Vor Bayern-Spiel

Feuer im Werder-Training: Wie Thioune das Team wieder in die Spur bringen will - Friedl meckert mit Kollegen

Im Training des SV Werder Bremen ist richtig Feuer: Trainer Daniel Thioune arbeitet aktiv mit der Mannschaft, Kapitän Marco Friedl schimpft mit den Kollegen.

Nach sage und schreibe elf Spielen ohne Sieg bekommt es der SV Werder Bremen im Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) nun auch noch mit dem FC Bayern München zu tun. Klar ist: Spätestens nach dem ungleichen Duell mit dem Rekordmeister müssen die kriselnden Grün-Weißen in den direkten Duellen gegen St. Pauli, Heidenheim, Union Berlin, Mainz und Wolfsburg endlich zurück in die Erfolgsspur finden. Denn die Zeit drängt, und die Abstiegssorgen rund um den Osterdeich werden nach dem Absturz auf den Relegationsplatz immer größer. Trainer Daniel Thioune kämpft nach seinem missglückten Debüt gegen den SC Freiburg (0:1) dagegen an. Im Training am Mittwoch steckte ordentlich Dampf, auch weil sich der 51-Jährige unter den Augen von Sportchef Clemens Fritz und Leiter Profifußball Peter Niemeyer mächtig ins Zeug legte, immer wieder lautstarke Kommandos gab und korrigierend eingriff.

Kapitän Marco Friedl meckerte mit Julian Malatini, er und Trainer Daniel Thioune hatten im Training des SV Werder Bremen einiges zu korrigieren.

Werder Bremen-Trainer Daniel Thioune aktiv im Training - Marco Friedl unzufrieden mit Trainingsspiel

Dabei stach sofort ins Auge, wie unterschiedlich Neu-Trainer Daniel Thioune die Einheiten im Vergleich zu Vorgänger Horst Steffen leitet. Während der entlassene 56-Jährige seine Rolle auf dem Trainingsplatz des SV Werder Bremen überwiegend als stiller Beobachter interpretierte und die Übungen und Kommandos federführend seinem jungen Assistenten Raphael Duarte überließ, gibt der neue Mann am Seitenrand klar den Ton an. Nachdem Co-Trainer Jan Hoepner die anfänglichen Passübungen leitete, übernahm der Chef energischen Schrittes die anschließenden Spielformen und dirigierte die Angriffe immer wieder lautstark. Auf Deutsch und Englisch unterbrach, lobte und feuerte Thioune die Spieler an: „Let’s go!“ – „Push him!“ – „Spielt Fußball!“ – „Vorne drauf! Tief, tief, tief!“

Trotz Nieselregen und nasskalten Temperaturen entledigte sich der auf Betriebstemperatur gekommene Coach nach einer guten Stunde sogar seiner Winterjacke. Auch im abschließenden Trainingsspiel korrigierte Daniel Thioune, der beide Teams erneut mit einer Dreierkette gegeneinander antreten ließ, viel. Er zeigte beispielsweise Julian Malatini auf, wie dieser sich im Aufbauspiel positionieren soll. Die kurzen Pausen nutzte der Ex-HSV-Coach für Einzelgespräche mit Justin Njinmah oder Marco Friedl, der mit der Defensiv-Leistung seiner Elf, die das abschließende Trainingsspiel klar mit 1:4 verlor, überhaupt nicht einverstanden war.

So könnte die Startelf-Aufstellung des SV Werder Bremen gegen den FC Bayern München aussehen!

Werder Bremen-Kapitän Marco Friedl meckert mit Julian Malatini und Co.: „Ihr checkt es einfach nicht“

Für das gegnerische Team trafen Marco Grüll, Keke Topp und zweimal Justin Njinmah nach teilweise haarsträubenden Defensivpatzern – sehr zum Unmut des Bremer Kapitäns, den vor allem Nebenmann Malatini zu spüren bekam. „Hör einfach mal darauf, was ich dir sage“, schimpfte Marco Friedl in Richtung des Argentiniers – und redete sich kurz in Rage: „Rück ein, der Spieler da außen ist scheißegal. Ihr checkt es einfach nicht! Alle müssen das machen.“ Anschließend diskutierten beide noch gestikulierend. Positiv könnte man sagen: Es ist endlich Feuer drin bei Werder Bremen. Das ist auch zwingend nötig, um den Turnaround im Abstiegskampf zu schaffen und nach 2021 nicht erneut den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten zu müssen. (mwi)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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