Winterstimmung adé

„Es war im Grunde der letzte Hoffnungsschimmer“: DWD kündigt deutlichen Wetterumschwung im Norden an

Der Norden erlebte einen farbenprächtigen Wintermorgen. Doch Experten sagen: In Niedersachsen und Bremen steht eine deutliche Wetteränderung bevor.

„Kiek ins, wat lett de Himmel so rot! Dat sünd de Engels, de backt dat Brot. De backt den Wiehnachtsmann sin Stuten, för all de lütten Leckersnuten“, so beginnt ein beliebtes Gedicht zum Advent des norddeutschen Dichters Johann Beyer. Und wer an diesem ersten Dienstag im Advent früh dran war, der konnte am Horizont tatsächlich ein geheimnisvolles rotes Leuchten sehen.

Der Himmel über Norddeutschland zeigte sich am Morgen des 2. Dezember noch einmal von seiner schönsten Seite. Doch was Frühaufsteher als farbenprächtiges Naturschauspiel erleben durften, wird sich vorerst wohl nicht wiederholen. Denn der Norden steht vor einer neuen Wetterperiode – die wohl weniger stimmungsvoll ausfallen dürfte.

So schön leuchtete der winterliche Morgenhimmel in Hamburg.

Rund um den Sonnenaufgang präsentierte sich der Himmel in vielen norddeutschen Orten spektakulär und farbenfroh. Ein Anblick, der jedoch trügt – denn die kommenden Tage werden deutlich weniger bunt, wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Hamburg erklärt. „Es war im Grunde der letzte Hoffnungsschimmer“, sagte er. Von nun an werde es grau im Norden.

Meteorologe spricht von „letztem Hoffnungsschimmer“ – bald Regen und Wolken im Norden

Verantwortlich für den Wetterumschwung ist ein Frontensystem, das aus dem Westen heranziehe. „Das sorgt hier und da für leichten Regen und das wird auch das Thema der kommenden Tage bis Donnerstag sein“, so der DWD-Experte weiter. Die Aussichten sind wenig erfreulich: Es werde stark bewölkt sein und immer wieder Regen und Sprühregen geben.

Wer in den kommenden Tagen auf trockenes Wetter hofft, wird enttäuscht werden. „Dass man komplett trocken durch den Tag kommen wird, das wird nicht der Fall sein“, warnt der Meteorologe. Das bedeutet: Regenschirm und wetterfeste Kleidung werden bis Donnerstag zu den wichtigsten Begleitern der Norddeutschen.

Wetteränderung im Norden steht an: Trocken durch den Tag? Fehlanzeige

Eine umfangreiche Tiefdruckzone mit den Tiefs „Axel“ und „Björn“ über dem Seegebiet zwischen Island, Schottland und Norwegen bestimmt in den kommenden Tagen das Wetter in Niedersachsen und Bremen. „Deutschland liegt im Grenzbereich dieser Druckgebilde“, erklärt auch DWD-Meteorologin Sabine Krüger. Im Nordwesten muss man sich daher auf überwiegend graues Wetter einstellen.

Am Dienstag bleibt es meist bedeckt, nur im östlichen Niedersachsen zeigen sich anfangs noch Auflockerungen. Der Westen bekommt leichten Regen ab. Die Temperaturen erreichen milde 6 bis 9 Grad bei schwachem bis mäßigem Südwind.

Der Mittwoch präsentiert sich im Norden bedeckt, während in anderen Regionen gelegentlich Auflockerungen zu erwarten sind. Örtlich fällt leichter Regen. Die Höchstwerte liegen bei 5 Grad im Wendland und steigen in der Südhälfte auf bis zu 8 Grad. Der Wind bleibt überwiegend schwach aus südlicher Richtung. Nachts kann es im Bergland mit -1 Grad leicht frostig werden.

Am Donnerstag zeigt sich der Himmel wolkig bis stark bewölkt mit örtlichen Regenschauern. Im Nordosten bleibt es teils bedeckt. Die Tageshöchstwerte schwanken zwischen 3 Grad im Wendland und 8 Grad im Emsland. Es weht ein schwacher, an der See mäßiger Südostwind.

Wetteränderung in Niedersachsen und Bremen: DWD-Meteorologen warnen vor grauer Zeit

Der Freitag bringt stark bewölktes bis bedecktes Wetter, bleibt aber überwiegend niederschlagsfrei. In den östlichen Landesteilen muss anfangs mit Nebel gerechnet werden. Die Höchstwerte erreichen 3 Grad im Wendland und 6 Grad im Emsland bei schwachem, auf den Inseln mäßigem Südostwind.

In der Nacht zu Samstag lockert die Bewölkung aber zum Glück vorübergehend auf, sodass der Nikolaus pünktlich seinen Weg zu uns finden kann. Später zieht von Westen her allerdings wieder Regen auf.

„Im Wesentlichen dominiert im Westen und Nordwesten in den kommenden Tagen häufig dichtere Bewölkung und zeitweise regnet es etwas“, fasst Krüger zusammen. Schnee oder Schneeregen falle kaum, höchstens mal in den Nächten und im höheren Bergland. Achtung: Nachts besteht teilweise Glättegefahr durch gefrierende Nässe nach Auflockerungen und leichtem Frost.

Für spektakuläre Lichtspiele am Winterhimmel können in den nächsten Tagen aber auch die Geminiden sorgen. Der Meteorstrom erreicht aber erst am dritten Adventswochenende seinen Höhepunkt. Davor wird aber noch der Super-Weihnachtsmond am Nachthimmel erwartet, der auch einiges zu bieten hat.

Experten sind noch uneins darüber, wie die Chancen auf Schnee zu Weihnachten stehen – eine interaktive Karte zeigt die Wahrscheinlichkeit für Neuschnee an.

Rubriklistenbild: © Benjamin Haller/dpa

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