Ungewohnte Rolle
„So wird man nie gute Ergebnisse hinbekommen“: Aushilfs-Innenverteidiger Lynen über seine Rotation und Werders Probleme
Senne Lynen musste gegen die TSG Hoffenheim beim SV Werder Bremen als Innenverteidiger ran. Wie er seine und die Team-Leistung bewertet.
Der Blick in die Statistik kann schnell trügerisch sein. Der SV Werder Bremen hatte am Dienstagabend 102 Zweikämpfe gewonnen und gegen Hoffenheim lediglich deren 89 verloren. Auch beim Ballbesitz lagen die kriselnden Norddeutschen vorn (57 zu 43 Prozent), ebenso wie bei der Passquote (81 zu 76 Prozent). Doch beim zentralen Fakt, nämlich den Toren, stand es 0:2 aus ihrer Sicht. „Es war das erste Mal so, dass Hektik in die Abschlüsse gekommen ist. Ich hatte das Gefühl, dass sich die Jungs durch das 0:2 mehr unter Druck gesetzt haben und in Stress geraten sind“, hatte Trainer Horst Steffen beobachtet. Doch auch vorher hakte es schon. „Hoffenheim hat es sehr gut gemacht, so dass unsere Abläufe nicht funktioniert haben. Wir wollten immer flach herausspielen, haben dann aber in ihr Pressing gespielt und nicht die Lösungen gefunden, die wir sonst zuletzt hatten.“
Aushilfs-Innenverteidiger Senne Lynen hadert mit Leistung des SV Werder Bremen gegen die TSG Hoffenheim
Nun hatte Werder Bremen einige personelle Umbauten zu verkraften, die durchaus schädlich für eine noch immer brüchige Struktur sein können. Kapitän Marco Friedl fehlte wegen einer Gelbsperre, weshalb Senne Lynen ins Abwehrzentrum rückte. Anstelle des Belgiers war Cameron Puertas im Mittelfeld unterwegs, darüber hinaus vertrat Julian Malatini erneut den verletzten Amos Pieper, Olivier Deman ersetzte den lädierten Isaac Schmidt. Weitgehend ordentlich zogen sich die Protagonisten dabei aus der Affäre – mehr aber eben auch nicht.
Den vielleicht schwierigsten Rollentausch hatte Senne Lynen zu meistern, der hinterher zugab: „Es war ganz anders. Hoffenheim läuft vorne sehr intensiv an, weshalb ich hinten nicht so viel Zeit hatte, um die Bälle genau zu spielen. Da fehlt sicherlich ein bisschen die Erfahrung auf dieser Position.“ Coach Steffen attestierte dem 26-Jährigen zwar einen „ordentlichen Part“, doch Lynen selbst meinte: „Wenn man zwei Tore kassiert, ist es nie schön für einen Innenverteidiger. Aber ich habe versucht, für die Mannschaft mein Bestes zu geben.“ Umso mehr wurmte ihn, wie beispielsweise der zweite Gegentreffer des SV Werder Bremen zustande kam. In Überzahl wohlgemerkt. „Wie es passieren konnte, weiß ich nicht, aber dass es zu billig und einfach war, ist klar“, monierte Lynen. „Das ist zu wenig – und so wird man nie gute Ergebnisse hinbekommen.“ (mbü)
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