Bekanntgabe am Freitag

„Ich habe alles gegeben, was in meiner Macht stand“: Werder-Profi Sugawara will sich WM-Traum erfüllen

Yukinari Sugawara will mit Japan an der WM 2026 teilnehmen - wie der Verteidiger des SV Werder Bremen über seine Chancen und das Turnier denkt!

Der allerletzte Eindruck war nicht der allerbeste. Für Yukinari Sugawara ist die Saison nach seiner frühen Roten Karte im Spiel gegen die TSG Hoffenheim (0:1) schließlich schon beendet. Dabei wäre der Japaner gern noch einmal im Weserstadion aufgelaufen, um sich auf dem Platz von den Fans des SV Werder Bremen zu verabschieden. Das Leihgeschäft mit dem FC Southampton endet demnächst, für Sugawara geht es nach derzeitigem Stand erst einmal zurück nach England. Nach Informationen der DeichStube werden die Hanseaten die vereinbarte Kaufoption in Höhe von sechs Millionen Euro nicht ziehen, womöglich aber anschließend in freien Verhandlungen darauf schielen, den 25-Jährigen zu einem günstigeren Kurs zu bekommen. Den Preis könnten dabei auch Sugawaras Auftritte bei der anstehenden Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko beeinflussen – wenn er denn überhaupt dabei ist.

Yukinari Sugawara will mit Japan an der WM 2026 teilnehmen - wie der Verteidiger des SV Werder Bremen über seine Chancen und das Turnier denkt!

Werder Bremens Yukinari Sugawara: „Ich bin überzeugt, dass ich alles gegeben habe, was in meiner Macht stand“

Am Freitag wird Nationaltrainer Hajime Moriyasu seinen Kader für die globale Großveranstaltung der Öffentlichkeit präsentieren, dann steht fest, wer mindestens für die Gruppenspiele gegen die Niederlande, Tunesien und Schweden ins Rennen geht. Und Yukinari Sugawara hofft, dass er zum Kreis der Nominierten gehören wird. „Ich habe in jedem Spiel alles gegeben. Ich bin noch kein perfekter Spieler und ich weiß, manche denken vielleicht: ,Ist das wirklich alles gewesen?‘. Aber ich bin überzeugt, dass ich alles gegeben habe, was in meiner Macht stand“, sagt der Profi des SV Werder Bremen in einem Interview mit dem japanischen Portal „soccer-king.jp“, das bereits vor dem verhängnisvollen Platzverweis geführt, aber nun erst veröffentlicht wurde. „Jetzt liegt die Entscheidung beim Trainer, und ob ich nominiert werde oder nicht, liegt in meiner Verantwortung.“

20 Länderspiele (zwei Tore) hat Yukinari Sugawara bislang für sein Heimatland bestritten, während der beiden jüngsten Lehrgänge im März sowie im November zählte er nicht nur stets zum japanischen Tross, sondern stand auch in allen vier Partien auf dem Platz. Noch immer schmerzen ihn die Nicht-Nominierungen für die WM in Katar 2022 sowie das olympische Fußballturnier im Jahr zuvor in Tokio. Diese Lücken in seiner Vita will der Verteidiger des SV Werder Bremen nun gern schließen. „Die WM war mein Traum, seitdem ich mit dem Fußballspielen angefangen habe“, sagt er. „Allein das Tragen des japanischen Nationaltrikots verändert mein Energieniveau im Spiel enorm.“ Wie auch das Singen der Hymne. „Ein starkes Gefühl des Stolzes, Japaner zu sein, erwachte in mir, und mir wurde bewusst, wie glücklich ich mich schätzen kann, Japaner zu sein. Es mag so klingen, als sei ich stark patriotisch, aber die Nationalhymne zu singen, ist wirklich unersetzlich. Es ist nicht das richtige Wort, aber es ist etwas Besonderes, das man mit Geld nicht kaufen kann. Ich glaube, es ist eine Belohnung, die nur jemand verdienen kann, der so viel geopfert und sich voll und ganz diesem Ziel verschrieben hat.“

Werder Bremens Yukinari Sugawara: „Jetzt als Profi merke ich, dass ich mir zu viele Gedanken mache“

Einen sehr nachdenklichen Ansatz wählt Yukinari Sugawara unterdessen, als ihm die Frage gestellt wird, was ihm generell am Fußball gefalle. „Wenn wir viele Spiele verlieren, werden wir ausgebuht und kritisiert, und das ist so brutal, dass man sich fragt: ‚Wer bin ich eigentlich?‘. Die Fans sagen das einfach, weil sie wollen, dass wir gewinnen, weil wir schlecht spielen und sie wollen, dass wir uns verbessern.“ Und der Außenverteidiger des SV Werder Bremen ergänzt: „Ich bin früher einfach dem Ball hinterhergejagt, habe versucht, ihn dem Gegner abzunehmen, ein Tor zu schießen, habe mich über Siege gefreut, über Niederlagen geweint und dann wieder trainiert, um zu gewinnen. Ich habe damals wirklich die Freude am Spiel genossen. Jetzt als Profi merke ich, dass ich mir zu viele Gedanken mache. Meine Verantwortung ist natürlich anders als früher, aber diese Position habe ich mir durch viele Opfer erarbeitet. Deshalb bin ich hin- und hergerissen zwischen Freude und Realität, aber letztendlich mache ich es, weil ich es liebe.“ (mbü)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Allstar Picture Library Ltd

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