Heim-WM als große Chance

Jagd nach Kanadas erstem Punkt: Werder-Legende Paul Stalteri hat es doch noch zur WM geschafft

Kanada möchte erstmals bei einer Weltmeisterschaft punkten. Mit dabei ist auch Paul Stalteri, der mit Werder Bremen Double-Sieger wurde.

Etwas mehr als zwei Jahre ist es jetzt her, dass Paul Stalteri letztmals beim SV Werder Bremen vorbeigeschaut hat – und damit bei jenem Club, mit dem er als Spieler 2004 das legendäre Double gewann. Folglich ließ sich der Kanadier seinerzeit auch die 20-Jahr-Feier an der Weser nicht entgehen. Wie genau seine sportliche Zukunft aussehen sollte, wusste er damals noch nicht. Cheftrainer wolle er gern werden, hatte der frühere Außenverteidiger der DeichStube gesagt, vielleicht aber auch weiterhin für den Verband in seiner Heimat arbeiten. Letzteres hat er dann auch getan. Und erfüllt sich nun einen Traum, der ihm als Aktiver vergönnt geblieben ist: die Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft. Als Assistent von Coach Jesse Marsch hofft der Ex-Bremer auf eine möglichst erfolgreiche Turnierteilnahme.

War vor gut zwei Jahren letztmals beim SV Werder Bremen zu Besuch: Paul Stalteri möchte mit Kanada bei der Weltmeisterschaft Historisches erreichen.

Werder Bremens Ex-Profi Paul Stalteri ist als Assistent bei der Weltmeisterschaft dabei – und voller Vorfreude

„Wir gehen ohne negative Gefühle in die WM - alles andere wäre ja auch absurd“, betont der inzwischen 48-Jährige in einem Interview mit dem „kicker“. „Die Stadien werden voll sein und die Fans hinter uns stehen. Mehr kann sich ein Team doch gar nicht wünschen. Die Leute freuen sich extrem auf unsere Spiele und trauen uns etwas zu. Beides tun wir ganz genauso.“ Die Legende des SV Werder Bremen ist einer der größten Spieler, die das Land mit dem Ahornblatt auf der Flagge je hervorgebracht hat. 2001 und 2004 wurde Paul Stalteri dort zum „Fußballer des Jahres“ gekürt, 2017 folgte die Aufnahme in die Ruhmeshalle des Verbandes.

Seit dieser Zeit ist eine Menge passiert jenseits des Atlantiks. Eishockey ist und bleibt zwar die unangefochtene Nummer eins, wenn es um das öffentliche Interesse geht, doch dahinter hat sich einiges getan. „Anders als in meiner Jugend ist Fußball in Kanada schon Volkssport. Auch ein Turnier wie die Europameisterschaft in Deutschland vor zwei Jahren wurde hier von vielen intensiv verfolgt“, sagt Paul Stalteri, der sich optisch ebenfalls verändert hat. Das glatt rasierte Gesicht gehört der Vergangenheit an, ein auffälliger schwarz-grauer Vollbart ist nun zu sehen.

Holt Kanada erstmals Punkte bei einer Weltmeisterschaft? Werder Bremens Ex-Profi Paul Stalteri mittendrin

Die Gruppenphase erscheint für die Nordamerikaner machbar, nach dem Auftakt am Freitag gegen Bosnien-Herzegowina warten noch Duelle mit Katar und der Schweiz. Zweimal war Kanada bislang bei einer Weltmeisterschaft dabei, das Debüt 1986 in Mexiko endete mit drei Vorrundenniederlagen, auch 2022 sprang kein einziges Pünktchen heraus. Gelingt nun ausgerechnet in der Heimat nicht nur der erste Sieg überhaupt, sondern vielleicht sogar direkt der Einzug in die K.o.-Phase?

„Wir sind überzeugt, dass wir das schaffen können“, sagt Werder Bremens Ex-Profi Paul Stalteri. „Auch wenn wir wissen, dass es keine leichten Spiele gibt. Unsere Gegner werden es gegen uns allerdings auch nicht leicht haben. Die Schweiz ist auf dem Papier sicher der Gruppenfavorit. Bosnien hat Italien ausgeschaltet, das sagt alles. Wir werden aber gegen diese Teams nicht in Ehrfurcht erstarren - genauso wenig, wie wir Katar unterschätzen werden.“ (mbü)

Rubriklistenbild: © IMAGO/nordphoto GmbH / Tauchnitz

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