Vor Werder gegen FC Bayern
Werners Warnung: Wie bei Werder aus einem Vorteil ein Problem werden könnte
Der SV Werder Bremen hat im Sommer keinen Stammspieler abgegeben, die Mannschaft ist eingespielt - doch Coach Ole Werner warnt vor dem Heimspiel gegen den FC Bayern München: Dieser Vorteil könnte im Laufe der Saison noch zum Problem werden!
Bremen – Was wurde im Sommer nicht alles über Transfers beim SV Werder Bremen diskutiert. Am Ende verpflichtete der Bundesligist nur drei neue Profis, die wirklich relevant für die Startelf sind: Marco Grüll, Keke Topp und Derrick Köhn. Und selbst die müssen sich ohne große Bundesliga-Erfahrung erst noch beweisen. Trainer Ole Werner hätte sich bekanntlich mehr frischen Wind für seinen Kader gewünscht, genießt aber jetzt auch die Vorzüge der Zurückhaltung auf dem Transfermarkt. Denn im Gegenzug hat Werder keinen Stammspieler verloren, was aus finanziellen Gründen für weitere Neuverpflichtungen notwendig gewesen wäre. Vor Werders Heimspiel gegen den FC Bayern München (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) hat Werner nun erklärt, was diese Taktik für Konsequenzen für die Saison hat – positiv wie negativ.
Werder Bremens Ole Werner: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist es ein Vorteil, weil andere Mannschaften vielleicht mehr Veränderungen hatten“
„Zum jetzigen Zeitpunkt ist es ein Vorteil, weil andere Mannschaften vielleicht mehr Veränderungen hatten. Wir wissen, was zu tun ist: auf dem Platz, in den Abläufen, im Umgang miteinander“, sagt Ole Werner und betont: „Die Frage ist, wie das über 34 Spiele ist.“ Denn irgendwann habe die Konkurrenz diesen Rückstand aufgeholt und würde ebenfalls eingespielt sein. „Wie kannst du dich selbst entwickeln?“, lautet deshalb die Frage des Cheftrainers des SV Werder Bremen und seine Antwort ist sehr interessant: „Bei den Mannschaften mit vielen Veränderungen funktioniert die Entwicklung etwas automatischer, weil durch neue Spieler neue Impulse kommen. Ohne viele Veränderungen muss die Entwicklung aus der Gruppe heraus kommen. Das ist manchmal schwieriger und mit mehr Konflikten und Reibung verbunden. Die Dinge müssen eben mehr erzwungen werden. Das wird die Aufgabe für dieses Jahr sein.“
Wie schon vor zwei Jahren nach dem Aufstieg. Auch damals verzichtete Werder Bremen auf die ganz großen Veränderungen. „Aber da hatten wir auch eine Aufstiegseuphorie, die uns etwas getragen hat“, erinnert Ole Werner. Deswegen müssen Trainerteam und Mannschaft nun andere Wege finden, um gemeinsam den nächsten Schritt zu machen. Bei Führungsspielern wie Marvin Ducksch, Marco Friedl und Mitchell Weiser war schon herauszuhören, wie sie sich motivieren: mit großem Erfolgshunger! Nach der knapp verpassten Qualifikation für Europa wollen sie den Coup nun schaffen und Werder zurück auf die internationale Bühne bringen. Werner hätte sicher nichts dagegen, agiert aber vorsichtiger und will erstmal die ominösen 40 Punkte für den Klassenerhalt einkassieren. Wohl wissend, dass auf seine eingespielte Werder-Mannschaft nach dem guten Saisonstart noch einige Schwierigkeiten warten. (kni)