Ostfriesland
Gigantische Fische nach Unwetter entdeckt: Kleiner Fluss birgt Erstaunliches
Das Fischsterben setzt den Gewässern in Ostfriesland zu. Sechs Tonnen tote Tiere wurden geborgen. Unter ihnen zwei besonders große Exemplare.
Ostfriesland – Es ist ein trauriges Bild im Nordwesten Niedersachsens. In mehreren Flüssen ist es im August zu einem enormen Fischsterben gekommen. Etwa sechs Tonnen tote Tiere wurden aus der Leda, dem Aper Tief und der Jümme geholt. Grund für diese Masse sind Unwetter und Wetter-Extreme, die über das Bundesland fegten. Es wurde aber auch eine erstaunliche Entdeckung in der Jümme gemacht.
Starkregen hat es den Fischen in Niedersachsen schwer gemacht. Durch das immer auffallendere Regen-Wetter wird mehr organisches Material in die Flüsse im Nordwesten gespült. Die Folge: Es herrscht ein erhöhter Sauerstoffverbrauch in den Gewässern, erklärt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz. Wenn hohe Wassertemperaturen dazukommen, wird es schwer für die Tiere. Sie ersticken.
Zwei Riesenwelse nach Unwetter gefunden: Fischsterben setzt Ostfriesland zu
„Es wird Jahre dauern, bis sich die Fischpopulation erholt hat“, berichtet Jens Salva vom Landesfischereiverband auf Nachfrage von kreiszeitung.de. Der Sauerstoffgehalt sei in der Jümme beispielsweise von acht Milligramm auf nur noch 1,4 Milligramm pro Liter gesunken. Keine Chance für die Fische. Unter den sechs Tonnen der toten Tiere aus der Jümme wurden auch zwei ganz besondere Exemplare gefunden.
Zwei etwa zwei Meter große Welse waren unter ihnen. Sie sind bereits etwa 30 Jahre alt gewesen, erklärt Salva. Die Süßwasser-Giganten sind die größten Fische in den europäischen Binnengewässern. Wie schwer die toten Welse aus Niedersachsen waren, ist nicht bekannt. Insgesamt erreichen die Tiere jedoch bis zu 200 Kilogramm. Der größte bekannte Wels-Fang wurde in Norditalien dokumentiert: 2,85 Meter war das Tier lang.
In Niedersachsen kommt es immer wieder mal zu aufsehenerregenden Nachrichten der Fischerei in Verbindung mit dem Wetter. Als ein Hochwasser große Teile des Bundeslandes überspülte, gab es eine erstaunliche Begegnung mit einem Hecht. Er stand in der Hofeinfahrt eines echten Angelprofis.
2,85 Meter lang, bis zu 70 Jahre alt: Große Welse kommen immer häufiger in Deutschland vor
Auch wenn Hechte schon groß werden, Welse schlagen sie um Längen. Nach Angaben von National Geographic sind große Welse in Deutschland keine Seltenheit mehr. Die Tiere werden immer schneller größer und dabei auch besonders alt. Bis zu 70 Jahre können solche Fluss-Giganten in den Gewässern leben. Und sie wachsen ihr Leben lang. Da die Tiere besonders wärmere Gewässer bevorzugen und diese immer wärmer werden, kommt es auch zu immer mehr Fängen.
Die Jümme, aus der die vielen toten Fische geborgen wurden, ist nur etwa 18 Kilometer lang. Die älteste handgezogene Binnenfähre Europas quert den Fluss. Die Jümme fließt in die Leda, über die wiederum die schmalste Autobrücke Europas führt.
Rubriklistenbild: © Imago/Landesfischereiverband
