Werder vorm Saisonstart

Note 3 für die Vorbereitung: Wie Werder-Trainer Ole Werner auf den aktuellen Stand seiner Mannschaft blickt 

Trainer Ole Werner bewertet die Vorbereitung des SV Werder Bremen mit der Schulnote 3.
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Trainer Ole Werner bewertet die Vorbereitung des SV Werder Bremen mit der Schulnote 3.

Team, Transfers, Testspiele und Trainingseindrücke: Wie Trainer Ole Werner die bisherige Bundesliga-Vorbereitung des SV Werder Bremen kurz vor dem Saisonstart bewertet und einordnet.

Bremen - Die Anstoßzeit zählt zu den unbeliebtesten überhaupt: montagsabends. Seit jeher stöhnen Fans auf, wenn sie feststellen, dass ihr Lieblingsclub dann antreten muss. An einem Werktag, am besten auch noch auswärts - das erschwert den Stadionbesuch doch merklich. Dementsprechend groß war die Freude, als die Deutsche Fußball-Liga (DFL) zur Saison 2022/23 die Montagsspiele für die 1. und 2. Bundesliga offiziell abschaffte. Losgeworden ist sie der SV Werder Bremen deshalb aber nicht. Zumindest nicht komplett. Wie schon vor zwei Jahren startet die Mannschaft an einem Montagabend in die Saison: Für die erste Runde des DFB-Pokals geht es am 19. August genau wie damals zum FC Energie Cottbus. Was nicht nur die reisefreudigen Bremer Fans vor eine Herausforderung stellt, sondern auch Cheftrainer Ole Werner, der wegen des Termins mit zwei ungewöhnlichen Trainingswochen zu Beginn der neuen Serie planen muss. Für Werder ist das Vor- und Nachteil zugleich.

Werder Bremen zufrieden mit langer Trainingswoche vorm Pokalspiel bei Energie Cottbus: „Es ist gut für uns“

Warum? Nun ja, zunächst einmal begrüßt es Werner, dass die letzte Woche der Vorbereitung für seine Mannschaft ein paar Tage länger ausfällt als für jene Clubs, die bereits am Freitag, Samstag oder Sonntag im DFB-Pokal antreten. „Es ist gut für uns, dass wir ein paar Tage mehr haben in dieser Woche“, sagt der 36-Jährige, der die Zeit zweigeteilt nutzen möchte. Während der ersten Wochenhälfte will Ole Werner im Training „Schwerpunkte setzen, die für das Spiel wichtig sein werden“. Seine Auflistung liest sich wie folgt: „Konterabsicherung, Gegenpressing, das Spielen im letzten Drittel.“ Ist das abgearbeitet, gibt es einen Tag frei, ehe konkrete Vorbereitung auf Gegner Cottbus beginnt. Der Drittliga-Aufsteiger um Trainer Claus-Dieter Wollitz hat bereits zwei Spieltage hinter sich, auf die 1:2-Auftaktniederlage gegen Bielefeld folgte jüngst ein 2:4 bei Dynamo Dresden. Dass es im Stadion der Freundschaft trotzdem kein Spaziergang werden wird, ist dem SV Werder Bremen bewusst. Sollte es zumindest. Vor zwei Jahren gab es in der ersten Pokalrunde einen knappen 2:1-Erfolg in Cottbus, großes Zittern in der Schlussphase inklusive.

Nach dem neuerlichen Pokalduell bleiben Werder Bremen dann noch vier Tage Zeit, ehe der Bundesliga-Auftakt beim FC Augsburg (Samstag, 24. August, 15.30 Uhr) ansteht. Auf die sehr lange folgt also eine sehr kurze Woche, was fraglos der Nachteil des Montag-Termins ist, weil entsprechend weniger Raum für Regeneration und Feinschliff bleibt. „Es wird unsere Aufgabe sein, die relativ kurze Woche bis zum Augsburg-Spiel bestmöglich zu nutzen“, sagt Ole Werner, der fest davon ausgeht, dass das auch gelingt. Mit dem aktuellen Stand seiner Mannschaft nach gut fünf Wochen Vorbereitung zeigt er sich zufrieden. „Wir haben körperlich sehr gut gearbeitet und sind mit Ausnahme von Amos Pieper von schwereren Verletzungen verschont geblieben“, hält er fest: „Das ist sehr wichtig.“ Im Vorfeld hatte sich Werner gemeinsam mit seinem Trainerteam dazu entschieden, den Ablauf der Saisonvorbereitung etwas anders zu gestalten als in den Vorjahren. 

Nur Note 3 für die Vorbereitung: Werder Bremen-Trainer Ole Werner fordert Neuzugänge

„Wir haben in diesem Jahr ein paar Sachen verändert, haben zum Beispiel die Minutenzahl der Spieler früher gesteigert und haben mehr gegen Gegner gespielt, die uns körperlich etwas voraus waren“, erklärt der Trainer, dessen Profis verteilt auf die Testspiele (fast) alle zwei Mal komplett 90 Minuten auf dem Platz standen. Die Ergebnisse waren für Werner dabei sekundär, auch wenn er mit manchen deutlich weniger einverstanden war als mit anderen. Insgesamt sieben Partien hat Werder Bremen während der Vorbereitung absolviert. Siege gab es gegen den FC Verden 04 (2:0) und gegen die A-Elf von Coventry City (2:1), Unentschieden gegen Sheffield Wednesday (2:2) und die B-Elf von Stades Rennes (1:1) sowie Niederlagen gegen US Lecce (0:3), Coventrys B-Elf (0:4) und Rennes‘ A-Elf (0:1). Zuletzt hatten die Verantwortlichen moniert, dass es der Mannschaft noch an der nötigen Durchschlagskraft fehle. Die will sich Werder nun bis zum Cottbus-Spiel noch antrainieren.
 
Ob in der ersten Pokalrunde womöglich weitere Neuzugänge dabei sind, ist derzeit offen. Die Absicht, dass noch Spieler kommen sollen, hat Werder Bremen klar kommuniziert. Aktuell passiert aber wenig. Weshalb Werner bei der Frage, welche Schulnote er der Bremer Vorbereitung geben würde, blitzschnell antwortet: „Eine Drei.“ Seine Erklärung: „Wir haben die Inhalte an die Mannschaft bringen können und konnten vom ersten Tag an mit einer vernünftigen Gruppengröße arbeiten. Jetzt wollen wir versuchen, noch den einen oder anderen Neuzugang dazu zu holen, was wichtig für uns wäre. Wir können zwar auf ein stabiles Gerüst zurückgreifen, brauchen aber trotzdem noch etwas frischen Wind im Kader. Deshalb eine Drei.“ Eine solide Note, keine Frage. Nicht schlecht, aber auch nicht gut. Befriedigend eben. Je nach Erfolg auf dem Transfermarkt könnte sie noch nach oben korrigiert werden. (dco)

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