Hausaufgaben an der Basis

Werder legt hohes Tempo beim Kaderumbau vor – und denkt nicht ans Nachlassen

Der SV Werder Bremen drückt beim Kader-Umbau aufs Tempo – und denkt nicht ans Nachlassen: So läuft der Transfer-Plan!

Rein kalendarisch läuft noch immer die Saison 2025/26. Zwar nur noch bis zum späten Dienstagabend, aber erst ab dem 1. Juli geht das neue Fußballjahr offiziell los. Und dann öffnet eigentlich auch erst das sommerliche Transferfenster in Deutschland. All das hindert den SV Werder Bremen aber nicht daran, bereits fleißig am eigenen Kader zu basteln.

Nach dem Fast-Abstieg soll sich einiges ändern. Wo im Vorsommer allerlei Kritik auf die Verantwortlichen wegen einer zu langsamen Personalplanung einprasselte, wird nun ein anderes Tempo an den Tag gelegt. Fünf Neuzugänge hat der SV Werder Bremen bereits verpflichtet, was die Arbeit in den kommenden Wochen nicht vereinfacht, aber zumindest etwas Druck von den Schultern nimmt.

Fünf Neuzugänge hat der SV Werder Bremen bereits für die kommende Saison verpflichtet: Karl Hein (von links), Dariusz Stalmach, Kenny Quetant, Cedric Itten und Chuki.

Werder Bremens Peter Niemeyer: „Wir haben die Intention, unseren Kader für die neue Saison so schnell wie möglich zusammenzustellen“

„Wir haben die Intention, unseren Kader für die neue Saison so schnell wie möglich zusammenzustellen, weil es sehr hilft, von Beginn an zusammenarbeiten zu können“, sagt Peter Niemeyer als Leiter Profifußball des SV Werder Bremen im Gespräch mit der DeichStube. Bislang kommen die Hanseaten bei diesem Vorhaben erstaunlich gut voran. Ab dem 12. Juli nimmt der Bundesligist die Vorbereitung in Angriff, einige Fragezeichen sind bereits verschwunden. Im Tor wurde auf den Verkauf von Mio Backhaus nach Freiburg unmittelbar mit der festen Verpflichtung der bisherigen Leihgabe Karl Hein reagiert.

Darüber hinaus gab es die Vertragsverlängerung mit Mitchell Weiser, zudem holte der SV Werder Bremen bereits Mittelstürmer Kenny Quetant aus Le Havre, Kreativspieler Chuki von Real Valladolid, Mittelfeldakteur Dariusz Stalmach aus Magdeburg sowie den bisherigen Düsseldorfer Angreifer Cedric Itten. Letzterer ist aktuell noch mit der Schweiz bei der Weltmeisterschaft im Einsatz und wird folglich im Anschluss an das Turnier-Aus und einem dreiwöchigen Urlaub erst später bei seinem neuen Arbeitgeber auftauchen.

Werder Bremens Peter Niemeyer über Cedric Itten: „Er verfügt über viel Erfahrung, hat große Qualitäten in der Box und ist ein guter Anspielpunkt“

Die Vorfreude auf den WM-Fahrer ist aber schon jetzt groß. „Cedric bringt allein durch sein Auftreten eine Komponente und Qualität mit, die wir so bisher nicht im Kader hatten“, lobt Peter Niemeyer den 29-jährigen Neuzugang des SV Werder Bremen. „Er verfügt über viel Erfahrung, hat große Qualitäten in der Box und ist ein guter Anspielpunkt für seine Mitspieler. Darüber hinaus ist er ein guter Typ, der bestens in die Mannschaft passen wird.“

Doch nicht nur Cedric Itten allein zaubert dem 42-Jährigen ein Lächeln auf die Lippen. „Mit jedem einzelnen Neuzugang, den wir bislang haben, sind wir sehr zufrieden“, betont Peter Niemeyer. „Denn: Alle werden uns weiterhelfen, ganz egal ob junger oder schon etwas reiferer Spieler.“

Nun ist der Wunsch nach einer schnellen Kaderzusammenstellung das eine, die Umsetzung noch einmal etwas ganz anderes. Gelegenheiten müssen sich ergeben, günstig sollten sie im Idealfall auch noch sein – und eine Prise Glück spielt ebenfalls immer eine Rolle. „Es wurde eine gute Vorarbeit in den vergangenen Monaten geleistet, von der wir jetzt profitieren“, sagt der Leiter Profifußball des SV Werder Bremen.

Transfer-Plan: Im Sturm, Tor, zentralen Mittelfeld und auf der Außenbahn will Werder Bremen sich noch verstärken

Und von der weiterhin profitiert werden soll. Denn Werder Bremen ist noch lange nicht am Ende seiner Bemühungen. Ein zusätzlicher Mann für den Sturm soll kommen, ein Ersatzkeeper fehlt noch, im Mittelfeld haben Leonardo Bittencourt sowie Cameron Puertas Lücken hinterlassen.

Und auch auf der Außenbahn herrscht weiterhin Bedarf, nachdem zuletzt aus der anvisierten Verpflichtung von Elversbergs Lasse Günther nichts wurde. Ob bei der bisherigen Southampton-Leihgabe Yukinari Sugawara nach dessen WM-Teilnahme noch einmal eine Tür aufgeht, ist fraglich, aber nach DeichStube-Informationen ist Werder Bremen weiterhin dran an der Personalie.

Wie auch an Innenverteidiger Oskar Wojcik. Mit dem Polen sowie dessen Club KS Cracovia gab es bereits Gespräche über einen Transfer, doch die Verantwortlichen des SV Werder Bremen fahren auch in diesem Mannschaftsteil mehrgleisig und prüfen verschiedene Optionen. Schließlich müssen Fußball-Chef Clemens Fritz und Co. weiterhin genauestens abwägen, wie viel Geld wo investiert werden kann.

Werder Bremen schafft mit vielen frühen Transfers eine breite Basis, auf der nun nach sogenannten Soforthilfen gesucht werden kann

Nichtsdestotrotz: Werder macht seine Hausaufgaben und schafft in diesen Tagen eine breite Basis, auf der nun nach sogenannten Soforthilfen gesucht werden kann, die benötigt werden. Und die dann womöglich jene Aufbruchstimmung erzeugen, die sich durch die bisherige Transferbilanz ganz behutsam aufbaut. Bis zum 1. September darf der SV Werder Bremen am Kader feilen.

In der Vergangenheit wurden vergleichbare Termine ausgereizt, etliche Leihgaben waren Teil des Plans. In diesem Jahr ist das anders. Werder Bremen ist aktiv, will früh Werte schaffen, auch beim Nachwuchs, wo es schon einige Transfers mit perspektivischem Hintergedanken gab. Es ist eine Weichenstellung, die keine Siege garantiert – die Chancen darauf aber erhöhen könnte.  

Rubriklistenbild: © Imago/Christian Schroedter/Pressinphoto/Jan Huebner/PsnewZ/Nordphoto

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