Zlatko Junuzovic nach dem Spiel gegen Schalke 04
Mit der Macht der Mentalität
Bremen/Gelsenkirchen - Es war der krönende Schlusspunkt, das große Finale - und es war ein Tor, dass noch so viel mehr bedeutete als dass Werder die Partie beim FC Schalke 04 nach einem 0:1-Rückstand noch mit 2:1 gewonnen hatte.
Geschossen hat es Zlatko Junuzovic. In der Nachspielzeit grätschte, kämpfte, arbeitete er den Ball im Duell mit Thilo Kehrer über die Linie. Es war kein schönes Tor, überhaupt nicht. Aber es war der perfekte Schlusspunkt am Ende eines Bremer Nachmittags, an dem vieles nicht, eines dafür aber beeindruckend gut funktioniert hatte: Der Glaube an die eigene Stärke.
„Der Trainer lebt uns diesen Glauben jeden Tag vor“, berichtete Junuzovic am Tag nach dem Spiel. Daraus ziehe die Mannschaft enorm viel Kraft. Kraft, aus der in der Schlussphase auf Schalke nicht mehr für möglich Gehaltenes entstand.
Nachdem Max Kruse den Ausgleich besorgt hatte (79.) und Werder nach dem Platzverweis gegen Matija Nastasic plötzlich in Überzahl spielte, setzte das Team alles auf Sieg. „Wir wollten mehr“, sagte Junuzovic, der erst in der 71. Minute für Jerome Gondorf ins Spiel gekommen war.
Kapitän zunächst auf der Bank
Dass schließlich Junuzovic dafür sorgte, dass Werder der erste Sieg in der Rückrunde gelang, passte ebenfalls perfekt ins Bild dieses Spiels. „Es war ein Mentalitätstor. Ich wollte den Ball unbedingt über die Linie drücken“, schilderte er. Vor dem Duell hatte sich Trainer Florian Kohfeldt gegen den 30-Jährigen entschieden und seinen Kapitän nur auf die Bank gesetzt, damit er fit genug für die englische Woche ist. „Das war so besprochen. Wir haben es gemeinsam entschieden“, erklärte Junuzovic, der die Reservistenrolle annahm - und perfekt ausfüllte. „Wir ziehen alle an einem Strang. Ich bin zwar der Kapitän, aber auch nur ein Spieler. Auch ich stelle mich in den Dienst der Mannschaft.“
Das tut Zlatko Junuzovic in Bremen nun schon seit 2012. Ob er es auch nach dem Sommer noch macht, ist weiter ungewiss. Der Vertrag des Mittelfeldspielers läuft am 30. Juni aus. „Momentan liegt mir von Werder nichts vor“, sagte er am Sonntag. „Deshalb konzentriere ich mich nur auf das Sportliche.“ Hat zuletzt ja auch ganz gut geklappt.
Fotostrecke: Werder-Wahnsinn auf Schalke




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