Werder-Kader im Check
Kader-Analyse zum Trainingsstart: So groß ist der Konkurrenzkampf beim SV Werder Bremen schon
Wo ist der SV Werder Bremen zum Trainingsstart schon gut aufgestellt, wo herrscht Konkurrenzkampf - und wo sollte im Kader besser noch nachgelegt werden? Eine Analyse der DeichStube.
Bremen – Vier Neuzugänge sind bereits da, weitere sollen folgen – dazu kommen (zumindest vorerst) einige Leihspieler zurück. Allerdings stehen in Nick Woltemade (VfB Stuttgart), Jiri Pavlenka (Ziel unbekannt), Christian Groß (Karriereende), Eduardo Dos Santos Haesler (Viktoria Köln) und Eren Dinkci (SC Freiburg) auch schon fünf Abgänge beim SV Werder Bremen fest. Da stellt sich die Frage, wie ist es zum Vorbereitungsstart am Wochenende um den Kader des Bundesligisten bestellt ist. Wo sind die Grün-Weißen schon gut aufgestellt, wo herrscht Konkurrenzkampf - und wo sollte besser noch nachgelegt werden? Eine Analyse der DeichStube.
Werder Bremen im Bundesliga-Kader-Check: Klare Rollenverteilung im Tor, Hauen und Stechen in der Abwehr
Tor
Zwischen den Pfosten sind die Rollen klar verteilt: Michael Zetterer (28) ist die Nummer eins beim SV Werder Bremen, Leihrückkehrer Mio Backhaus (20) übernimmt die Rolle des Herausforderers. Zetterer konnte seine Chance in der vergangenen Saison nutzen und lief dem langjährigen Konkurrenten Pavlenka, der den Verein verlassen hat, mit überwiegend starken Auftritten den Rang ab. Doch der junge Backhaus will sich keinesfalls mit dem Bankplatz begnügen und soll dem Arrivierten Druck machen. Als Nummer drei und Nachfolger von Eduardo Dos Santos Haesler wurde der erfahrene Markus Kolke (33) von Hansa Rostock verpflichtet, der die Stimmung und das Niveau im Training hochhalten soll.
Startelf-Prognose: Zetterer
Abwehrzentrum
In der von Trainer Ole Werner favorisierten Dreierkette dürfte es spannend werden. Eigentlich ist Niklas Stark gesetzt, wenn er denn fit ist, was in der abgelaufenen Saison nur in gerade einmal der Hälfte aller Spiele der Fall war. Gleiches gilt für Werder Bremens Kapitän Marco Friedl, der vor allem im letzten Halbjahr starke Leistungen zeigte und seinen Platz im Abwehrzentrum sicher haben dürfte. Auch der häufig unterschätzte Anthony Jung hatte in der abgelaufenen Spielzeit einen Stammplatz auf der linken Seite inne, seine Ruhe und Abgeklärtheit tat der Mannschaft gut. Als Herausforderer um einen Platz in der Dreierkette dürften EM-Fahrer Milos Veljkovic, der wieder genesene Amos Pieper sowie Julian Malatini ins Rennen gehen.
Startelf-Prognose: Stark, Friedl, Jung
Kader-Check beim SV Werder Bremen: In diesen Mannschaftsteilen herrscht noch Handlungsbedarf
Außenbahnen
Hier herrscht auf jeden Fall noch Handlungsbedarf. Gesucht wird nach einem jungen Herausforderer für Mitchell Weiser, der nach seiner erneut starken Saison inklusive überraschender Vertragsverlängerung auf der rechten Seite weiter gesetzt sein wird. Auf der linken Seite dürfte der wiedererstarkte Felix Agu, der seinen Vertrag bei Werder Bremen ebenfalls verlängern soll, die Nase vorne haben, wenn sich Konkurrent Olivier Deman nicht erheblich steigert. Startelf-Prognose: Weiser und Agu
Defensives Mittelfeld
Routinier Christian Groß hat seine Schuhe an den Nagel gehängt, sein Nachfolger ist in Senne Lynen aber längst gefunden. Der Belgier überzeugte zuletzt immer mehr und dürfte auch in der neuen Saison wieder ein wichtiger Faktor als Bindeglied zwischen Defensive und Offensive sein. Je nach taktischer Ausrichtung (alleiniger Sechser oder Doppelsechs) könnte auch der fest verpflichtete Skelly Alvero neben Lynen oder weiter vorne auf der Achterposition auflaufen. Gleiches gilt für Jens Stage und Leonardo Bittencourt, sollten sie Werder Bremen nicht noch überraschend verlassen. Talent Dikeni Salifou (zurück nach Leihe an Juventus Turin) wird intern eher noch keine tragende Rolle zugetraut. Für ihn wird ein (Leih-)Abnehmer gesucht. Startelf-Prognose: Lynen
Werder Bremens Mittelfeld und Angriff im Kader-Check: Kein Weg vorbei an Romano Schmid
Achterposition / offensives Mittelfeld
An EM-Fahrer Romano Schmid, der zuletzt auf hohem Niveau performte und obendrein mit einem Marktwert von zehn Millionen Euro als wertvollster Werder-Spieler gilt, führt kein Weg vorbei. Daneben wird es spannend: Wenn Werder 4,75 Millionen Euro (plus mögliche Boni in Höhe von 1,5 Millionen Euro) für einen Spieler an Ablöse bezahlt, dann ist dieser mindestens ein ganz heißer Anwärter auf einen Stammplatz - Skelly Alvero von Olympique Lyon darf sich also berechtigte Hoffnungen auf viel Spielzeit machen. Das gilt auch für den laufstarken Jens Stage, der einst für 4 Millionen Euro vom FC Kopenhagen an die Weser kam. Dahinter lauern noch Leonardo Bittencourt, Isak Hansen-Aaröen, der sich für höhere Aufgaben empfehlen will – und theoretisch ja auch Naby Keita. Dass der Guineer eine neue Chance in Bremen bekommt, ist aber äußerst unwahrscheinlich. Werder Bremen will den suspendierten Ex-Liverpool-Star weiterhin loswerden. Dabei könnte Keitas mögliche Olympia-Teilnahme mit Guinea helfen. Für den Nationalspieler könnte womöglich ein neuer offensiver Mittelfeldspieler verpflichtet werden. Prognose: Schmid und Alvero
Sturm
Wenn Marvin Ducksch den SV Werder Bremen im Sommer nicht noch verlassen sollte, dürfte der Topscorer der vergangenen Saison (zwölf Tore, zehn Vorlagen) auch in der neuen Spielzeit nicht zur Diskussion stehen – zumindest nicht intern. Ducksch genießt weiter das volle Vertrauen von Trainer Ole Werner. Neben dem 30-Jährigen dürfte auch Justin Njinmah als die Entdeckung der vergangenen Saison beste Karten haben, zur Stammkraft zu werden. Spannend wird es, zu sehen, welche Rollen der schnelle Marco Grüll (kommt von Rapid Wien) und Rückkehrer Keke Topp (FC Schalke 04) schon einnehmen können. Dawid Kownacki muss sich nach seiner enttäuschenden, torlosen Premierensaison bei Werder wohl weiter hintanstellen. Möglich auch, dass er noch wechselt. Noch schlechter sind die Aussichten von Leihrückkehrer Oliver Burke, der abgegeben werden soll. Jung-Profi Joel Imasuen ist derweil für die U23 vorgesehen. Falls Werder neben Burke noch einen Stürmer abgeben sollte, könnte auch in der Abteilung Attacke noch einmal nachgebessert werden. Prognose: Ducksch und Njinmah (mwi)