Wechsel zu PSV Eindhoven

Pléa war Gladbachs teuerster Einkauf: Sein Abschied wirft nun eine heikle Frage auf

Alassane Pléa hat sich vergangene Woche der PSV Eindhoven angeschlossen. Ist der 32-Jährige der verdiente Rekordtransfer von Borussia Mönchengladbach?

Rottach-Egern – So manches ist im Sommertrainingslager 2025 von Borussia Mönchengladbach anders.

Für Gladbach ist am Tegernsee so einiges anders

Zum einen haben die Fohlen im Vergleich zum Vorjahr eine Woche früher ihr Quartier am Trainingslager bezogen und müssen den Schwerpunkt deshalb umlegen. Am Sonntag ging es erstmals um fußballerische Abläufe, Gerardo Seoane forciert eine Entwicklung im Spielaufbau und mehr Spielkontrolle.

Dusche, Tankstelle, Küche: Die skurrilsten Verletzungen im Profifußball

Manuel Neuer feiert die Meisterschaft des FC Bayern auf Krücken
Manuel Neuer ist schon mehrfach auf Krücken gelaufen. Der Kapitän des FC Bayern erlitt jüngst eine kuriose Verletzung – und ist damit im Profifußball nicht alleine ... © IMAGO / Revierfoto
Nathan Ngoumou wird vorerst nicht mehr für Borussia Mönchengladbach spielen
Nathan Ngoumou wurde nach dem Schlusspfiff des Auswärtsspiels von Borussia Mönchengladbach gegen den FC St. Pauli zum Auslaufen geschickt. Wenige Minuten später musste der Flügelspieler mit einer gerissenen Achillessehne in die Kabine getragen werden. © IMAGO/kolbert-press/Burghard Schreyer
Manuel Neuer wurde im Champions-League-Duell zwischen dem FC Bayern und Leverkusen ausgewechselt
Für Manuel Neuer hatte das Champions-League-Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen im März 2025 bittere Konsequenzen. Der Torhüter des FC Bayern erlitt beim Torjubel einen Muskelfaserriss. © IMAGO/Philippe Ruiz
Xabi Alonso gewann 2010 mit Spanien die Weltmeisterschaft in Südafrika
Auf dem Platz konnte man Xabi Alonso wenig anhaben, dafür war die Dusche sein größter Feind. In der Vorbereitung auf das WM-Halbfinale 2010 erlitt Alonso eine tiefe Wunde im Knie, weil die Glasscheibe der Dusche plötzlich brach. Der Cut wurde in der Mannschaftskabine zugenäht, der Mittelfeldspieler stand gegen Deutschland daher auf dem Rasen. © IMAGO / Fotoarena
Charles Akonnor spielte von 1998 bis 2004 für den VfL Wolfsburg
Im Jahr 2001 rammte sich Charles Akonnor, damals für den VfL Wolfsburg tätig, versehentlich seine Auto-Antenne in die Nase. Weil das blutstillende Mittel auf der Dopingliste stand, wurde er für drei Spiele gesperrt.  © IMAGO / Contrast
Kevin Trapp spielt bis heute für Eintracht Frankfurt, war von 2015 bis 2018 aber für Paris St. Germain aktiv
Kevin Trapp galt noch als Talent, da hatte er 2013 beim Werbedreh der deutschen U21-Nationalmannschaft großes Pech. Trapp war ausgerutscht, weil er laut dem damaligen Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen mit Stollenschuhen auf einem glatten Steinboden unterwegs war. Später einigten sich die SGE und der DFB auf eine Entschädigungszahlung. © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal
Santiago Cañizares vom FC Valencia diskutiert mit einem Verantwortlichen
Santiago Cañizares wollte sich im Mai 2002 für ein Abendessen mit der spanischen Nationalmannschaft frisch machen, als ihm das Parfüm im Badezimmer auf den Boden fiel und eine Sehne durchtrennte. Damit war die WM in Japan und Südkorea für den Torhüter gelaufen – und ein gewisser Iker Casillas rückte zwischen die Pfosten. © IMAGO / Claus Bergmann
Darren Barnard in einem Spiel der walisischen Nationalmannschaft
Der ehemalige walisische Nationalspieler Darren Barnard musste aufgrund einer Knieverletzung für fünf Monate pausieren, weil er in der Küche in einer Urinpfütze eines Hundewelpens ausrutschte. © IMAGO / Colorsport
Martin Palermo spielte in seiner Karriere auch für die Boca Juniors
Martín Palermo verletzte sich ausgerechnet nach dem größten Erfolg eines Stürmers. Als der Argentinier in Diensten des FC Villarreal ein Tor bejubelte, stürzte die Werbebande ein. Palermo erlitt einen Schien- und Wadenbeinbruch. © IMAGO / Gribaudi / ImagePhoto
Logan Bailly spielte zweieinhalb Jahre für Borussia Mönchengladbach
Logan Bailly erlitt während seiner Zeit bei Borussia Mönchengladbach einen Mittelfußbruch. Schuld war eine mobile Klimaanlage, die beim Transport aus seinen Händen glitt und auf seinen Fuß fiel. © IMAGO / Ulmer
Adam Nemec spielte 2011 auch für die zweite Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern
Als Adam Nemec dem 1. FC Kaiserslautern im Jahr 2011 für drei Monate fehlte, war ausgerechnet sein Kirschbaum schuld. Der Stürmer kletterte auf diesen hoch, fiel runter – und brach sich sowohl zwei Brustwirbel als auch das Schlüsselbein. © IMAGO / Revierfoto
Robbie Keane spielte in seiner Karriere unter anderem für Aston Villa
In der Sturmspitze war Robbie Keane treffsicher, doch auf dem heimischen Sofa stellte er sich mit seinem Fuß ungeschickter an. Als er mit diesem die TV-Fernbedienung bedienen wollte, zog sich der Ire einen Bänderriss im Knie zu. © IMAGO / Colorsport
Markus Pröll hütete bis 2010 das Tor von Eintracht Frankfurt
Bei einem Testspiel mit Eintracht Frankfurt im Jahr 2009 stolperte der damalige Torhüter Markus Pröll nicht über seine eigenen Füße, sondern über ein kleines Mädchen. Das Resultat: eine Schultereckgelenksprengung. © IMAGO / Jan Huebner
Bjarne Thoelke spielte 2011 sechsmal für die Profis des VfL Wolfsburg
Als seine Karriere beim VfL Wolfsburg Fahrt aufnehmen sollte, spielte ein Pferd dem damaligen Abwehrtalent Bjarne Thoelke einen Streich. Der heutige Innenverteidiger des 1. FC Saarbrücken erlitt einen Kahnbeinbruch, weil ein Pferd auf dem Bauernhof seiner Eltern während der Stallarbeit austrat. © IMAGO / Joachim Sielski
Elkin Soto spielte viele Jahre lang für Mainz 05
Im März 2013 musste Mainz-Trainer Thomas Tuchel für ein Spiel auf Elkin Soto verzichten, weil sich der Mittelfeldspieler bei „einer alltäglichen Bewegung“ einen Hexenschuss zuzog. Die Auflösung: Der Kolumbianer erlitt die starken Schmerzen, als er sich bückte, um seine Schuhe zu binden. © IMAGO / Martin Hoffmann
Leon Andreasen hat 2016 seine Karriere bei Hannover 96 beendet
Dass Messer gefährlich sind, lernte Leon Andreasen auf bittere Weise. Der Ex-Profi von Hannover 96 verletzte sich im November 2015 beim Öffnen eines Pakets an der Hand. Die Schnittwunde hatte eine Operation zur Folge. © IMAGO / Eibner
Daniel Bierofka wird von den Spielern von 1860 München gefeiert
Als Daniel Bierofka noch Spieler von 1860 München war, prallte er in einem Testspiel gegen den VfR Aalen mit Schiedsrichter Robert Hartmann zusammen. Die Diagnose: Nasenbeinbruch. © IMAGO / Sven Simon
Nicolai Müller erlitt am 1. Spieltag der Saison 2017/18 einen Kreuzbandriss
Nicolai Müller wollte in der Saison 2017/18 mit dem Hamburger SV angreifen. Am ersten Bundesliga-Spieltag erzielte er schon in der achten Minute den Siegtreffer gegen den FC Augsburg – und erlitt beim Jubel einen Kreuzbandriss. © IMAGO / Oliver Ruhnke
Éver Banega spielt bis heute Fußball und ist für die Newell‘s Old Boys aktiv
Beim FC Valencia fehlte Éver Banega in der Schlussphase der Saison 2011/12 wegen eines Knöchelbruchs. Schuld war das Auto des Argentiniers, das an der Tankstelle über seinen Fuß rollte – weil er die Handbremse nicht gezogen hatte. © IMAGO / ULMER
Stefan Kuntz ist 1991 mit Kaiserslautern deutscher Meister geworden
Als der 1. FC Kaiserslautern am 7. September 1991 gegen den FC Bayern spielte, fehlte Stefan Kuntz (l.) plötzlich. Der damalige Stürmer knickte beim Verlassen des Mannschaftsbusses um und erlitt einen dreifachen Bänderriss.  © IMAGO/ HORSTMUELLER GmbH
Marko Arnautovic geht heute für Inter Mailand auf Torejagd
Marko Arnautović hat bei Werder Bremen mehrfach für Aufruhr gesorgt. So auch im März 2012, als er wegen eines Innenbandrisses im Knie wochenlang fehlte – weil er mit seinem Hund spielte und im Rasen hängengeblieben war. © IMAGO / Marco Canoniero

Gleichwohl kann Borussia nicht mit allen Stars planen. Tim Kleindienst könnte für einen kurzen Aufenthalt an den Tegernsee reisen, absolviert seine Reha aber am Niederrhein und hofft, noch vor November von seiner Knieverletzung zurückzukehren. Alassane Pléa hat sich demgegenüber endgültig verabschiedet, ihn zog es vergangene Woche zur PSV Eindhoven.

Mit einer Ablösesumme von 23 Millionen Euro avancierte Pléa 2018 zum Gladbacher Rekordtransfer, dem Vernehmen nach kassiert Borussia nun etwa vier Millionen Euro für den Offensivspieler. Auf den ersten Blick unterstreicht diese Bilanz einmal mehr, dass der VfL kein großer Verkäuferklub mehr ist. Und sie lässt Spielraum für die Frage, ob Pléa den Status „Rekordtransfer“ verdient hat.

Pléa war bis zum Schluss ein Unterschiedsspieler

Was dafür spricht: Pléa hat in jeder Saison seine Scorerpunkte geliefert. In 236 Pflichtspielen kamen 121 direkte Torbeteiligungen zustande, das macht einen Schnitt von 0,5 Torbeteiligungen pro Spiel. Laut Datendienstleister Opta ist der Franzose einer von 13 Spielern, die in den letzten zehn Saisons mindestens zehn Scorerpunkte gesammelt haben. In dieser Hinsicht ist er Mr. Zuverlässig.

Genauso ist zu betonen, dass Pléa bis zum Schluss ein Qualitäts- und Unterschiedsspieler für Borussia war. Mit Kevin Stöger erhielt der 32-Jährige vor einem Jahr einen neuen Konkurrenten, der beinahe chancenlos war – denn Pléa stellte mit elf Bundesliga-Treffern fast seinen persönlichen Rekord aus 2018/19 (12 Tore) ein.

In den Jahren davor war es unerheblich, ob Pléa nun hinter der Spitze oder auf der linken Außenbahn spielte, seinen Spielwitz und seine Qualitäten zwischen den Linien kamen immer zur Geltung.

Ein ungewohntes Bild: Ex-Gladbach-Star Alassane Pléa stürmt für die PSV Eindhoven.

Im Klub genießt Pléa zudem große Wertschätzung für sein frühzeitiges Bekenntnis zu Borussia. Während 2022 und 2023 Matthias Ginter, Ramy Bensebaini, Marcus Thuram, Jonas Hofmann sowie Ex-Kapitän Lars Stindl gingen, unterzeichnete der Kreativgeist 2022 einen Vertrag bis 2025 samt Option auf ein weiteres Jahr. Als sich Gladbach neu erfinden musste, blieb der teuerste Neuzugang an Bord. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Pléa und die stete Frage nach der Konstanz

Auf der anderen Seite dürfte Borussia Pléa seinerzeit für viel Geld verpflichtet haben, um noch mehr durch einen Verkauf einzunehmen. Zwar kam Ex-Sportdirektor Max Eberl 2019 von seinem ursprünglichen Weg ab, dennoch war es wohl nicht eingeplant, sieben Jahre mit Pléa zu bestreiten.

Der ganz große Millionen-Deal blieb aus, was wohl verschmerzbar gewesen wäre, hätte der Bundesligist mit anderen Verkaufskandidaten das große Geld eingenommen. Aus Denis Zakaria wurde aber ebenso wenig ein 50-Millionen-Transfer wie aus Thuram ein 35-Millionen-Transfer. Selbiges gilt für Pléa.

Hinzu kommt, dass der Routinier zwar ein zuverlässiger Scorer war, sich in den vergangenen Jahren aber häufiger die Frage nach der Konstanz gestellt hat. In der Saison 2021/22 blühte Pléa erst in der Rückrunde auf, in 2023/24 lieferte er elf seiner zwölf Torbeteiligungen in der Hinrunde. Mit Blick auf die Zukunft war die Frage berechtigt, wie lange Pléa sein Niveau halten kann.

Die Trennung war für Gladbach und Pléa richtig

Schlussendlich war die Trennung aus Borussias Sicht die richtige Entscheidung. Dem Vernehmen nach hatten beide Seiten unterschiedliche Vorstellungen bezüglich der Zukunft, denn der Klub muss auf seine Gehaltskosten achten und hätte bei einer Verlängerung mutmaßlich mehrere Jahre ein Top-Gehalt für einen Spieler gezahlt, dessen Leistungsvermögen über die kommende Saison hinaus genauer beäugt wird.

Borussia spart nun viel Geld und hat die Chance, sich auf der Zehner-Position mittel- bis langfristig neu aufzustellen. Nach Haris Tabaković soll ein zweiter Angreifer kommen, der um Kleindienst herumspielen wird. Zaubert Roland Virkus einen typischen Borussia-Transfer aus dem Hut?

Pléa wiederum hat mit 32 Jahren die Chance, noch einmal die Champions-League-Bühne zu betreten – und Titel zu gewinnen. Unter Peter Bosz wurde der niederländische Spitzenklub zweimal in Folge Meister, ein Pokal fehlt noch in der Vitrine des langjährigen Borussen. Veredelt er in der Eredivisie seine Karriere?

Rubriklistenbild: © IMAGO / Pro Shots

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