Ex-Profi und Werder einigen sich

Werder einigt sich mit Wiese, aber ein Verbot bleibt weiter bestehen

Außergerichtliche Einigung: Der Rechtsstreit zwischen Tim Wiese und dem SV Werder Bremen über die Rechtsmäßigkeit des verhängten Stadionverbots ist beendet.
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Außergerichtliche Einigung: Der Rechtsstreit zwischen Tim Wiese und dem SV Werder Bremen über die Rechtsmäßigkeit des verhängten Stadionverbots ist beendet.

Tim Wiese hat vor dem Landgericht Bremen gegen den SV Werder Bremen geklagt, weil der frühere Keeper das gegen ihn verhängte Stadionverbot nach Rassismus-Vorwürfen als nicht rechtens erachtete. Jetzt haben sich beide Parteien außergerichtlich geeinigt - doch ein Verbot bleibt weiter bestehen.

Bremen – Die fast schon unendliche Geschichte im Rechtsstreit zwischen dem SV Werder Bremen und Tim Wiese vor dem Landgericht Bremen hat nun doch ein abruptes Ende gefunden: Beide Parteien einigten sich einen Monat vor dem nächsten Prozesstermin außergerichtlich auf einen Vergleich und folgten damit einer Empfehlung der Richterin Dr. Wiebke Wesser. Ex-Werder-Keeper Wiese hatte die Rechtmäßigkeit des im März 2023 gegen ihn verhängten Stadionverbots (galt bis Ende 2023) angezweifelt und war deshalb vor Gericht gezogen. Mit einem Urteil zu seinen Gunsten wollte er vor allem sein angekratztes Image aufpolieren. Schließlich ging es bei den Vorwürfen um Rassismus, der 42-Jährige soll beim Heimspiel gegen Bayer Leverkusen am 12. März 2023 zwei Servicekräfte im VIP-Bereich des Weserstadions rassistisch beleidigt haben. Wiese widerspricht dieser Darstellung und bot in dem Prozess Zeugen auf, die ihn darin bestätigten.

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Werder Bremens Tarek Brauer: „Da das Stadionverbot längst ausgelaufen ist, war ein Vergleich für uns der pragmatisch richtige Weg“

„Das Stadionverbot ist ja inzwischen längst ausgelaufen, so dass es uns wenig sinnvoll erschien, den Rechtsstreit fortzusetzen. Auch das Gericht hat beiden Parteien nahegelegt, den Rechtsstreit durch einen Vergleich zu beenden. Für uns hat dies insbesondere den Vorteil, dass wir uns nicht mehr alle drei, vier Monate medial dazu äußern und uns intern mit dem Thema beschäftigen müssen“, berichtete Tarek Brauer, Geschäftsführer des SV Werder Bremen, auf Nachfrage der DeichStube und erklärte weiter: „Von den vor Gericht vernommenen Zeugen gab es widersprüchliche Aussagen und wie so oft in solchen Fällen ist eine vollständige Aufklärung schwierig. Da das Stadionverbot – wie gesagt – längst ausgelaufen ist, war ein Vergleich daher für uns der pragmatisch richtige Weg.“

Der Vergleich sieht vor allem die Teilung der Gerichtskosten vor. Keine der beiden Seiten rückt von ihrer Einschätzung des Sachverhalts ab. Werder Bremen hatte damals nach Bekanntwerden der Vorfälle schnell reagiert und ein Verfahren für ein Stadionverbot eingeleitet und dieses dann auch ausgesprochen. Zudem wurde Ex-Profi Tim Wiese aus der offiziellen Traditionsmannschaft des SV Werder verbannt, er durfte nicht mehr für die Grün-Weißen das Tor hüten. Und daran wird sich auch nach dem Vergleich vorerst nichts ändern. „Ob Tim Wiese wieder für unsere Traditionsmannschaft spielen darf, ist noch nicht abschließend geklärt. Tim Wiese hat sich öffentlich deutlich von der rechten Szene distanziert, was wir sehr begrüßen. Wenn er seinen Worten Taten folgen lässt, dann ist eine Rückkehr zu gegebener Zeit denkbar“, erklärte Tarek Brauer.

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Ob Tim Wiese künftig wieder für die Traditionsmannschaft des SV Werder Bremen spielen darf, ist laut Tarek Brauer noch offen

Der Fall Tim Wiese hat eine unangenehme Vorgeschichte. Nachdem Bilder vom ehemaligen Nationalspieler mit einschlägig bekannten Personen aus dem rechten Milieu aufgetaucht waren, distanzierte sich Werder Bremen von seinem ehemaligen Spieler und sprach im Herbst 2022 erstmals ein Spielverbot für die Traditionsmannschaft aus. Wiese selbst beteuerte öffentlich, keine rechte Gesinnung zu haben und wurde von Werder begnadigt. Doch es blieben Zweifel, weshalb Wiese nur auf Bewährung im Team der Werder-Legenden aktiv sein durfte. Das Thema hatte sich dann im Frühjahr 2023 erledigt, als die Vorwürfe beim Heimspiel bekannt wurden. Die beiden Servicekräfte hatten sich unabhängig voneinander an ihre Vorgesetzten gewandt, das brachte den Stein ins Rollen.

Durch den Vergleich ist die Geschichte nun zwar beendet, aber nur vor Gericht. Werder Bremen dürfte weiter auf Distanz zu Tim Wiese bleiben und ihn – anders als viele weitere Ex-Profis – in keinerlei Aktivitäten rund um den Club einbinden. Heimspielbesuche sind ihm seit dem 1. Januar 2024 wieder gestattet. Wiese wurde vor seinem Stadionverbot auch regelmäßig von Sponsoren und Freunden in Logen eingeladen. In diesem Jahr ist er aber noch nicht im Weserstadion gesehen worden. Eine Anfrage der DeichStube, sich zu dem Thema zu äußern, ließ Wiese unbeantwortet. (kni)

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