Erklärung nach Transfer
War der Druck zu groß? Warum Mbangula Werder in Richtung Bologna verlassen hat
Warum hat Samuel Mbangula Werder Bremen nach nur einem Jahr wieder verlassen? Trainer Daniel Thioune nennt Gründe für den Italien-Abgang.
Zu sehen war es nie, doch es klebte während der vergangenen Monate unlöslich an Samuel Mbangula: das Zehn-Millionen-Euro-Preisschild. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an den belgischen Flügelspieler, der anfangs noch wertvolle Impulse beim SV Werder Bremen abschickte, dann aber völlig abtauchte und ständig Gegenstand öffentlicher Diskussionen war. Vor wenigen Tagen zog der Spieler die Reißleine, ließ sich zurück nach Italien verleihen. Dieses Mal ging es nicht zu Juventus Turin, sondern zum FC Bologna. Wird dort im nächsten Jahr die Kaufoption gezogen, kassiert Werder nach DeichStube-Informationen 12,5 Millionen Euro und hätte immerhin einen finanziellen Schaden noch halbwegs abgewendet. Doch zunächst einmal muss Mbangula liefern. Mal wieder.
Nach Samuel Mbangula-Wechsel von Werder Bremen zum FC Bologna: „Jetzt machen wir kurz einmal das Buch zu“
„Sam hat die Entscheidung für sich getroffen, dass er vielleicht eine Luftveränderung braucht, um nicht ständig unter diesem Brennglas zu sein und nicht ständig eine Erwartungshaltung an sich gerichtet zu bekommen“, sagt Werder Bremens Chefcoach Daniel Thioune, der zuletzt regelmäßig erklären musste, warum der 22-Jährige nicht die gewünschten Leistungen abrief. Die Kritik war dabei deutlich, auch intern wurde klar angesprochen, was besser laufen muss. „Vielleicht war sie offen und ehrlich. Ich scheue mich nicht davor, kritisch zu sein. Ich mache dem Spieler nichts vor“, betont Thioune. Geholfen hat es nicht, stattdessen probiert Mbangula nun den Neuanfang.
Ob er noch einmal das Trikot des SV Werder Bremen tragen wird? Fraglich. Läuft es in Italien nicht wie gewünscht, stünde nach dem 30. Juni 2027 jedenfalls die Rückkehr an die Weser an. „Sam kann sein Potenzial jetzt bei Bologna entfalten“, sagt Thioune. „Und dann schaut man sich im nächsten Sommer wieder in die Augen, gibt sich die Hand und sagt: ‚Okay, wir greifen nochmal gemeinsam an!‘ Oder man verabschiedet sich. Es ist für beide Seiten eine Chance. Aber jetzt machen wir kurz einmal das Buch zu.“ (mbü)
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