Zweiter Werder-Keeper

„Ein Luxusproblem“: Karl Hein muss trotz guter Leistungen wieder auf die Bank - wie Werder mit der Torwartsituation umgeht

Mio Backhaus ist nach überstandener Verletzung zurück im Tor des SV Werder Bremen - Karl Hein muss trotz starker Leistungen wieder auf die Bank: Wie Werder mit der Torwartsituation umgeht!

Bremen – Der SV Werder Bremen hat im Tor die Qual der Wahl. Mio Backhaus ist nach überstandener Schulterverletzung wieder fit, zeigte bei seinem Comeback gegen den 1. FC Heidenheim (2:2) eine bärenstarke Leistung. Insgesamt zehn Torschüsse wehrte der 21-Jährige ab, wurde nach dem Spiel obendrein als „Man of the Match“ und von den DeichStube-Usern zu „Werder-Spieler des Spiels“ gewählt. Werders Nummer eins gelang also eine erfolgreiche Rückkehr - was bei seinem Torwartkollegen Karl Hein sicherlich mit gemischten Gefühlen aufgenommen worden sein dürfte. Der 23-jährige estnische Nationalspieler, der vom FC Arsenal London ausgeliehen ist, hatte Backhaus in den Spielen beim FC Bayern München (0:4) und gegen den FC St. Pauli (1:0) vertreten und mit starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Eine mögliche Torwartdiskussion hatte Trainer Horst Steffen anschließend zwar bereits im Keim erstickt. Dennoch stellt sich für Werder die Frage: Wie geht der Club mit der Torwartsituation um?

Karl Hein muss trotz guter Leistungen wieder zurück auf die Bank des SV Werder Bremen, weil Stammkeeper Mio Backhaus nach überstandener Verletzung zurück ist.

Werder Bremens Clemens Fritz über Karl Hein: „Natürlich will er im Tor stehen. Wenn er den Anspruch nicht hätte, wäre er hier auch fehl am Platz“

„Vielleicht kann man das auch als Luxusproblem bezeichnen“, gab Clemens Fritz als Sportchef des SV Werder Bremen nach dem Spiel beim 1. FC Heidenheim eine erste Antwort. „Wir haben sowohl mit Mio und Karl als auch mit Kolle (Markus Kolke, Anm. d. Red.), den ich als sehr wichtig empfinde in diesem Torhüterteam, hervorragende Torhüter.“ Dass Karl Hein womöglich geknickt sein dürfte, weil er trotz guter Leistungen nicht weiter im Bremer Tor stehen darf, dafür hat Fritz Verständnis. „Jeder will spielen, das ist klar. Die Torhüterposition ist natürlich nochmal spezieller. Jeder ist enttäuscht, wenn er nicht spielt, aber es kann eben auch nur ein Keeper spielen“, sagte der 44-Jährige - und merkte an: „Karl hat einen ganz tollen Charakter, er hat das sehr erwachsen aufgenommen, aber natürlich will er auch im Tor stehen. Wenn er den Anspruch nicht hätte, wäre er hier auch fehl am Platz.“

Nach der Verpflichtung von Karl Hein war intern klar kommuniziert worden, dass der Este hinter Mio Backhaus die Position des Herausforderers einnimmt. Gleichzeitig setzten die Verantwortlichen darauf, dass Karl Hein seine Rolle nicht als reine Backup-Lösung versteht, sondern den Konkurrenzkampf im Bremer Tor von Anfang an befeuert. Eine Hoffnung, die sich bislang erfüllt hat. Trotzdem kommen beide Keeper gut miteinander klar, wie Mio Backhaus nach dem Heidenheim-Spiel verriet: „Ich glaube, dass wir wirklich ein sehr gutes Verhältnis haben, weil er auch ein sehr offener und positiver Typ ist. Wir versuchen, uns gegenseitig zu helfen im Training.“ Bis Ende Juni 2026 kann sich Hein noch am Osterdeich empfehlen, dann endet das Leihgeschäft mit Arsenal London. Dass der SV Werder Bremen den 23-Jährigen, dessen Marktwert vom Branchenportal „transfermarkt.de“ auf drei Millionen Euro geschätzt wird, dann fest von der Themse an die Weser wechselt, ist aber alles andere als ausgeschlossen - nicht zuletzt deshalb, weil Werder eine Kaufoption besitzt. (nag)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Michael Taeger

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