Werder-Saisonzeugnis - Teil 1

Backhaus glänzt – viele Abwehrspieler bleiben wechselhaft: Das große Werder-Saisonabschlusszeugnis, Teil 1

Wie haben sich die Profis des SV Werder Bremen in der Saison 2025/26 geschlagen? So fällt das Zeugnis für die Spieler aus - Teil 1: Tor und Abwehr!

Unter dem Strich steht der Klassenerhalt – nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Mit gerade einmal 32 Punkten spielte der SV Werder Bremen zwar die drittschlechteste Bundesliga-Saison seiner Vereinsgeschichte, bestraft wurde die enttäuschende Spielzeit am Ende dennoch nicht mit dem Abstieg. Wie schnell es in diesem Jahr allerdings hätte runtergehen können, zeigt das Beispiel des VfL Wolfsburg. Beim SVW hat die Saisonanalyse daher längst begonnen und bereits erste Konsequenzen hervorgebracht. Im Kader wird ein größerer Umbruch erwartet – nach den gezeigten Leistungen erscheint dieser auch notwendig. Im großen Saisonabschlusszeugnis blickt die DeichStube darauf zurück, wie sich die Werder-Profis in der zurückliegenden Spielzeit geschlagen haben. Während sich Teil eins wie gewohnt mit den Torhütern und Abwehrspielern beschäftigt, geht es in Teil zwei ums Mittelfeld (hier lesen), ehe der Sturm im dritten Teil (hier lesen) den Abschluss bildet.

Wie haben sich die Profis des SV Werder Bremen in der Saison 2025/26 geschlagen? So fällt das Zeugnis für die Mio Backhaus (von links), Amos Pieper, Marco Friedl, Karim Coulibaly, Olivier Deman und Co. aus - Teil 1: Tor und Abwehr!

Werder Bremen-Saisonabschlusszeugnis: Torwart Mio Backhaus spielt eine starke erste Bundesliga-Saison

Tor

Mio Backhaus: Der 22-Jährige spielte eine erste Bundesliga-Saison, die ihn aufgrund seiner starken Leistungen zu einem der wertvollsten Torwart-Transfers im deutschen Oberhaus macht. Bis zu 15 Millionen Euro kassiert der SV Werder Bremen für den deutschen U21-Nationalkeeper, der künftig beim SC Freiburg das Tor hüten soll. Spätestens in der Rückrunde entwickelte sich Backhaus trotz der am Ende für ihn 56 Gegentore zum absoluten Rückhalt der Mannschaft und war einer der wenigen echten Lichtblicke dieser Werder-Saison. Einzig sein schwerer Patzer bei der Niederlage am Millerntor gegen den FC St. Pauli (Note 5,5) bleibt als negativer Höhepunkt hängen. Ansonsten zeigte Backhaus mehrfach starke Leistungen – etwa gegen Wolfsburg, Stuttgart oder Dortmund (jeweils Note 1,5) – und hatte damit großen Anteil am Klassenerhalt der Bremer.

Durchschnittsnote der DeichStube: 2,9
Einsätze: 32
Gespielte Minuten: 2.880

Werder Bremen-Saisonabschlusszeugnis: Hinter Kapitän Marco Friedl liegt ein wechselhaftes Jahr

Abwehr

Marco Friedl: Hinter Werders Kapitän liegt ein wechselhaftes Jahr. Während Friedl in der Hinrunde häufig auf der ungeliebten Linksverteidigerposition aushelfen musste, kam der österreichische Nationalspieler seit dem Winter wieder verstärkt in der Innenverteidigung zum Einsatz. Dort zeigte er insbesondere bei den Siegen des SV Werder Bremen in Berlin und Wolfsburg (jeweils Note 2) ansprechende Leistungen und ging auch mit seiner Körpersprache voran. Dennoch blieb der gebürtige Kirchbichler nicht fehlerfrei. Besonders seine frühe Rote Karte in Köln sowie sein schwacher Auftritt nach kurzer Verletzung gegen Augsburg (Note 5,5) fallen negativ auf.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,4
Einsätze: 30
Gespielte Minuten: 2.639

Karim Coulibaly: Der junge Innenverteidiger gehörte in der Hinrunde noch zu den wenigen Gewinnern im Kader des SV Werder Bremen und stand nahezu durchgehend über 90 Minuten auf dem Platz. In der Rückserie wurde die Saison des gebürtigen Hamburgers allerdings wechselhafter. Eine Oberschenkelverletzung bremste ihn zeitweise aus, dazu hinterließen die erste Profi-Saison und die anhaltenden Gerüchte um einen möglichen Millionen-Transfer im Sommer sichtbar Spuren. Besonders gegen Augsburg (Note 4,5) blieb Coulibaly unter seinen Möglichkeiten und wurde bereits zur Pause ausgewechselt. Dafür überzeugte er im Nordderby sowie gegen Dortmund (beides Note 2,5) wieder mit stabilen Auftritten. Insgesamt wirkte Coulibaly für seine erste Bundesliga-Spielzeit bereits erstaunlich reif – und bleibt damit wohl die größte Verkaufsaktie der Bremer in diesem Sommer.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,5
Einsätze: 27
Gespielte Minuten: 2.122

Werder Bremen-Saisonabschlusszeugnis: Niklas Stark mit einer komplizierten Saison - viele Verletzungen

Niklas Stark: Für den Routinier war es eine komplizierte Saison. Stark schleppte sich über weite Strecken mit hartnäckigen Hüftproblemen durch die Spielzeit und konnte unter der Woche oft nur eingeschränkt trainieren. Dennoch stellte sich der gebürtige Franke in den Dienst der Mannschaft und biss auf die Zähne. Besonders seine guten Auftritte gegen Heidenheim (Note 2,5), Wolfsburg und Stuttgart (jeweils Note 2) halfen dem SV Werder Bremen im Abstiegskampf entscheidend weiter. Stark überzeugte einmal mehr mit robuster Zweikampfführung und Präsenz – sofern er fit war. Unglücklich agierte er dagegen beim Auswärtsspiel in Berlin, als er einen Elfmeter verursachte (Note 4).

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,6
Einsätze: 14
Gespielte Minuten: 791

Amos Pieper: Er bleibt das Stehaufmännchen im Kader des SV Werder Bremen. Nachdem der Innenverteidiger bereits nach seiner Hüftverletzung in der Vorbereitung im Laufe der Hinserie mit starken Leistungen zurückgekehrt war und sich damit für eine Vertragsverlängerung empfahl, ereilte ihn in der Rückrunde das nächste Verletzungspech. Eine entzündete Fleischwunde führte zu einer Knie-Operation, die ihn über zwei Monate pausieren ließ. Doch auch diesmal kämpfte sich der 28-Jährige erfolgreich zurück. Besonders im Nordderby (Note 2) sowie gegen Dortmund (2,5) zeigte Pieper gute Leistungen. Die fehlende Spielpraxis war ihm dagegen in Köln (4) und gegen Augsburg (4,5) noch anzumerken. Pieper kündigte bereits an, künftig noch mehr Verantwortung übernehmen zu wollen. Voraussetzung dafür dürfte allerdings sein, endlich einmal verletzungsfrei zu bleiben.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,1
Einsätze: 19
Gespielte Minuten: 1.504

Werder Bremen-Saisonabschlusszeugnis: Julian Malatini mit mehr Schatten als Licht in seinen Auftritten

Julian Malatini: Der Argentinier spielte auch aufgrund einer Bänderverletzung in der Hinserie so gut wie keine Rolle. Als sich die Personallage in der Innenverteidigung Ende Januar allerdings zuspitzte, kam Malatini zwischen Ende Januar und Mitte März in acht von neun Partien des SV Werder Bremen zum Einsatz. Dort zeigte er zwar seinen großen Willen, seine Auftritte blieben jedoch – wie bereits in der Vergangenheit – sehr wechselhaft. Während er nach seinen Einwechslungen in Leverkusen (Note 3) und Berlin (3,5) jeweils eine ordentliche Leistung zeigte, hatte er in Freiburg (5,5) mit einem spielentscheidenden Fehler entscheidenden Anteil an der Niederlage. Es bleibt dabei, dass beim 24-Jährigen weiterhin zu häufig Schatten statt Licht in seinen Auftritten liegt. Aufgrund eines Syndesmosebandrisses war seine Saison bereits Mitte März beendet.

Durchschnittsnote der DeichStube: 4,4
Einsätze: 11
Gespielte Minuten: 516

Felix Agu: Eine langwierige Sprunggelenksverletzung sorgte dafür, dass der variable Außenbahnspieler des SV Werder Bremen fast vier Monate ausfiel. Aufgrund der prekären Personalsituation wurde Agu zu Beginn der Amtszeit von Daniel Thioune nach nur kurzer Trainingszeit wieder in den Spielbetrieb integriert – was allerdings eine erneute Verletzung sowie mehrere muskuläre Probleme nach sich zog. Bitter für den gebürtigen Osnabrücker und die Bremer, denn Agu zeigte in seinen wenigen Einsätzen durchaus ansprechende Leistungen, unter anderem gegen Bayern München (3,5) und RB Leipzig (3,5). In Köln (4,5) blieb er dagegen – ähnlich wie der Rest des Teams – blass.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,9
Einsätze: 11
Gespielte Minuten: 837

Werder Bremen-Saisonabschlusszeugnis: Isaac Schmidt kann nur selten überzeugen - Werder zieht Kaufoption nicht

Isaac Schmidt: Der Schweizer konnte nur ansatzweise zeigen, weshalb die Bremer ihn für ein Jahr von Leeds United ausgeliehen hatten. Zum einen erhielt der Außenverteidiger nur selten und sehr unregelmäßig Spielzeit, zum anderen erlaubte er sich zwar kaum gravierende Fehler, setzte offensiv aber eben auch nur wenige Akzente. Dadurch bewegten sich seine Leistungen meist eher unter dem Radar. Über 90 Minuten stand Schmidt in dieser Saison kein einziges Mal auf dem Platz – häufig reichte es lediglich für Kurzeinsätze in der Schlussphase. Zu wenig, um die Verantwortlichen nachhaltig zu überzeugen. Werder Bremen wird die Kaufoption daher nicht ziehen, Schmidt kehrt zurück nach England.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,7
Einsätze: 19
Gespielte Minuten: 676

Yukinari Sugawara: Während die Leihgabe vom FC Southampton in der Hinserie noch als äußerst verlässlicher Faktor galt, konnte der japanische Nationalspieler diese Konstanz im zweiten Halbjahr nur bedingt bestätigen. Zwar zeigte Sugawara weiterhin gute Auftritte – etwa gegen Frankfurt (2,5), im Nordderby (2,5) oder beim VfB Stuttgart (3) –, allerdings häuften sich auch schwächere Spiele wie gegen Mainz (5), in Köln (4,5) oder gegen Augsburg (4,5). Negativer Höhepunkt war seine Rote Karte nach gerade einmal 72 Sekunden am vorletzten Spieltag in Sinsheim. Stand jetzt war das Sugawaras letzte Aktion im Trikot des SV Werder Bremen. Die Verantwortlichen wollen die Kaufoption nicht ziehen, bemühen sich aufgrund des grundsätzlich vorhandenen Potenzials des Rechtsverteidigers aber weiterhin um eine günstigere Lösung für einen Verbleib über den Sommer hinaus.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,6
Einsätze: 31
Gespielte Minuten: 2.434

Werder Bremen-Saisonabschlusszeugnis: Olivier Deman ist einer der Gewinner der bisherigen Amtszeit von Trainer Daniel Thioune

Olivier Deman: Der Belgier darf durchaus als einer der Gewinner der bisherigen Amtszeit von Cheftrainer Daniel Thioune bezeichnet werden. Nachdem Deman die komplette Hinserie aufgrund eines Knöchelbruchs verpasst hatte, kam er im Jahr 2026 insgesamt 16-mal zum Einsatz und absolvierte die letzten elf Partien des SV Werder Bremen sogar jeweils über die volle Distanz. Zwar hatte auch er schwächere Auftritte – etwa in Freiburg (4,5) oder gegen Mainz (5) –, grundsätzlich überzeugte der Linksverteidiger jedoch mit hoher Laufbereitschaft und großem Einsatzwillen. Zudem gelang ihm beim 4:1-Auswärtssieg in Berlin ein sehenswerter Treffer (Note 2).

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,7
Einsätze: 16
Gespielte Minuten: 1.255

Hinweis: Spieler werden von der DeichStube nur dann benotet, wenn sie mindestens 30 Minuten in einer Partie gespielt haben. Eine Durchschnittsnote wird zudem nur bei mindestens drei bewerteten Einsätzen ermittelt. Deshalb blieben folgende Profis in den Mannschaftsteilen Tor und Abwehr ohne Saisonnote: Karl Hein, Markus Kolke, Maximilian Wöber, Mick Schmetgens und Mitchell Weiser. (bvo)

Rubriklistenbild: © Imago/DeFodi Images/osnapix

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