Rekorde über Rekorde

Krisenwährung im Aufwind: Deshalb will alle Welt Gold – auch wenn „heftige Korrekturen“ drohen

Alle Welt will Gold: Der Preis für das Edelmetall explodiert. Die Ursachen für den Goldrausch sind ganz verschieden. Ein Experte warnt vor den Folgen.

Frankfurt – Rekorde über Rekorde: Der Preis für eine Feinunze Gold liegt inzwischen bei rund 4.330 US-Dollar (Stand: 17. Oktober, 10.48 Uhr), umgerechnet knapp 3.690 Euro. Zwischenzeitlich lag der Goldpreis bei 4.380 Dollar. Damit verbuchte das Edelmetall den fünften Tag in Folge einen Höchststand – in den vorherigen 15 Handelstagen war es bereits der Elfte. Der Preis stieg während des Goldrauschs um mehr als 600 Dollar – oder 16 Prozent.

Der Griff nach dem Gold: Anleger hoffen auf einen steigenden Goldpreis und stürzen sich auf das Edelmetall – dazu begünstigen Krisen den Hype. (Symbolfoto)

„Auslöser für die Preissteigerungen am Goldmarkt waren eine Reihe von Notenbanken aus Schwellenländern, die in Reaktion auf den Ukraine-Krieg und nachfolgende Sanktionen ihre US-Dollarbestände teilweise umgeschichtet haben“, erklärte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, Ippen.Media. „Jetzt schließen sich Anleger an, die auf einen weiter steigenden Goldpreis hoffen.“

Goldpreis explodiert – neben Hoffnung auf Wachstum auch „Risikothemen“ als Preistreiber

Doch auch neben der Hoffnung auf ein weiteres Wachstum des Goldpreises sprechen Entwicklungen für Investitionen in das Edelmetall. „Dazu gibt es die perfekte Geschichte, die Gold als traditionelle Sicherheitsanlage stützt: Jede Menge Risikothemen an den Märkten von Geopolitik bis zur Staatsverschuldung“, erklärte Kater.

In Krisenzeiten gilt Gold als Sicherheitsreserve und Risikopuffer gegen Schwankungen des Dollars, der nach wie vor als Weltleitwährung gilt. Er macht mit 57 Prozent über die Hälfte der Devisenreserven der Zentralbanken aus. Sinkt der Dollarkurs, steigt der Goldpreis. Der von Donald Trump angezettelten Zollstreit hatten jedoch für Unsicherheiten um den Kurs USA im Allgemeinen und die Entwicklung der US-Wirtschaft gesorgt. Damit verlor auch der Dollar an Vertrauen.

Der Zollstreit ist jedoch nur ein Thema, das für Unsicherheit sorgt. Hinzu kommen geopolitische Krisen. Neben dem Ukraine-Krieg hat etwa der Krieg in Gaza, der Beschuss von Frachtschiffen durch die Huthi-Rebellen im Jemen zur geopolitischen Verunsicherung beigetragen. Dazu beschäftigte etwa Frankreichs Staatsverschuldung die Finanzmärkte.

Investitionen in Gold als Absicherung gegen wirtschaftliche Schocks – Preis könnte weiter steigen

Gold gilt damit als Instrument, um wirtschaftliche Schocks abzufedern. Nicht nur viele Anleger verfolgen diese Strategie. Auch Staaten haben Goldreserven. Deutschland besitzt mit 3.351 Tonnen die zweitgrößten Goldbestände – hinter den USA (8.134 Tonnen).

Fachleute rechnen mit einer Fortsetzung des Goldrauschs. Goldman Sachs etwa prognostizierte einen Kurs von 5.000 US-Dollar für das kommende Jahr. Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase, ging noch weiter. In einem solchen Umfeld wie derzeit, „könnte es ohne weiteres auf 5000 oder 10.000 Dollar steigen“.

Ökonom warnt vor „heftigen Korrekturen“ beim Gold – wenn Risiken weniger bedrohlich scheinen

„Das kann noch eine Weile so weitergehen“, erklärte auch Deka-Ökonom Kater Ippen.Media. Es könne „dann aber auch zu heftigen Korrekturen führen, wenn sich etwa einige dieser Risiken nicht mehr so bedrohlich darstellen.“ In seinem wöchentlichen Marktkommentar hatte Kater zudem geschrieben, dass weiterhin die Möglichkeit offen sei, dass es sich bei der Bewegung am Goldmarkt „um eine sich selbst befeuernde Entwicklung“ handele.

„Wir sind zunehmend nervös angesichts der übermäßigen kurzfristigen Begeisterung für den Goldhandel“, zitierte die Berliner Zeitung aus einer Studie von Daniel Major, Edelmetall-Analyst bei der Schweizer Großbank UBS. Andere Kennzahlen zeigten jedoch keine extreme Überreizung. „Trotz der sehr starken Dynamik sehen wir keine Anzeichen für einen anhaltenden Abwärtszyklus für Gold.“

Rubriklistenbild: © Uli Deck/dpa

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Kommentare