Werder beginnt mit der Vorbereitung

Es ist angerichtet

Es geht wieder los: Trainer Florian Kohfeldt startet mit Werder am Montag in die Saisonvorbereitung.
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Es geht wieder los: Trainer Florian Kohfeldt startet mit Werder am Montag in die Saisonvorbereitung.

Bremen - Florian Kainz war damals der Letzte, hinter ihm fiel die schwere Tür auf der Sportanlage der SV Ahlerstedt/Ottendorf endgültig ins Schloss – Feierabend! Mit einem 9:3-Testspielsieg hatte sich Werder vor 46 Tagen im Landkreis Stade in eine gut sechswöchige Sommerpause verabschiedet – am Montag ist die Zeit des Erholens wieder vorbei.

Bereits um 8.00 Uhr morgens bittet Trainer Florian Kohfeldt seine Spieler zu individuellen Leistungstests, sie stellen den Auftakt der Bremer Saisonvorbereitung dar. In den kommenden sieben Wochen, bis zum Pokalspiel gegen Wormatia Worms am 18. August, will Kohfeldt seine Mannschaft körperlich und mental fitmachen für die Herausforderungen des kommenden Jahres. Klar ist: Es soll an der Weser endlich wieder ein erfolgreiches werden – und das könnte es durchaus auch. Die Voraussetzungen dafür, sie sind im Juli 2018 zumindest äußerst vielversprechend.

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Als hätte es die Deutsche Fußball Liga (DFL) darauf abgesehen gehabt, was sie natürlich nicht hatte, aber es passte einfach zu gut ins Bild dieses Bremer Sommers: Als am vergangenen Freitag um Punkt 12.00 Uhr mittags der neue Bundesliga-Spielplan veröffentlicht wurde, da war das an der Weser schnell ein weiterer Grund, mit großer Vorfreude auf die neue Saison zu blicken.

Kohfeldts erste Saisonvorbereitung als Werder-Cheftrainer

Zum Start ein Heimspiel gegen Hannover, dann Frankfurt, Augsburg, Nürnberg und Berlin als weitere Gegner. Alles keine Selbstläufer, das nicht. Es liest sich aber machbar und ist deutlich besser als die Auftaktprogramme aus den Vorjahren. „Es ist schön, dass wir mit einem Heimspiel starten – gerade auch für unsere Fans“, sagte Kohfeldt, der in den kommenden Wochen erstmals eine Saisonvorbereitung als Werders Cheftrainer verantworten darf.

Innerhalb der grün-weißen Aufbruchstimmung, die derzeit im und rund um den Verein herrscht, ist der 35-Jährige so etwas wie die zentrale Figur. In der Vorsaison hatte Kohfeldt bereits eindrucksvoll angedeutet, was er mit der Mannschaft bewegen kann. Dass er nun Gelegenheit dazu hat, ihr während einer von ihm geplanten Vorbereitung in aller Ruhe seine Idee von Fußball zu vermitteln – es lässt sich vor diesem Hintergrund nur als gutes Vorzeichen deuten. Ähnliches gilt für die bisherige Transferpolitik von Sportchef Frank Baumann.

Werder ist mit seiner Kaderplanung schon recht

In Martin Harnik (31), Kevin Möhwald (24) und Felix Beijmo (20) sind beim heutigen Trainingsauftakt drei neue Spieler dabei. Der vierte, Japans Nationalspieler Yuya Osako (28), stößt nach der Weltmeisterschaft später dazu. Heißt: Im Vergleich zu den Vorjahren ist Werder mit seiner Kaderplanung schon recht weit. Zwar gibt es noch (mindestens) drei offene Planstellen im Aufgebot – zwei Mittelfeldspieler und ein Ersatztorwart sollen noch kommen –, ein ernsthafter Grund zur Sorge ist das momentan aber nicht.

Schließlich ist nach dem Abgang von Thomas Delaney (für 22 Millionen Euro nach Dortmund) genügend Budget vorhanden, um entsprechend nachzurüsten. Nachdem Baumann direkt zu Beginn der Transferphase Harnik, Möhwald, Beijmo und Osako verpflichtet hatte, dürfte er nun die Entwicklung des Marktes nach der WM abwarten. Denn erfahrungsgemäß kommt das Transferkarussell nach großen Turnieren noch einmal ordentlich in Schwung, wovon auch Werder profitieren könnte. Baumann weiß, dass er noch etwas tun muss, um einen unangefochtenen Führungsspieler wie Delaney zu ersetzen. Seine bisherigen Transfers sprechen dafür, dass es ihm gelingen wird. Werders Kader könnte sich dann wirklich sehen lassen.

Felix Beijmo ist Werders jüngster Neuzugang.

Schon jetzt ist das Aufgebot eine Mischung aus etablierten Kräften und spannenden Jung-Profis wie Johannes Eggestein und Josh Sargent, auf deren großen Durchbruch Verein und Fans hoffen. Sportlich betrachtet, macht dieses Werder im Sommer 2018 Lust auf mehr, aber auch abseits des Platzes sind sie in Bremen in diesem Jahr bisher gut durch die heißen Tage gekommen.

Gute Voraussetzungen sorgen für hohe Erwartungen

Nur zur Erinnerung: Die Personalien Pizarro und Wiedwald, Junuzovics Flirt mit Trabzonspor, dazu die überraschende und sportlich wenig sinnvolle Verpflichtung des chinesischen Stürmers Yuning Zhang – im Sommer 2017 gab es an der Weser etliche „Baustellen“, die die Mannschaft bis zum Saisonstart begleitet haben. Vergleichbare brisante Themen finden sich aktuell nicht. Ganz im Gegenteil: Da ist sogar noch die Vereinslegende Thomas Schaaf, die seit dem 1. Juli als Technischer Direktor an der Spielphilosophie des Vereins mitarbeitet. Ein Name, der in Bremen immer ziehen wird. Allerdings auch ein Konzept, das nach außen – gerade in Kombination mit Kohfeldt – gut und schlüssig verkauft wurde.

Nun ist es natürlich so, dass gute Voraussetzungen für hohe Erwartungen sorgen, die wiederum eine gewisse Fallhöhe mit sich bringen. Heißt: Einen abermaligen Fehlstart in die Saison würde Werder nur schwer erklären können. Vielleicht aber gibt es ihn im Sommer 2018 auch einfach nicht.

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