Häppchenweise vorwärts
Samt Ernährungsberatung: Werder Bremen will Victor Boniface mit Rundum-Programm helfen
Victor Boniface soll möglichst schnell wieder in Top-Form kommen. Was der Stürmer selbst und der SV Werder Bremen dafür alles tun.
Bremen – Victor Boniface muss sich durchbeißen – und das ist durchaus im wahrsten Sinne des Wortes so. Vordergründig natürlich sportlich, denn für die Leihgabe von Bayer 04 Leverkusen läuft es seit seinem Wechsel zum SV Werder Bremen noch nicht wie gewünscht. Zweimal schnupperte der Stürmer zuletzt zwar an einem Treffer, doch die altbekannte Leichtigkeit ist in den Aktionen des Nigerianers noch nicht wieder zu sehen. Auch deshalb, weil es körperlich nicht hundertprozentig passt. Werder kümmert sich deshalb gleich auf mehreren Ebenen um den Spieler – und schaut dabei auch auf die Ernährung des bulligen Angreifers.
Victor Boniface noch nicht in Top-Verfassung – wie Werder Bremen dem Star-Stürmer helfen will
„Es gibt noch immer einen Plan, den er zusätzlich abarbeitet“, sagt Trainer Horst Steffen ganz allgemein über den 24-Jährigen und will die Angelegenheit am liebsten nicht allzu hoch hängen. „Die Ernährung gehört bei allen Spielern dazu, wir haben sie im Trainingslager mit allen Spielern besprochen. Es ist also nichts Außergewöhnliches, dass wir das mit Victor jetzt auch besprechen.“ Und doch ist das Erscheinungsbild Thema – intern wie extern. Zuletzt während des 1:0-Heimsieges gegen den FC St. Pauli war schließlich für alle Beobachter noch einmal ganz deutlich sichtbar, dass der körperliche Zustand des Torjägers nicht der optimalste ist. Kurz vor Schluss hatte Victor Boniface eine riesige Konterchance serviert bekommen, doch seinen Vorsprung gegenüber den gegnerischen Verteidigern büßte er schnell ein, erreichte nie das aus früheren Tagen gewohnte Tempo. Zwar kam der Neu-Bremer noch zum Abschluss, zielte letztlich aber weit daneben – und ärgerte sich darüber auch noch Minuten nach dem Abpfiff. So sehr, dass er als einziger Profi des SV Werder Bremen sogar mit beiden Füßen auf dem Boden verharrte, als der Rest der Mannschaft hüpfend mit den Fans die drei Punkte feierte.
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„Wir haben gemeinsam mit Victor die Themen klar identifiziert und begleiten ihn von allen Seiten“, sagt Fußball-Chef Clemens Fritz in der „Bild“: „Das betrifft Athletik-Training, Physiotherapie und auch das Thema Ernährung mit entsprechender Beratung.“ Mit der Umsetzung zeigt sich der Ex-Profi zufrieden: „Wir sind eng an ihm dran. Er nimmt unsere Begleitung an, will an sich arbeiten. Victor absolviert auch Extra-Schichten, hat am Wochenende auf einen freien Tag verzichtet und trainiert.“ Bezüglich des Essens hilft eine Ernährungsberaterin, deren Stelle bei Werder Bremen schon im Sommer geschaffen wurde. Sie kümmert sich aktuell um Bonifaces Belange sowie die der übrigen Akteure.
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Kleine Fortschritte, große Gesten: Der aktuelle Stand von Victor Boniface bei Werder Bremen
Für die weiteren Aspekte ist das Trainerteam um Horst Steffen zuständig. „Wir arbeiten daran, dass er fit wird und seine Momente, die er bereits im Spiel hat, immer mehr werden. Wir sind auf dem Weg“, erklärt der 56-Jährige, mahnt vor dem Auswärtsspiel des SV Werder Bremen beim 1. FC Heidenheim (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) aber auch zu Geduld. „Es wird keine rapiden Sprünge geben, das ist auch klar. Es wird peu à peu besser werden. Es gibt sicherlich Tage, an denen ich sage, dass es gut ist und andere, an denen ich sehe, dass es noch ein bisschen braucht.“ Horst Steffen betont deshalb: „Wie schnell es gehen wird, kann ich noch nicht abschätzen.“
Umso mehr freut sich der Chefcoach des SV Werder Bremen, dass die kleinen, fast unbeobachteten Gesten stimmen. Diejenigen, die davon zeugen, dass sich Victor Boniface bei allen Startschwierigkeiten mit dem Engagement an der Weser identifiziert. „Er war sehr traurig, dass er das Tor nicht gemacht hat. Aber ich habe auch ein Bild von seiner Einwechslung im Kopf, als er Patrice Covic in den Arm nimmt und mit ihm etwas bespricht, bevor sie beide aufs Feld kommen“, berichtet Steffen. „Das war ein sehr süßes Bild, wie er sich um ihn gekümmert und ihm noch ein paar Takte gesagt hat. Es fühlt sich für mich gut an, dass er nicht nur das Bedürfnis verspürt, sich selbst leistungsmäßig in den Vordergrund zu spielen, sondern auch solch einen jungen Spieler mitnimmt. Das finde ich super.“ (mbü)
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