Harte Entscheidung wiederholt
Bittencourt bleibt außen vor – Werder-Coach Steffen betont: „Für mich ist klar, dass ich auch mutige Entscheidungen treffe“
Leonardo Bittencourt wurde erneut nicht in den Spieltagskader des SV Werder Bremen berufen. Trainer Horst Steffen gibt eine vage Erklärung ab.
Bremen – Beim 0:3 in Dortmund hatte er bereits die unliebsame Rolle als Zuschauer einnehmen müssen, und auch beim 3:3 gegen Eintracht Frankfurt wurde sie Leonardo Bittencourt nicht los. Zum zweiten Mal in Folge war der 32-jährige Routinier von Cheftrainer Horst Steffen nicht in den Spieltagskader des SV Werder Bremen berufen worden, was nach der Partie gegen die Hessen am Freitagabend erneut großes Thema war.
Leonardo Bittencourt bei Werder Bremen ausgebootet - nach Winter-Abgang sieht es aber weiter nicht aus
„Für mich sind es sportliche Themen, die ich bewerte“, sagte Steffen auf die Frage, was in seinen Augen aktuell gegen eine Nominierung Bittencourts spricht. Es folgte der allgemeine Hinweis: „Die Jungs sind weiterhin gefordert, im Training Gas zu geben und sich zu zeigen.“ Was fraglos für alle Spieler gilt, klar. Den Fall Leonardo Bittencourt aber nicht gänzlich vom Tisch wischen kann – schließlich zählte der gebürtige Leipziger bei Werder Bremen (auch unter Horst Steffen) bisher immer zum Kader, wenn er nicht gerade verletzt oder gesperrt war. Dass plötzlich längst aussortierte Spieler wie Skelly Alvero den Vorzug erhalten, ist zumindest bemerkenswert.
Leonardo Bittencourt soll darüber jedenfalls mehr als verärgert sein, was für den Coach nicht ohne Risiko ist: Schließlich hat das Wort des erfahrenen Profis in der Kabine nach wie vor großes Gewicht. Nach einem plötzlichen Umdenken, sprich: einem Winter-Abgang Bittencourts, der Werder Bremen im Sommer ohnehin verlassen wird, sieht es nach Informationen der DeichStube derzeit aber nicht aus.
Werder Bremen-Trainer Horst Steffen trifft „mutige Entscheidungen“: „Dass ich dann womöglich nicht populär bin, nehme ich in Kauf“
„Als Trainer darf ich Dinge so entscheiden, wie ich es für richtig halte“, hob Steffen nach dem 3:3 gegen Eintracht Frankfurt unmissverständlich hervor. „Für mich ist klar, dass ich auch mutige Entscheidungen treffe. Das erwarte ich ja auch von den Spielern. Dass ich dann womöglich nicht populär bin, nehme ich in Kauf.“ Im bisherigen Saisonverlauf hatte Steffen bereits mit anderen Personalentscheidungen für Unmut bei Spielern des SV Werder Bremen gesorgt, etwa bei Kapitän Marco Friedl, der lange Zeit als Linksverteidiger und nicht mehr in der Abwehrmitte zum Einsatz kam.
Dass es dadurch auch öffentlich zu Gegenwind kommt, ist für Steffen kein Problem. „Ich habe eine große Überzeugung in meine Arbeit und nehme die Dinge nicht persönlich, spitze aber natürlich immer wieder die Ohren, was links und rechts passiert“, sagte der Coach des SV Werder Bremen. Ein Vorgehen, das zumindest in Teilen des Kaders Gefallen findet. Nach dem 3:3 gegen Frankfurt erklärte Stürmer Justin Njinmah gegenüber „Sky“: „Die Mannschaft vertraut dem Trainer.“ (dco)
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