Werder-Coach will keine Alibis mehr

Kohfeldt: „Ich habe das, was ich wollte“

Werder-Coach Florian Kohfeldt ist mit den bisherigen Transfers sehr zufrieden.
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Werder-Coach Florian Kohfeldt ist mit den bisherigen Transfers sehr zufrieden.

Groningen - Als Werder-Coach Florian Kohfeldt die kleine Medienrunde in der Arena von Groningen eigentlich schon verlassen hatte, da drehte er sich noch mal um zu den Journalisten: „Vergesst mir bitte den Yuya Osako nicht. Eigentlich ist das der viel wichtigere Transfer.“

Der Japaner war am Morgen in Bremen nach seinem WM-Urlaub offiziell als Neuzugang vorgestellt worden. Doch nicht mal eine Stunde später hatte das Thema Claudio Pizarro alles andere in den Schatten gestellt. Ein Transfer, der die Werder-Fans verzückt. Kohfeldt natürlich auch – und der Coach gab zudem noch eine bemerkenswerte Einschätzung der aktuellen Situation ab.

„Ich habe das, was ich wollte“, sagte Kohfeldt zu den bisherigen Transfers und machte damit Sportchef Frank Baumann „ein Riesenkompliment. Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir alles erfüllen können, was wir wollten. Von daher bin ich sehr zufrieden mit der Kaderzusammensetzung.“ Es ist selten, dass sich ein Trainer so positiv äußert.

Werder-Coach Kohfeldt: „Ich will keine Alibis mehr“

Kohfeldt setzt sich damit eigentlich selbst unter Druck. Denn funktioniert dieser Kader nun nicht, wird der 35-Jährige zwangsläufig in den Fokus der Kritik geraten. „Das weiß ich“, sagte er ganz entspannt: „Wir haben mit den Führungsspielern gesprochen, wie wir uns entwickeln wollen. Ich will keine Alibis mehr. Wir haben alles realistisch eingeordnet. Wir spielen aber jetzt auch nicht um die Champions League oder so was.“

Ein genaues Saisonziel gibt es noch nicht. Aber natürlich will Werder nach fünf Jahren im Abstiegskampf endlich mal eine entspanntere Saison erleben und in der oberen Tabellenhälfte landen. Es darf auch gerne mehr sein. Die Erwartungshaltung der Fans ist schon enorm, in Groningen sangen die über 1.000 mitgereisten Anhänger schon vom Europapokal.

Fotostrecke zum Werder-Testspiel gegen den FC Groningen

Werder Bremen testete am Sonntag gegen den FC Groningen.
Werder Bremen testete am Sonntag gegen den FC Groningen. © gumzmedia
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Werder Bremen testete am Sonntag gegen den FC Groningen.
Werder Bremen testete am Sonntag gegen den FC Groningen. © gumzmedia
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Werder Bremen testete am Sonntag gegen den FC Groningen.
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Werder Bremen testete am Sonntag gegen den FC Groningen.
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Werder Bremen testete am Sonntag gegen den FC Groningen.
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Werder Bremen testete am Sonntag gegen den FC Groningen.
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Werder Bremen testete am Sonntag gegen den FC Groningen.
Werder Bremen testete am Sonntag gegen den FC Groningen. © gumzmedia

Für Kohfeldt ist das alles kein Problem, er genießt die Aufbruchstimmung, will damit auch seine Spieler beflügeln. Und er selbst? „Okay, jetzt ist Druck da, dass wir es umsetzen müssen“, gestand der Fußball-Lehrer: „Aber das ist doch ein viel besseres Gefühl, als wenn ich hier stehen würde, mich Richtung Kabine umdrehen und dann sagen würde: Hmm, okay.“ Letztlich sei das Prozedere doch identisch. „Wenn ich vier Mal verliere, habe ich den gleichen Druck. Also ist es so doch viel angenehmer.“

Kohfeldt strahlte. Nach den letzten Tagen verwundert das nicht. Am Freitag wurde der Rekordtransfer von Davy Klaassen (13,5 Millionen Euro Ablöse) endgültig eingetütet. Am Sonntag folgte Claudio Pizarro (ablösefrei). Und davor waren schon Osako (sechs Millionen), Felix Beijmo (drei Millionen), Martin Harnik (zwei Millionen Euro) und Kevin Möhwald verpflichtet worden. Ein zweiter Torwart ist bereits im Anflug, und ein Sechser als Backup von Philipp Bargfrede wird noch gesucht. Da denkt kaum noch jemand daran, dass in Thomas Delaney, Zlatko Junuzovic und Ishak Belfodil auch drei namhafte und zum Teil auch sehr beliebte Spieler gegangen sind.

Pizarro soll nicht zu groß gemacht werden

Beim Thema Beliebtheit kann Pizarro mehr als mithalten – und das gilt nicht nur für seine Wirkung auf die Fans. „Ich habe den einen oder anderen Spieler im Bus mit einem Grinsen gesehen. Sie freuen sich auf ihn, weil er eine tolle Persönlichkeit ist“, berichtete Kohfeldt von der Fahrt nach Groningen: „Einige, die ihn noch nicht kennen, sind vielleicht sogar etwas nervös. Claudio war ja auch ein Weltklasse-Fußballer.“

Und jetzt? Pizarro wird am 3. Oktober 40 Jahre alt. Gemeinsam mit Baumann habe er sich die Kaderstruktur angeschaut, erklärte Kohfeldt. Da habe ein Typ wie Pizarro noch gefehlt. „Aber einen 26-jährigen Top-Star können wir uns nicht leisten“, betonte Kohfeldt. Deshalb sei Pizarro nun die optimale Lösung – quasi der Mann „für gewisse Spielsituationen, für die letzten zehn, 15 Minuten, wenn wir Druck machen und viel im Strafraum sind“, so der Werder-Coach.

Aber es muss nicht nur beim Joker Pizarro bleiben. „Am Ende entscheide ich nur danach, wer besser ist. Das Leistungsprinzip gilt für alle“, stellte Kohfeldt klar. Er hob auch noch hervor, dass sich Pizarro um die jungen Sturmkollegen wie Josh Sargent und Johannes Eggestein kümmern soll. Den Begriff Spielertrainer fand er dabei nicht gut. „Schnittstelle trifft es schon besser“, meinte Kohfeldt und grinste. Pizarro soll eben nicht zu groß gemacht werden.

Ende Juni bestätigte uns Berater Marc Kosicke, dass Florian Kohfeldt seinen Vertrag bei Werder Bremen über das Jahr 2021 hinaus verlängern möchte.

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