Öllobby protestiert

CDU-Ministerpräsident tobt wegen Spritpreisen – Merz-Taskforce widerspricht Ölkonzernen

Ein CDU-Ministerpräsident übt scharfe Kritik an den Spritpreisen. Er fordert schnelle Maßnahmen gegen „Abzocke“. Auch die Merz-Regierung schaltet sich ein.

Wegen der deutlich gestiegenen Spritpreise in Deutschland werden Vorwürfe gegen Mineralölkonzerne laut. Auch der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Sven Schulze (CDU) meint: Die „exorbitante Steigerung“ der Preise für Benzin und Öl habe mit dem Iran-Krieg „nichts zu tun“. Eine Spritpreis-Taskforce der Koalition unter Kanzler Friedrich Merz legt sich mit den Mineralölkonzernen an.

Spritpreise schießen in die Höhe: Mittlerweile liegen sie bei über zwei Euro pro Liter. (Symbolbild)

Schulze warnte im ZDF-„Morgenmagazin“, die Konzerne würden aktuell „Mitnahmeeffekte, im wahrsten Sinne des Wortes Abzocke“ nutzen. Auch im Gespräch mit der Spritpreis-Taskforce sei es laut dem SPD-Fraktionsvize Armand Zorn, Co-Leiter der Taskforce, „nicht gelungen, glaubhaft zu erklären, wie die Preisgestaltung geschieht“. Unions-Fraktionsvize Sepp Müller, der zweite Co‑Leiter, sprach im Nachgang von einer „Preistreiberei der Mineralkonzerne“. Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt forderte eine Prüfung durch das Bundeskartellamt. Doch das reicht Schulze nicht: „Wenn die Preise weiter oben bleiben, dann brauchen wir Entlastung“.

„Leben halt nicht alle in Berlin Mitte“: Schulze will mit Steuerentlastungen Spritpreise senken

Dafür sei für Schulze primär die Senkung von Steuern auf Benzin und Diesel eine Option, zumindest „mittelfristig“, wenn die Preise so hoch bleiben sollten. Das würde vor allem die entlasten, „die beispielsweise für die längere Fahrt zur Arbeit auf ein Auto angewiesen sind“ – das seien in einem Flächenland wie Sachsen-Anhalt einige.

Die Kritik, Steuerentlastungen seien volkswirtschaftlich schädlich, könne Schulze „bedingt nachvollziehen“. Schädlich sei es auch, wenn die Menschen die Spritkosten nicht tragen könnten und die Kaufkraft daher an anderer Stelle fehle. „Es leben halt nicht alle in Berlin Mitte“, argumentierte der Ministerpräsident.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Greenpeace plädiert für Übergewinnsteuer – Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt misstrauisch

Dem Vorschlag einer Übergewinnsteuer gegenüber zeigte sich Schulze misstrauisch. Diese sei „sehr komplex, sehr schwer zu berechnen“. Außerdem forderte er schnelle Entscheidungen, „in den nächsten Tagen“. Man habe jetzt nicht die Zeit zu „prüfen, prüfen, prüfen“. Energiesteuer und CO₂-Abgabesteuer seien stattdessen Drehschrauben, um „schnell Möglichkeiten für Entlastungen“ zu bieten.

Eine solche Steuer fordert unter anderem die Umweltorganisation Greenpeace. „Im Iran sterben Menschen, in Europa ächzen Millionen unter massiv gestiegenen Preisen und die Ölkonzerne stopfen sich an der Tankstelle die Taschen voll – das ist widerlich und muss sofort gestoppt werden“, zitierte die dpa die Greenpeace-Verkehrsexpertin Lena Donat.

Nach Berechnungen des Forschungs- und Beratungsbüros Energycomment im Auftrag der Organisation kamen Energiekonzerne in den ersten beiden Märzwochen wohl auf rund 21 Millionen Euro pro Tag, die die Mineralölkonzerne durch eine Ausweitung der Margen zusätzlich verdient haben sollen. Die SPD forderte einen Preisdeckel für Gewinne von Mineralölkonzernen, wie die AFP berichtet. Diese Forderung stieß in der CDU jedoch auf Widerstand.

Bundesregierung plant Maßnahmenpaket gegen Sprit-„Abzocke“ – Mineralöllobby protestiert

Die Bundesregierung plant angesichts der massiven Preiserhöhungen ein Maßnahmenpaket. Darin soll unter anderem festgelegt werden, dass nur noch einmal am Tag, um 12 Uhr, die Preise erhöht werden dürfen. Preissenkungen hingegen bleiben jederzeit möglich. Das soll zu mehr Transparenz führen. Außerdem beabsichtigt die Koalition, die Beweislast im Kartellrecht umzukehren. Unternehmen müssten darlegen, dass ihre Preissteigerungen sachlich gerechtfertigt seien. Das soll dem Kartellamt die Prüfung erleichtern.

Christian Küchen, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie, ein Mineralöl-Lobbyverband, wies laut der dpa den „Abzocke“-Vorwurf der Taskforce zurück. Küchen behauptete, die Margen hätten sich seit Beginn des Iran-Kriegs nicht verändert. Küchen warnte zudem, dass die Änderung des Kartellrechts Risiken für Unternehmenserfolge berge und sogar dazu führen könnte, dass Unternehmen aus dem deutschen Markt ausstiegen.

An der ersten Sitzung der Sprit-Taskforce am Montag (16. März) nahmen auch die Deutschland-Chefs der Mineralölkonzerne BP und Shell teil. Auch der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, sowie Branchenverbände, Verbraucherschützer und der ADAC waren vertreten. (Quellen: ZDF, dpa, AFP) (lismah)

Rubriklistenbild: © Christoph Soeder/dpa

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Kommentare