Nach Leihspieler-Posse

Protest gegen Werder-Sportchef: „Fritz verleihen“-Plakat in der Ostkurve

Nach der Leihspieler-Posse bei Werder Bremen übten die Fans zum Spiel gegen Eintracht Frankfurt Kritik an Sportchef Clemens Fritz. So fällt die erste Reaktion aufs „Fritz verleihen“-Banner aus.

Bremen – Die Ausmaße aus dem Jahr 2021 hatte der Protest keinesfalls erreicht – und doch war es eine besondere Szene, die es so länger nicht im Weserstadion gegeben hatte. Anders als damals, als kurz nach dem Abstieg des SV Werder Bremen und einer 1:4-Heimklatsche gegen den SC Paderborn lautstarke Gesänge gegen den damaligen Sportchef Frank Baumann durch die Arena hallten, war dieses Mal lediglich ein Banner in der Ostkurve zu sehen. Aber eines, das in seiner Deutlichkeit unmissverständlich war. „Fritz verleihen“ stand darauf geschrieben – damit griffen die Fans den jüngsten Leihspieler-Fauxpas auf, der den Verein beschäftigt hatte. Aber nicht nur den. Das Spruchband einer Ultragruppierung zeugte auch davon, wie groß die Unzufriedenheit über Personal-Entscheidungen des aktuellen Fußball-Chefs mancherorts ist.

Fans des SV Werder Bremen hielten vor dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt in der Ostkurve ein kritisches Banner hoch: „Fritz verliehen“

Werder Bremen-Sportchef Clemens Fritz nach Leih-Fauxpas in der Kritik - Fans zeigen „Fritz verleihen“-Banner

„Ich habe das auch gesehen“, sagte Peter Niemeyer, der als Leiter Profifußball einer der ganz engen Vertrauten von Clemens Fritz ist. „Die Fans dürfen natürlich zeigen, was sie wollen und ihre freie Meinung haben.“ Der 42-Jährige sah den Protest auch keineswegs allein gegen seinen Kollegen gerichtet, sondern betonte, dass die Kritik sicherlich „ganzheitlich zu sehen“ sei. Fritz selbst hatte bereits im Vorfeld des Heimspiels von Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt (3:3) noch einmal über den Leih-Irrtum gesprochen, der erst durch das Branchenportal „transfermarkt.de“ aufgeklärt und später auch öffentlich gemacht worden war. „Darüber wurde die Woche schon genug gesprochen. Es war ein internes Missverständnis, das uns nicht passieren darf“, wiederholte der Ex-Profi am „Sky“-Mikrofon. „Den Schuh ziehe ich mir auch an. Es ist sicherlich unangenehm, deshalb war es auch wichtig, dass wir intern darüber gesprochen und es aufgearbeitet haben. Wir sitzen alle in einem Boot, wollen alle das Bestmögliche für Werder Bremen – und daran arbeiten wir.“

Aufsichtsrat reagiert auf Leihspieler-Posse bei Werder Bremen gelassen - es gibt sogar Lob für Clemens Fritz

Trotz der öffentlichen Turbulenzen beschäftigte sich der Aufsichtsrat des SV Werder Bremen recht gelassen mit der Angelegenheit. „Natürlich ist es immer besser, wenn man fehlerlos agiert. Aber wer kann das von sich behaupten? Clemens Fritz hat die Angelegenheit bereits transparent aufgearbeitet und die Verantwortung dafür übernommen“, sagte Gremiums-Vorsitzender und Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald der „Bild“. „Mit Blick auf die Konsequenzen dieses kommunikativen Missverständnisses ist für uns im Aufsichtsrat die Frage wichtig: Welche Auswirkungen hatten die falschen Annahmen auf die Transferaktivitäten? Und da muss man klar sagen: Keine, denn es ist aufgrund dessen kein Transfer nicht zustande gekommen.“ Der 65-Jährige lobte sogar: „Im Sommer hat die Geschäftsführung ganz bewusst eine größere Veränderung im Kader vorgenommen, um neue Impulse zu setzen und den Kader zu verjüngen und um so auch Werte zu schaffen, was mit Mio Backhaus, Karim Coulibaly und Patrice Covic sehr gut gelungen ist.“ Und weiter: „Wir sind überzeugt, dass die sportlich Verantwortlichen die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur bringen werden.“ (mbü/dco)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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