Fritz erklärt Transfer-Ablauf

Europa oder Mittelfeld? Für Werder ist in dieser Saison noch einiges möglich - was das für die Transferplanungen bedeutet

Wohin führt der Weg des SV Werder Bremen? Der Ausgang der Saison hat auch entscheidenden Einfluss auf Geschäftsführer Fußball Clemens Fritz und die Transfer-Planungen der Bremer.
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Wohin führt der Weg des SV Werder Bremen? Der Ausgang der Saison hat auch entscheidenden Einfluss auf Geschäftsführer Fußball Clemens Fritz und die Transfer-Planungen der Bremer.

Für den SV Werder Bremen scheint die Qualifikation für den europäischen Wettbewerb möglich, was auch Auswirkungen auf Transfers hätte. So planen die Bremer.

Bremen – Ein wenig konspirativ klingt es ja schon immer, wenn Clemens Fritz von einem „Schattenteam“ spricht, das der SV Werder Bremen genauestens im Blick habe. Ein geheimnisvoller Zirkel an Spielern, aus deren Mitte mögliche Verstärkungen für die Zukunft hervorgehen könnten. Auch jetzt existiert dieser Kreis im Verborgenen wieder. Das Winter-Transferfenster hat sich zwar gerade erst geschlossen, doch die Gespräche mit Beratern werden dadurch für den Geschäftsführer Fußball und seine Kollegen nicht weniger. Was im kommenden Sommer passiert, wird schließlich in diesen Wochen schon angebahnt. Doch 13 Spieltage vor Schluss ist noch gar nicht absehbar, wo Werders tabellarischer Weg am Ende hinführt – womöglich sogar nach Europa? Da sind eventuell viel größere Sprünge möglich oder sogar nötig als bisher gedacht. Ungeklärte Variablen, von denen sich die handelnden Personen aber nicht beeinflussen lassen.

Clemens Fritz erklärt Transfers: So geht Werder Bremen auf dem Transfermarkt vor

„Wir planen, den bestmöglichen Kader für uns auf die Beine zu stellen“, betont Peter Niemeyer im Gespräch mit der DeichStube. Und Werder Bremens Leiter Profifußball ergänzt: „Dafür analysieren wir fortlaufend die aktuelle Mannschaft und bewerten, wo wir uns noch verbessern können. Das geschieht aber losgelöst von einem Endstand in der Liga.“ Muss es ja auch, schließlich gibt es Themen, die eigentlich nicht erst geklärt werden können, wenn alles vorbei ist. Die Situation in der Innenverteidigung ist da ein gutes Beispiel. Die Verträge von Milos Veljkovic und Anthony Jung laufen in einigen Monaten aus, wie genau es für die beiden Profis weitergeht, ist noch offen. Gespräche sind angesetzt, auf dauerhafte Wasserstandsmeldungen möchten sie am Osterdeich aber am liebsten verzichten und bei diesen Personalien erst wieder an die Öffentlichkeit gehen, wenn es wirklich etwas zu vermelden gibt. In beiden Fällen dürfte es bei den Verhandlungen auch darum gehen, welche Perspektiven jeweils geboten werden können: Sind die Spieler künftig noch erste Wahl oder eher als routinierter Ersatz vorgesehen? Und sollte Letzteres der Fall sein, wäre diese Rolle dem jeweiligen Profi überhaupt recht?

Am Ende geht es also nicht immer nur ums liebe Geld. Neben den internen Angelegenheiten befassen sich die Verantwortlichen des SV Werder Bremen aber natürlich vor allem auch mit externen Optionen für die jeweiligen Mannschaftsteile. „Wir schauen erstmal Daten und Videos an und filtern so vor. Wir nennen das Erstscouting“, schildert Clemens Fritz im vereinseigenen Podcast „Wortwechsel“ den Transferprozess. Und weiter: „Wenn wir dann sagen, dass ein Spieler für uns interessant ist, dann fahren wir auch raus. Es ist essenziell, den Spieler live gesehen zu haben – und nicht nur einmal, sondern im besten Fall zwei-, drei-, vier-, fünfmal.“ Erst dann ergebe sich ein komplexes Gesamtbild und könne genauestens abgeschätzt werden, ob der Akteur der Begierde nicht nur sportlich, sondern auch menschlich in den Kader passe.

Die Vorgeschichte des Deadline Days: Werder Bremens Clemens Fritz erklärt Transfer-Abläufe

All das geschieht weit vor dem eigentlichen Transfer. Selbst bei sehr späten Wechseln geht es in den seltensten Fällen komplett spontan zu. Auch ein André Silva, der gerade erst auf den letzten Metern von Bundesliga-Konkurrent RB Leipzig ausgeliehen wurde, stand schon vorher auf der Agenda. Der Stürmer hatte selbst verraten, dass er bereits beim Duell der beiden Teams Mitte Januar von einem Interesse des SV Werder Bremen erfahren habe. Gegen die ominöse Tür, die sich erst Wochen später tatsächlich öffnete, war also wenigstens schon einmal geklopft worden.

„Im Winter oder auch Sommer kann hintenraus immer noch die eine oder andere Empfehlung kommen, bei der du dann schaust, wie gut man den Spieler schon kennt, wie unsere Scoutinghistorie diesbezüglich ausschaut und ob es überhaupt wirtschaftlich umsetzbar wäre“, erklärt Fritz ganz allgemein. „Es gibt immer Möglichkeiten, Qualität dazuzubekommen, mit der man vorher noch nicht gerechnet hat. Andererseits wollen wir bestmöglich vorbereitet sein – und natürlich sind wir jetzt schon dran, Sachen abzuklopfen, weil du mit der Vorbereitung nie früh genug anfangen kannst.“ Damit Werder Bremen flexibel bleibt und auf alle Eventualitäten reagieren kann. Auch auf Abgänge eigener Leistungsträger, die nie komplett auszuschließen sind und gutes Geld bringen – aber sportlich auch wehtun würden. Oder für den Fall, dass am Ende tatsächlich der internationale Wettbewerb ruft. Peter Niemeyer fasst es betont gelassen zusammen: „Auf Dinge, die vielleicht noch passieren oder auch nicht, werden wir immer reagieren können.“ (mbü)

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