Werder will Gespräch suchen
Naby Keita zum Nationalteam: Werder hofft auf Rücksicht des Verbands
Naby Keita hat nach langer Verletzungspause erst kürzlich sein Debüt beim SV Werder Bremen gefeiert, wird aber weiter behutsam aufgebaut. Nun wurde der 28-Jährige ins Aufgebot der Nationalmannschaft Guineas berufen - wie die Bremer Verantwortlichen darauf reagieren.
Bremen – Sieben A-Nationalspieler stehen aktuell beim SV Werder Bremen unter Vertrag, was den Verein durchaus stolz macht. Schließlich lässt es sich als eine Art Gütesiegel verstehen, wenn Profis aus dem eigenen Kader für ihre jeweiligen Landesauswahlen nominiert werden. Mitunter kann es aber auch Probleme mit sich bringen, wie die Bremer aktuell ausgerechnet am prominentesten Beispiel erfahren: Naby Keita.
Der Topstar, der im Sommer ablösefrei vom FC Liverpool an den Osterdeich gewechselt war, wurde von Werder Bremen in den vergangenen Monaten mehr als behutsam aufgebaut, nachdem er sich während der Vorbereitung eine langwierige Adduktorenverletzung zugezogen hatte. Drei Minuten beim 2:1 gegen Köln, 21 beim 2:4 in Darmstadt – mehr Spielzeit bekam Naby Keita bisher nicht, immerhin: Die Tendenz ist klar steigend. Möglich, dass der 28-Jährige in Werders Heimspiel gegen Hoffenheim am Samstag (18.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) wiederum etwas länger auf dem Platz stehen darf, seinem Körper wieder etwas mehr Belastung zugetraut wird. Und dann? Reist Keita in der Länderspielpause zur Nationalmannschaft Guineas, deren Kapitän er ist und für die er in der Regel 90 Minuten durchspielt. Was so gar nicht zur Bremer Behutsamkeit passt.
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Werder Bremens Clemens Fritz über Naby Keita: „Wir werden nach dem Hoffenheim-Spiel mit dem Verband in den Austausch gehen“
„Wir haben mit Naby darüber gesprochen“, sagt Clemens Fritz als Leiter Profifußball des SV Werder Bremen – und schiebt sofort hinterher: „Klar ist aber auch, dass es eine Abstellungspflicht für die Vereine gibt, und natürlich werden wir ihn abstellen.“ Dass Naby Keita freiwillig auf die Testspiele gegen Togo (13. Oktober) und Guinea-Bissau (17. Oktober) verzichtet, darf eher ausgeschlossen werden. Schließlich ist er der Anführer seines Nationalteams und möchte mit diesem im kommenden Januar beim Afrika-Cup eine gute Rolle spielen.
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Bleibt Werder Bremen also im Grunde nur noch eines übrig: eine möglichst enge Absprache mit dem Verband Guineas, um Keitas Belastung auch bei der Nationalmannschaft halbwegs beeinflussen zu können. „Wir werden nach dem Hoffenheim-Spiel mit dem Verband in den Austausch gehen und schauen, was am meisten Sinn ergibt“, kündigt Clemens Fritz an. Immerhin: Eine allzu weite Reise steht Naby Keita nicht bevor. Beide Länderspiele Guineas werden in Portugal ausgetragen. (dco)