielleicht auch mehr zutraut als andere Torhüter.
Fotostrecke: Werder beim Blitzturnier in Essen




Im zweiten Spiel gegen Huddersfield trickste er einen gegnerischen Stürmer fast im eigenen Fünf-Meter-Raum aus. „Ich hätte mir eine klarere Entscheidung gewünscht, aber es ist gutgegangen. Deswegen können wir jetzt von Coolness reden. Wenn er den Ball verliert, reden wir von anderen Dingen“, urteilte Kohfeldt, nahm Plogmann aber auch ausdrücklich in Schutz: „Das ist auch eine Fehlerkette, da war kein Freilaufverhalten der Kollegen da. Luca ist angehalten zu spielen. Dann macht er den Kontakt, aber die Entscheidung zum Wegschlagen kommt zu spät. Das hat auch mit Tempo zu tun. Und wenn dich dann ein Kachunga von Huddersfield anläuft, ist es schon anders als in der U19. Da hast du die Sekunde nicht mehr, die du sonst hast.“