Tagebuch zum Werder-Trainingslager in Südafrika
Daniels Deich-Safari: Die Mauern von Johannesburg
Die Mitarbeiter der „Ghost Squad“ müssen ziemlich üble Typen sein. Zumindest lässt das kleine Werbeschild des Sicherheitsunternehmens keinen anderen Schluss zu.
Ein stilisierter Kopf ist drauf, mit düsteren Augen und einer Art Maske vor dem Mund, darunter stehen Firmenname und Telefonnummer – für den Fall der Fälle. Wie kleine Warnungen hängen diese oder ähnliche Schilder anderer Security-Dienste im Johannesburger Stadtteil Randburg vor nahezu jedem Haus. Angebracht an hohen Mauern, oft noch mit Stacheldraht obendrauf, die die Grundstücke begrenzen. Einladend wirkt das nicht unbedingt, aber das ist ja gerade der Sinn der Sache.
Kriminalität ein massives Problem in Johannesburg
Johannesburg hat ein massives Kriminalitätsproblem, Einbrüche stehen an der Tagesordnung, was das Verschanzen der wohlhabenderen Bewohner erklärt. Mauern, überall Mauern – sie sind des Südafrikaners Jägerzaun, nur eben aus Stein, deutlich höher und gerne mal mit eingebauter Überwachungskamera. Die Leute hier, sie sperren sich nicht ein, sie sperren die anderen aus – eine Notwendigkeit, längst Alltag. Für den deutschen Besucher der Stadt aber auch nach sechs Tagen noch immer befremdlich, weil in der Heimat so nicht vorstellbar.
Zum Vergleich: Das eigene Grundstück, 15 Kilometer vor den Toren Bremens gelegen, ist arglos eingefriedet mit einer Buchenhecke. So massiv, dass an ihr nicht mal das Schild der „Ghost Squad“ halten würde.
Daniels Deich-Safari:
Teil 1: Ein Dachschaden und ein Tipp für untenrum
Teil 2: „That small boy is the boss?“
Teil 3: Harter Job für „Middndööörp“
Teil 4: Erst Feuer vom Himmel, dann flüssige Luft
Teil 5: Heißes Eis aus Fleisch
Teil 6: Ninjas vor der roten Ampel
Teil 8: Fußball mal anders - Willkommen im Tollhaus!