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„Größte strategische Niederlage Amerikas“: Trump kassiert vernichtende Urteile zu seiner Waffenruhe
Trump einigt sich mit dem Iran auf eine zweiwöchige Feuerpause. Auch die Straße von Hormus soll wieder geöffnet werden. Das Weiße Haus verkauft das als Sieg.
Überraschend haben sich der Iran und die USA unter US-Präsident Donald Trump kurz vor Ablauf eines Ultimatums auf eine Waffenruhe geeinigt. In der Nacht zum Mittwoch schrieb Trump auf Truth Social, dass der vom Iran vorgelegte 10-Punkte-Plan eine „praktikable Grundlage für Verhandlungen bietet“. Ob diese Einigung tatsächlich als Erfolg für die USA gewertet werden kann – darüber gehen die Meinungen auseinander. Trump selbst feierte dies als einen „großen Tag für den Weltfrieden!“: „Der Iran will es, er hat genug! Und alle anderen auch!“
Andere reagieren verhaltener. So schrieb der demokratische Senator Richard Blumenthal auf X: „Eine Waffenruhe ist eine gute Nachricht – allerdings nur, weil dieser sinnlose Krieg so schnell wie möglich beendet werden sollte.“ Jedoch könne Trump nach wie vor nicht erklären, warum er den Krieg begonnen habe. „Eine Waffenruhe ist für das amerikanische Volk kein Sieg“, fügte er hinzu. Der demokratische Kongressabgeordnete Gregory Meeks betonte indes, dass eine Waffenruhe nicht genug sei. Trump müsse dem Kongress erklären, warum er die USA in den Krieg mit dem Iran geführt habe, in dem 13 Militärangehörige gestorben seien.
10-Punkte-Plan des Iran: All das wurde von Trump stets abgelehnt
Der US-Kolumnist Owen Jones geht deutlich härter mit dem Präsidenten ins Gericht. Der Focus wies zuerst darauf hin. Auf X geht Jones den gesamten 10-Punkte-Plan des Iran durch. Und hält als erstes Fazit fest: „Dies ist die größte strategische Niederlage, die die USA seit ihrem Aufstieg zur Supermacht erlitten haben.“ In seinem Thread ergänzte er: „Um es klar zu sagen: Es handelt sich um dieselben 10 Punkte aus dem Iran, die die USA immer wieder abgelehnt hatten.“
10-Punkte-Plan des Iran
1. Permanentes Kriegsende und keine temporäre Waffenruhe; 2. Beendigung aller regionalen Kämpfe inklusive Angriffe auf iranische Partner und Verbündete in der Region; 3. Sicherer Durchgang durch die Straße von Hormuz; 4. Aufhebung der US-amerikanischen und internationalen Sanktionen; 5. Wiederaufbau und Reparationszahlungen; 6. Garantie gegen erneute Angriffe; 7. Schutz ziviler Infrastruktur; 8. Anerkennung der iranischen Souveränität; 9. Internationale Überwachung zur Überwachung des Abkommens; 10. Phasenplan – abgestufte Umsetzung. (Quelle: Aljazeera)
Unklar ist, was genau vorgeschlagen wurde, genauer gesagt, worauf man sich als Verhandlungsbasis einigen konnte. Trump bezeichnete einen 10-Punkte-Vorschlag aus Teheran als „eine tragfähige Grundlage“ für neue Verhandlungen. Doch was steht drin? Im von Aljazeera veröffentlichten Entwurf kommt etwa die Anreicherung von Uran nicht vor. Im Widerspruch dazu stehen allerdings Angaben aus Teheran. Iranischen Staatsmedien zufolge heißt es, in dem Plan müssten die USA dem Iran die Anreicherung von Uran erlauben; der Focus verweist hier auf die iranische Nachrichtenagentur Tasnim.
Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg
Über ein dauerhaftes Ende des Krieges wollen die USA und der Iran ab Freitag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad verhandeln. Nach Angaben des Weißen Hauses könnte es erstmals wieder direkte Gespräche zwischen beiden Seiten geben. Während des Krieges gab es lediglich indirekte Verhandlungen unter Vermittlung Pakistans, Ägyptens und der Türkei.
„Politische Katastrophe“ – Israels Opposition kommentiert Iran-Waffenstillstand von Trump
Derweil wird der Waffenstillstand in Israel mit Argwohn kommentiert. So warf Israels Oppositionsführer dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vor, gescheitert zu sein. „Netanjahu hat politisch versagt, strategisch versagt und kein einziges der Ziele erreicht, die er sich selbst gesetzt hatte“, schrieb Jair Lapid am Mittwochmorgen auf X. „In unserer gesamten Geschichte hat es noch nie eine solche politische Katastrophe gegeben.“ (Quellen: dpa, Focus, eigene Recherche) (ktho)