Abstimmung am Dienstag

„Nicht zustimmungsfähig“: Junge Gruppe lehnt Renten-Paket weiter ab – SPD-Chefin zählt Koalition an

Die Zitterpartie für Merz und Spahn geht weiter: Zwar soll der Renten-Widerstand der Jungen Gruppe bröckeln. Der Chef der Jungen Union bekräftigt jedoch seine Ablehnung.

Update, 15:24 Uhr: In einem fünfseitigen Papier hat die Junge Gruppe der Unions-Fraktion ihre Position beim Thema Rente bekräftigt: „Als Junge Gruppe halten wir das Rentenpaket für nicht zustimmungsfähig. Dabei bleibt es“, heißt es in dem Papier, das der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media vorliegt.

Die staatspolitische Verantwortung der Abgeordneten umfasse „Rücksicht auf den Koalitionsfrieden und die weitere Regierungsarbeit in anderen wichtigen Politikfeldern und die Bewertung des Erreichten“. Die Verantwortung umfasse jedoch ebenso „die finanzielle Stabilität und die sich daraus ergebende Handlungsfähigkeit unseres Landes in den 2030er-Jahren nicht außer Acht zu lassen“. Jedes Mitglied würde nun Argumente abwägen und eine Entscheidung treffen, heißt es mit Blick auf die für diese Woche geplante Abstimmung über das Renten-Paket.

Renten-Paket: Bas knüpft Fortbestehen der Regierungskoalition an erfolgreiche Abstimmung

Arbeitsministerin Bärbel Bas erhöhte unterdessen noch einmal explizit den Druck und knüpfte das Fortbestehen der Regierungskoalition an eine erfolgreiche Abstimmung zum Rentenpaket. Sie sei optimistisch, dass es in dieser Woche gelinge, das Rentenpaket zu beschließen, sagte Bas in Brüssel. „Das ist wichtig, insbesondere natürlich für den Fortbestand der Koalition, weil ansonsten die Gefahr besteht, dass wir kaum noch andere Gesetzgebungen, wenn das jetzt scheitert, durchs Parlament bringen.“

Union vor Renten-Showdown: JU-Chef Winkel bleibt laut Linnemann bei Nein

Update vom 1. Dezember, 14:46 Uhr: Während Unions-Spitzen weiter um die Zustimmung der Jungen Gruppe für das Renten-Paket ringen, hat sich einer der Abgeordneten wohl bereits entschieden: Johannes Winkel, Vorsitzender der Jungen Union, bleibt bei seiner Ablehnung, wie CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur zufolge erklärt hat.

Demnach habe Winkel in der heutigen CDU-Vorstandssitzung sein Nein zum Rentenpaket in seiner jetzigen Form bekräftigt. Der CDU-Abgeordnete habe „sein Abstimmungsverhalten deutlich gemacht, dass er dem so nicht zustimmen kann“, sagte Linnemann bei einer Pressekonferenz nach der Vorstandssitzung in Berlin.

Bundeskanzler Friedrich Merz und Johannes Winkel, Bundesvorsitzender Jungen Union und Mitglied Junge Gruppe der CDU-CSU-Bundestagsfraktion.

Ob eine Mehrheit für das Renten-Paket steht, soll sich am Dienstag klären. Darauf verwies auch Linnemann: Wie viele Abweichler es insgesamt geben könnte, werde sich in der morgigen Sitzung der Bundestagsfraktion zeigen. Dort werde „einmal abgestimmt und dann geschaut“, sagte Linnemann. „Mehr weiß ich nicht.“

Aufatmen für Merz und Spahn? Renten-Widerstand der Jungen Gruppe bröckelt wohl

Erstmeldung: Berlin – Öffentlich äußern sich die Abgeordneten der Jungen Gruppe der CDU/CSU-Fraktion noch nicht, aber im Hintergrund bahnt sich wohl eine mögliche Einigung an – der Widerstand soll bröckeln. Für Unions-Fraktionschef Jens Spahn und Kanzler Friedrich Merz (beide CDU) dürfte das ein Grund zum Aufatmen sein.

Spahn äußerte sich am Sonntagabend (30. November) in der ARD-Sendung „Caren Miosga“ bereits vorsichtig zuversichtlich und erklärte auf die Frage, ob eine Mehrheit für das Renten-Paket in der kommenden Woche stünde: „Die Mehrheit ist im Werden.“ Und: „Das ist meine Aufgabe.“ Ob ihm die geglückt ist, scheint zwar noch nicht sicher, aber immerhin kommt wohl Bewegung in den bislang verfahrenen Streit um das Renten-Paket.

Bewegung im Renten-Streit: Junge Unions-Abgeordnete wägen ab – inhaltliche Ablehnung und Folgen

Wie die Bild-Zeitung berichtet, sei die Zahl der Abgeordneten, die das Renten-Paket im Bundestag ablehnen wollen, am Bröckeln. „Es werde aktuell beraten, wie man den Unmut über das Paket zum Ausdruck bringen könne, ohne die Koalition zu gefährden“, heißt es in dem Bericht. Ein Deal könne demnach sein: „Einige junge CDU-Abgeordnete stimmen doch mit Ja und geben eine persönliche Erklärung ab oder enthalten sich.“

Auch Karina Mößbauer, Chefkorrespondentin Politik von The Pioneer, berichtet in einem Post auf der Online-Plattform X, in der Jungen Gruppe würden viele nach wie vor abwägen: „Zwischen inhaltlicher Ablehnung und Folgen einer gescheiterten Abstimmung.“ Und: „Einige bleiben bei ihrem Nein, andere überlegen noch.“ Im Vergleich zu der deutlichen Ablehnung, die Abgeordnete der Jungen Gruppe im Renten-Streit in den vergangenen Wochen geäußert haben, klingt das schon nahezu versöhnlich.

Merz-Kabinett: Neue Namen, alte Bekannte – die komplette Liste in Bildern

Friedrich Merz
Das Kabinett Merz ist die seit dem 6. Mai 2025 amtierende Bundesregierung unter der Führung von Kanzler Friedrich Merz. Es handelt sich um die fünfte schwarz-rote Koalitionsregierung und die 17. Regierung unter Führung der Unionsparteien auf Bundesebene. © Michael Kappeler/dpa
Nina Warken
Nina Warken hat bereits Geschichte geschrieben: Als erste Frau wurde sie im Juli 2026 Chefin des Bundeskanzleramtes. Die bisherige Bundesgesundheitsministerin übernahm das Amt von Thorsten Frei – und damit die zentrale Koordinationsstelle der Regierungsarbeit.  © Christoph Soeder/dpa
Linnemann
Im Zuge des Personalumbaus hat der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann im Juli 2026 das Gesundheitsressort übernommen. Allerdings hat er vorab selbst Zweifel gesät, dass er wirklich der richtige Mann für den Job ist. Er wäre nach der Regierungsübernahme durch Merz gerne Arbeitsminister geworden, musste das Ressort aber der SPD überlassen. Dem Sender Phoenix hatte er im Mai 2025 zum Interesse an anderen Kabinettsposten gesagt, es sei nicht „sein Ding“, nur Minister zu sein, damit das irgendwo in Wikipedia stehe. „Wenn sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen.“  © Christoph Soeder/dpa
Steffen Bilger
Ebenfalls neu im Kabinett ist der neue Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU). Er gilt als fachlich geeignet, ist sehr gut vernetzt, arbeitete in der schwarz-roten Koalition bislang aber vor allem im Hintergrund. Der gelernte Rechtsanwalt stammt aus Baden-Württemberg und ist ausgewiesener Verkehrsexperte: Er saß schon als frisch gebackener Bundestagsabgeordneter von 2009 bis 2013 im Verkehrsausschuss. Bei den Koalitionsverhandlungen nach der Wiederwahl von Angela Merkel (CDU) 2017 war er als Vertreter der Arbeitsgruppe Verkehr und Infrastruktur beteiligt. 2018 wurde er dann Parlamentarischer Staatssekretär im Verkehrsministerium. © Marijan Murat/dpa
Sommerfest der SPD im Landkreis Verden
Und sonst? Lars Klingbeil ist als Vizekanzler weiter der zweite starke Mann in der Regierung Merz. Eigentlich brennt er für die Außenpolitik und geprägt durch den familiären Hintergrund als Soldatensohn am Heeresstandort Munster für Verteidigung. Jetzt steht er dem Finanzressort vor. Für Klingbeil, der im konservativen SPD-Flügel zuhause ist, könnte es das Sprungbrett für eine Kanzlerkandidatur 2029 sein - auch wenn manchen in der Partei aufstößt, mit welcher Skrupellosigkeit er sich zuletzt seine Macht sicherte. © Focke Strangmann/dpa
Alexander Dobrindt
Innenminister ist Alexander Dobrindt. Der bisherige Chef der CSU-Landesgruppe im Bundestag galt schon seit Wochen als gesetzt für den Posten, auf dem er die von der Union verlangte „Migrationswende“ umsetzen soll. Dobrindt war von 2009 bis 2013 CSU-Generalsekretär, danach vier Jahre Bundesverkehrsminister. Als CSU-Landesgruppenchef galt er als wesentlicher Faktor für die relativ geräuschlose Zusammenarbeit von CSU-Chef Markus Söder und Merz. © Sebastian Gollnow/dpa
Außenminister Wadephul bei der UN
Auswärtiges Amt: Johann Wadephul. Erstmals seit fast 60 Jahren führt die CDU wieder das Außenamt. Den Posten hat Merz, der im Kanzleramt maßgeblich auch die Außenpolitik mitgestalten will, nun an einen Fachpolitiker aus dem Bundestag vergeben. Wadephul kommt aus Schleswig-Holstein und ist bisher als stellvertretender Fraktionsvorsitzender für Außen- und Verteidigungspolitik zuständig. Er gilt als international gut vernetzt und war in den vergangenen Wochen bereits in Paris, London und Warschau, um sich mit den dortigen Außenministern zu treffen. © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsminister Pistorius besucht Objektschutzregiment
Verteidigungsminister Boris Pistorius war für die SPD gesetzt – schließlich ist er Deutschlands beliebtester Politiker. Als er im November 2023 „Kriegstüchtigkeit als Handlungsmaxime“ für die Bundeswehr ausrief, legte der Niedersachse die Latte hoch. Seit der Ausnahme der Verteidigungsausgaben von der Schuldenbremse kann er sich über mangelnde Finanzierung nicht mehr beschweren. Der Jurist wurde in Osnabrück geboren, er arbeitete in mehreren niedersächsischen Regierungsstellen und war von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister seiner Heimatstadt („das schönste Amt der Welt“). In den zehn folgenden Jahren war er Innenminister von Niedersachsen. 2023 übernahm er das Verteidigungsministerium von Christine Lambrecht und gewann in kurzer Zeit die Anerkennung der Truppe und der Verbündeten. © Hauke-Christian Dittrich/dpa
Bundeswirtschaftsministerin Reiche zu Energiekosten
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie ist Katherina Reiche. Lange galt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann als wahrscheinlicher Minister – doch der sagte ab und blieb auf seinem Posten an der Spitze der Parteizentrale. Merz entschied sich dann für die frühere Umwelt- und Verkehrsstaatssekretärin Reiche aus Brandenburg. Sie ist seit vielen Jahren in der Wirtschaft und war von 2015 bis 2019 zunächst Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär. Die stellvertretende CSU-Vorsitzende war schon von 2018 bis 2021 als Staatsministerin für Digitales im Kabinett von CDU-Kanzlerin Angela Merkel. Bär kam 2002 zusammen mit vielen anderen jungen Christsozialen während der Kanzlerkandidatur von Edmund Stoiber erstmals in den Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2025 erzielte sie in ihrem Wahlkreis Bad Kissingen das deutschlandweit höchste Ergebnis. © Heiko Becker/Imago
Aktionsplan Steuer- und Finanzkriminalität
Justiz: Stefanie Hubig. Die SPD-Politikerin begann 2000 im Bundesjustizministerium und stieg zur Referatsleiterin auf. 2008 ging sie nach Mainz: Erst in die Staatskanzlei, 2009 übernahm sie die Leitung der Abteilung Strafrecht im Justizministerium. Hubig wurde 2014 Staatssekretärin im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz. Justizminister war damals ihr Parteikollege Heiko Maas. Beide gerieten mit dem damaligen Generalbundesanwalt Harald Range aneinander: Dabei ging es um später eingestellte Ermittlungen gegen zwei Blogger von Netzpolitik.org wegen Landesverrats. © Michael Kappeler/dpa
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Karin Prien – Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Die in Amsterdam geborene Prien arbeitete zu Beginn ihrer Karriere als Rechtsanwältin im Bereich Wirtschafts- und Insolvenzrecht, engagierte sich aber auch früh in der Hamburger Lokalpolitik. 2011 wurde sie in die Bürgerschaft gewählt, bevor sie nach Schleswig-Holstein wechselte. Im „Zukunftsteam“ des gescheiterten Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet war sie 2021 gleichfalls für den Bereich Bildung zuständig. © Jens Schicke/Imago
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bodenständig, geradlinig, klar: Als Bundestagspräsidentin hat sich Bärbel Bas einen guten Ruf erworben. Zuvor war die Duisburgerin einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt. Sie sitzt seit 2009 im Bundestag und kümmerte sich unter anderem um Gesundheitspolitik. Ihre unkomplizierte Art mag mit der Herkunft zu tun haben: Die neue Bundesministerin für Arbeit und Soziales wuchs als zweitälteste von sechs Geschwistern in materiell einfachen Verhältnissen auf. Spielen, so erzählte Bas später, musste sie als Kind draußen, weil im Kinderzimmer zu wenig Platz war. © Imago
Pressekonferenz Wildberger und Warken
Digitalisierung und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger. Merz hat ganz früh angekündigt, dass er einen Experten aus der Wirtschaft mit dem neu geschaffenen Ressort betrauen will. Nun soll der Chef der Holding der Elektronikmärkte MediaMarkt und Saturn den Posten übernehmen. Der promovierte Physiker Wildberger war von 2016 bis 2021 Vorstand der Holding des Energiekonzerns Eon und davor unter anderem in Managementpositionen bei den Telekom-Konzernen Vodafone und Deutsche Telekom. © Soeren Stache/dpa
Fortsetzung der Sommerreise von Bundesumweltminister
Umwelt und Klimaschutz: Carsten Schneider war in der Ampel-Regierung von Olaf Scholz Staatsminister und Beauftragter für Ostdeutschland. Damit war er eine der profiliertesten Stimmen dieser Region und sollte vor allem für gleichwertige Lebensverhältnisse in den ostdeutschen Bundesländern sorgen. Schneider stammt aus Erfurt und sitzt bereits seit 1998 im Bundestag. Dort war er unter anderem Haushaltspolitiker, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion. Der 49 Jahre alte Bankkaufmann gilt als pragmatisch, erfahren und vielseitig einsetzbar.  © Stefan Sauer/dpa
90. Grüne Woche Berlin - Eröffnungstag
Ernährung, Landwirtschaft und Heimat: Alois Rainer. Nach dem Rückzug des zunächst vorgesehenen bayerischen Bauernpräsidenten Günther Felßner ist der Niederbayer zum Zug kommen. Der 60 Jahre alte Metzgermeister sitzt seit 2013 im Bundestag. Schon sein gleichnamiger Vater saß 18 Jahre im Bundestag, seine Schwester ist die ehemalige Bundesbau- und Gesundheitsministerin Gerda Hasselfeldt. © Sebastian Gollnow/dpa
Reem Alabali-Radovan
Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: Reem Alabali-Radovan hat eine steile politische Laufbahn hingelegt. Zuletzt war sie Integrationsbeauftragte der Ampel-Regierung. Nun folgt der nächste Schritt auf der Karriereleiter der Schwerinerin. Geboren wurde Alabali-Radovan 1990 in Moskau. Im Alter von sechs Jahren kam sie mit ihrer Familie, die vor den politischen Verhältnissen im Irak floh, nach Mecklenburg-Vorpommern. Als Integrationsbeauftragte setzte sie sich unter anderem gegen Racial Profiling ein, also die verdachtsunabhängige polizeiliche Kontrolle von Menschen allein wegen ihrer Hautfarbe und anderen ethnischen oder religiösen Merkmalen. Alabali-Radovan ist verheiratet mit dem Profiboxer Denis Radovan und bekam 2023 eine Tochter.  © Katharina Kausche/dpa
Verena Hubertz
Die neue Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen ist eine politische Senkrechtstarterin: Verena Hubertz ist seit 2021 Bundestagsabgeordnete und wurde direkt stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, zuständig unter anderem für Wirtschaft, Klimaschutz und Energie, Bauen und Wohnen. Oft führte sie in der Ampel-Koalition Verhandlungen mit Politikern von Grünen und FDP, wenn es um strittige Fragen ging. Laute Töne sind nicht ihr Fall. Die Triererin und Betriebswirtin hat eine für Politiker eher ungewöhnliche Biografie. 2013 gründete sie mit einer Studienkollegin das Küchen-Start-up Kitchen Stories. Die Idee: in Videos und Schritt für Schritt zu zeigen, wie einfach Kochen sein kann.  © Kay Nietfeld/dpa
Patrick Schnieder
Bis Juli 2026 war Patrick Schnieder Bundesminister für Verkehr. Verkehr. Merz hat ihn entlassen, weil er mit seiner Amtsführung unzufrieden war – besonders bei den Dauerkrisenherden Schienennetz und Infrastruktur. Die Entlassung Schnieders nach nur gut einem Jahr im Amt stieß in der CDU teilweise auf heftige Kritik. © Sven Kaeuler/dpa
Jens Spahn
Auslöser für den Kabinettsumbau im Juli 2026 war der Rücktritt von Jens Spahn als Unions-Fraktionschef. Bundeskanzler und Parteichef Friedrich Merz nahm den Wechsel an der Fraktionsspitze zum Anlass, die CDU in Regierung und Partei neu aufzustellen. © Michael Kappeler/dpa
Thorsten Frei
Umbau auch in der Union: Thorsten Frei übernahm den Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag. Er war bisher Kanzleramtsminister. Frei steht für eine unverwüstlich wirkende Freundlichkeit, gepaart mit geduldiger Erklärlust. Trotz seiner nach außen getragenen Sanftmütigkeit steht wr inhaltlich für Härte. Die innere Sicherheit und die Begrenzung der Migration zählen zu den Kernthemen des Innenexperten, der als Sohn eines Polizisten in Südbaden aufgewachsen ist. © Michael Kappeler/dpa
Franziska Hoppermann
Für Linnemann wurde Franziska Hoppermann als CDU-Generalsekretärin ins Amt gewählt. Die bisherige Bundesschatzmeisterin gilt als arbeitnehmernah und hat ein starkes Profil in der Frauen Union.  © Christoph Soeder/dpa
Philipp Amthor
Philipp Amthor bekam eine Schlüsselrolle bei der föderalen Zusammenarbeit. Er wurde von Merz zum neuen Staatsminister im Kanzleramt für die Bund-Länder-Beziehungen ernannt, der bisherige Amtsinhaber Michael Meister musste gehen. Amthor war bisher parlamentarischer Staatssekretär im Digitalministerium. © Christoph Soeder/dpa
Christiane Schenderlein
Christiane Schenderlein wird Nachfolgerin von Tino Sorge als parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium. Sie war bisher Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Kanzleramt.  © Kay Nietfeld/dpa
Wolfram Weimer
Er bleibt Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer. Er will aber nur für eine Legislaturperiode im Amt bleiben. 2003 war er Gründer des Berliner Magazins „Cicero“, das er bis 2010 leitete. Zuvor arbeitete er als Journalist bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sowie bei den Zeitungen „Die Welt“ und „Berliner Morgenpost“. Nach „Cicero“ war er bis 2012 Chefredakteur des Magazins „Focus“. Anschließend gründete Weimer gemeinsam mit seiner Frau, der früheren „FAZ“-Journalistin Christiane Götz-Weimer, die Weimer Media Group. © Georg Wendt/dpa

Die jungen Abgeordneten der CDU/CSU-Fraktion stören sich in dem Paket an einem Punkt: Zwar akzeptieren sie ein Rentenniveau von 48 Prozent bis 2031, lehnen wegen befürchteter Milliardenkosten aber ab, dass es auch danach noch höher angesetzt wird als nach jetziger Rechtslage. Und auch die Einigung der Unions- und SPD-Spitzen im Koalitionsausschuss in der vergangenen Woche änderte an der Haltung der Abgeordneten wohl zunächst nichts.

Junge Gruppe lehnte Renten-Kompromiss der Koalitionsspitzen ab – „bedauerlich“

Die Koalitionsspitzen hatten sich am Donnerstag darauf verständigt, das vorgesehene Rentengesetz mit einer Stabilisierung des Rentenniveaus unverändert im Bundestag beschließen zu lassen. In einem Begleittext sollen aber weitere Reformen in Aussicht gestellt werden, für die eine Expertenkommission zügig bis zum Sommer Vorschläge erarbeiten soll.

Für die Junge Gruppe stellte die Einigung keinen inhaltlichen Fortschritt dar, wie etwa Mößbauer am Freitag berichtete. „Für die Generationengerechtigkeit ist das kein Gewinn“, zitierte sie aus Kreisen der Jungen Gruppe: „Wir haben für einen Kompromiss in der Sache gekämpft. Es ist bedauerlich, dass ein solcher in der Koalition nicht durchsetzbar war.“

Spahn setzt im Renten-Streit auf Einzelgespräche: „Über Szenarien und Konsequenzen“

Auf die Einigung im Koalitionsausschuss am Donnerstag folgten diverse Gesprächsrunden – Fraktionssitzung sowie Einzelgespräche, wie etwa die FAZ berichtete. Abgeordnete der Jungen Gruppe beklagten gegenüber der Zeitung, sich dabei von Spahn unter Druck gesetzt gefühlt zu haben. Der Fraktionschef soll damit gedroht haben, sie bei künftigen Wahlen auf hintere Listenplätze zu verbannen.

Die Vorwürfe räumte auch Spahn am Sonntagabend nicht explizit aus: „Dass über Szenarien und Konsequenzen geredet wird, ist das Normalste“, sagte der frühere Gesundheitsminister auf eine entsprechende Frage. „Jede Entscheidung hat Folgen. Da kann sich keiner freimachen von diesen Folgen.“ Jedoch erklärte Spahn: Aus den Gesprächen sei „niemand eingeschüchtert gegangen“.

Spahn kündigt Renten-Entscheidung für Dienstag an – Abstimmung noch für diese Woche geplant

Der aktuelle Stand sei, dass viele Kritiker des Rentenpakets „sehr stark mit sich ringen“, erklärte Spahn in der ARD-Sendung. Am Montagvormittag tagen zunächst die Spitzengremien der CDU. Am Dienstag wolle die Unionsfraktion in ihrer Sitzung über ihr Stimmverhalten beim Rentenpaket entscheiden, kündigte der Fraktionschef an: „Dann ist die Erwartung da, dass am Ende alle der Mehrheit folgen.“

Und dann ist es wohl auch höchste Zeit für eine Entscheidung, denn: Die Abstimmung im Bundestag ist bisher bereits für diese Woche geplant. Ohne die Stimmen der 18 Abgeordneten der Jungen Gruppe in der Unionsfraktion hat die Koalition aus SPD und Union im Bundestag keine sichere eigene Mehrheit. (Quellen: Bild, AFP, ARD, @K_Moessbauer) (pav)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Chris Emil Janssen

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