Werder-Einzelkritik
Werder in Noten gegen FC St. Pauli: Verteidigung um Kapitän Marco Friedl überzeugt
Der SV Werder Bremen hat das Bundesliga-Spiel gegen den FC St. Pauli am Samstag mit 1:0 (1:0) gewonnen. Die Spieler in der Einzelkritik - mit Noten.
Karl Hein: Die Fans haben den Esten schnell in ihr Herz geschlossen, bereits nach sieben Minuten gab es bei der ersten Rettungstat lauten Szenenapplaus. Musste sich danach lange nicht mehr auszeichnen, sondern war eher als zusätzliche Anspielstation gefragt. Empfahl sich erneut für weitere Einsätze. Note 2,5
Werder Bremen in Noten gegen FC St. Pauli: Marco Friedl und Karim Coulibaly mit starker Leistung
Yukinari Sugawara: Vergab das 2:0 in der Anfangsphase (9.), erledigte seinen Job auf der rechten Abwehrseite ansonsten wieder mit der bekannten Zuverlässigkeit. Mit wichtiger Rettungstat eine Viertelstunde vor Schluss, als die Hamburger umgestellt hatten und offensiver wurden. Note 2,5
Marco Friedl: Es spricht immer für die Verteidigung, wenn die Stürmer des Gegners völlig in der Luft hängen. Klärte kompromisslos und überlegt, dirigierte stetig seine Nebenleute. Spielte einen traumhaften Diagonalball auf Grüll, der daraus aber nichts machte (64.). Note 2
Karim Coulibaly: Setzte den Ball nach feiner Stage-Ablage weit über den Kasten (23.) und vergab so das zweite Bremer Tor. In der Defensive gewohnt abgeklärt, untermauerte einmal mehr, warum er aktuell einen Stammplatz besitzt. Note 2
Felix Agu (bis 45.): Mit guter Balance unterwegs, hinten aufmerksam und vorne immer wieder mit wertvollen Impulsen. Bitter, dass er sich bei einer Rettungstat im eigenen Strafraum am linken Knöchel verletzte, als ihm St. Paulis Martijn Kaars unglücklich in die Hacken fiel. Note 2,5
Senne Lynen: Auch dank ihm ging durchs Zentrum für die Gäste im ersten Durchgang gar nichts. Unter Druck manchmal zu langsam in seinen Aktionen, ansonsten als Sechser sehr umsichtig – ließ sich auch von zwei Kopftreffern binnen weniger Augenblicke nicht aus der Fassung bringen. Note 2,5
Werder Bremen-Noten gegen FC St. Pauli: Cameron Puertas als Balldieb, Samuel Mbangula als Torschütze
Jens Stage: Dieses Mal nicht Teil einer Doppel-Sechs, sondern im neu formierten 4-3-3-System gegen den Ball als Achter unterwegs. Bereitete stark die Coulibaly-Möglichkeit vor (23.) und wurde auch selbst gefährlich (27.). Seine dynamische Zweikampfführung schmeckte den Kiezkickern überhaupt nicht. Note 2,5
Cameron Puertas (bis 80.): In der veränderten taktischen Formation deutlich auffälliger als zuletzt, hatte als Achter viele gute Ballaktionen und gefiel auch durch sein Stellungsspiel sowie als Balldieb. Gewann allein im ersten Abschnitt starke zehn Zweikämpfe – so viele wie kein anderer Profi auf dem Platz. Note 2
Samuel Mbangula (bis 80.): Legte einen Traumstart hin und ließ die Fans mit seinem Flachschusstreffer früh jubeln (2.). Hatte später zwar noch zwei, drei gute Aktionen, so richtig auffällig war er aber nicht mehr. Hintenraus mit Ungenauigkeiten. Note 2,5
Justin Njinmah (bis 60.): Legte auf rechts über Umwege das Mbangula-Tor auf und brachte kurz darauf auch die Sugawara-Großchance auf den Weg. Wurde im weiteren Verlauf enger verteidigt, worunter sein Passspiel merklich litt. Note 3,5
Werder Bremen-Einzelkritik mit Noten gegen FC St. Pauli: Romano Schmid umtriebig und energisch
Romano Schmid: Agierte im 4-3-3 als Spitze der Bremer Offensivabteilung und stresste die Hamburger permanent. War sich aber auch nicht zu schade, energisch mit nach hinten zu arbeiten. Sein Aufwand half Werder ungemein, kurz vor Schluss mit viel Überblick bei der Covic-Möglichkeit. Note 2
Isaac Schmidt (ab 45.): Kam noch vor der Pause für Agu und fügte sich nahtlos in den Bremer Defensivverbund ein. Bei einem kleinen Stellungsfehler im Glück, dass eine Flanke der Gäste im Niemandsland landete (74.). Note 3,5
Marco Grüll (ab 60.): Nach einem tollen Friedl-Pass nicht zielstrebig genug, später noch mit einem harmlosen Schüsschen (87.). Note 4
Patrice Covic (ab 80.): Vergab bei einem Konter die Riesenchance zum ersten Profitreffer und zur Entscheidung (84.). Note -
Victor Boniface (ab 80.): Machte mit einem schwachen Pass eine aussichtsreiche Kontergelegenheit zunichte (88.) und schlenzte in der Nachspielzeit knapp vorbei. Note -
Weiter mit der Aufstellung:
Werder Bremen-Aufstellung gegen FC St. Pauli: Karl Hein bekommt nächste Chance in der Startelf – Victor Boniface auf der Bank
Welche Startelf schickt Trainer Horst Steffen im Heimspiel des SV Werder Bremen gegen den FC St. Pauli ins Rennen? Das ist die Bremer Aufstellung!
Update: Jetzt steht die Startelf-Aufstellung des SV Werder Bremen fest: Hein – Sugawara, Friedl, Coulibaly, Agu – Lynen, Stage – Schmid, Puertas, Mbangula – Njinmah.
Bremen – Unter Ole Werner lief das Abschlusstraining des SV Werder Bremen nach einem bekannten Muster ab: Nach dem obligatorischen Kreisspiel folgten ein paar Passübungen, ehe es ins Abschlussspielchen ging. Rückschlüsse auf die Startelf des kommenden Tages ließen sich daraus eher selten ableiten – höchstens anhand der teilnehmenden Spieler. Unter dem neuen Werder-Coach Horst Steffen ist das nun sogar noch schwieriger geworden, denn die Abläufe haben sich geändert. Seit dieser Saison findet die letzte Einheit vor einem Pflichtspiel grundsätzlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. „Zwei Tage vor dem Spiel ist das Training für alle öffentlich, da es dann kaum taktische Inhalte zu sehen gibt. Im Abschlusstraining proben wir dagegen gezielt Abläufe in Richtung Spiel – und das muss nicht unbedingt gefilmt und verbreitet werden“, erklärt Steffen sein Vorgehen vor dem Werder-Heimspiel gegen den FC St. Pauli (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker). Mit einem Lächeln fügt der 56-Jährige hinzu: „Wir machen am Freitag keine Zauberei, aber schon Dinge, die nicht jeder sehen sollte.“
Aufstellung gegen FC St. Pauli: Karl Hein und Karim Coulibaly dürften erneut in der Startelf des SV Werder Bremen stehen
Zaubern muss der Coach des SV Werder Bremen in dieser Woche allerdings ohnehin nicht, wenn es um die Aufstellung geht. Denn Horst Steffen steht gegen den FC St. Pauli derselbe Kader wie in der Vorwoche beim Auswärtsspiel in München zur Verfügung. Das bedeutet: Im Tor bekommt Karl Hein, aufgrund der andauernden Schulterverletzung von Stammkeeper Mio Backhaus, nach seinem starken Debüt gegen den Rekordmeister erneut die Chance, sich in der Startelf zu beweisen. Davor dürfte die Viererkette erneut aus Yukinari Sugawara (rechts) und Felix Agu (links) auf den Außenbahnen bestehen, in der Innenverteidigung führt kein Weg an Kapitän Marco Friedl vorbei, und neben ihm hat der formstarke Youngster Karim Coulibaly wohl weiterhin die Nase vorn. Niklas Stark ist weiterhin verletzt, Amos Pieper müsste demnach erneut auf die Bank.
Auch im Mittelfeld sind keine größeren Veränderungen in der Startelf des SV Werder Bremen zu erwarten. Auf der Doppelsechs dürften gegen den FC St. Pauli wie gewohnt Senne Lynen und Jens Stage beginnen. In der offensiven Dreierreihe ist Samuel Mbangula auf der linken Seite gesetzt, während es spannend bleibt, wie Romano Schmid und Cameron Puertas aufgeteilt werden. Beide fühlen sich in der Zentrale am wohlsten – zuletzt musste Schmid in München auf die Außenbahn ausweichen, was ihm nicht leichtfiel. Dennoch spricht viel dafür, dass es zu Beginn erneut auf diese Rollenverteilung hinausläuft. Im Sturm könnte Marco Grüll den Vorzug vor Justin Njinmah erhalten. Victor Boniface hingegen dürfte, wie schon in den vergangenen Partien, zunächst auf der Bank Platz nehmen. (bvo)
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