Werder-Saisonzeugnis - Teil 2

Dauerbrenner Schmid, Stages Geniestreiche – aber auch reichlich Mittelmaß: Das große Werder-Saisonabschlusszeugnis, Teil 2

Wie haben sich die Profis des SV Werder Bremen in der Saison 2025/26 geschlagen? So fällt das Zeugnis für die Spieler aus – Teil 2: Das Mittelfeld!

In verschiedenen Mannschaftsteilen des SV Werder Bremen ist das Personal während der vergangenen Saison phasenweise regelrecht ins Rotieren geraten, vornehmlich Verletzungen sorgten für allerlei Umbesetzungen. Im Mittelfeld der Hanseaten waren dagegen echte Minutensammler unterwegs – unter anderem ist dort der einzige Profi zu finden, der nicht nur alle 34 Ligaspiele absolviert hat, sondern dabei auch stets zur Startelf gehörte. Welche Durchschnittsnoten die Protagonisten in der Zentrale nach ihren Leistungen eingeheimst haben, zeigt der zweite Teil des großen Saisonabschlusszeugnisses der DeichStube (hier geht es zu Teil eins); in Teil drei des Zeugnisses geht es um den Sturm (hier lesen).

Das Mittelfeld des SV Werder Bremen in Noten: Saisonabschlusszeugnis für (v.l.n.r.) Leonardo Bittencourt, Cameron Puertas, Romano Schmid, Jens Stage, Senne Lynen und Patrice Covic.

Senne Lynen vielseitig, „Lebensversicherung“ Jens Stage: Das Mittelfeld des SV Werder Bremen im Saisonabschlusszeugnis

Senne Lynen: Kurz vor Schluss sprach der Belgier Fans und Teamkollegen förmlich aus der Seele. „Ich habe noch nie so sehr Urlaub gebraucht wie nach dieser Saison“, hatte der 27-Jährige im DeichStube-Interview gesagt und damit das ausgedrückt, was viele nach Monaten des Leidens dachten. Hinter Lynen selbst lag da eine ebenso strapaziöse wie wechselhafte Spielzeit. Er war der gewohnte Dauerbrenner auf der Sechs, musste mitunter aber auch in der hintersten Kette aushelfen, als personell ganz besonders der Schuh drückte. Exakt 100 Pflichtspiele hat Lynen nun für Werder Bremen bestritten, auf seinen ersten Treffer wartet er noch immer. Gleich sechsmal wurden in dieser Saison Lynens Leistungen mit der persönlichen Höchstnote 2,5 goutiert, was seinen Wert für die Mannschaft unterstreicht – allerdings gab es auch eine 5,5 bei der 2:3-Pleite gegen den HSV.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,7
Einsätze: 31
Gespielte Minuten: 2757

Jens Stage: „Lebensversicherung“, „Glue-Guy“ oder „Derbyheld“ – die Liste an Spitzenamen ist lang, die der Däne im Laufe der Saison hinzugewonnen hat. Als „Mittelfeldmotor“ oder „Kampfmaschine“ galt der 29-Jährige zuvor ohnehin schon. Auch in dieser Spielzeit war Werder Bremen mit Stage auf dem Platz zumeist eine Klasse besser, was sich während der Hinrunde vor allem in den Partien gegen Mönchengladbach (Note 2), St. Pauli (2,5) oder Wolfsburg (2) zeigte. Später folgten Glanzstücke gegen Heidenheim (2), Stuttgart (2) und vor allem Union Berlin (1,5) sowie den HSV (1). Die Note 5 war für den Profi, der aktuell von der TSG Hoffenheim umworben wird, aber auch dreimal dabei.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,4
Einsätze: 29
Gespielte Minuten: 2468

Werder Bremen-Saisonabschlusszeugnis: Leonardo Bittencourt spät wichtig, Romano Schmid Dauerbrenner

Leonardo Bittencourt: In der Abschiedssaison des mittlerweile 32-Jährigen dauerte es eine ganze Weile, ehe er auf dem Platz wieder so richtig gebraucht wurde. Unter Trainer Horst Steffen war Bittencourt meist nur Statist, als dann Daniel Thioune als Coach übernahm, wuchsen die Spielanteile. In puncto Leidenschaft war der Deutsch-Brasilianer wie eh und je ein Vorbild, sportliche Impulse gab es aber nur vereinzelt – wie beim umjubelten 3:3 am zweiten Spieltag gegen Leverkusen, als Bittencourt den späten Ausgleich mit auf den Weg brachte. Auch beim wichtigen Auswärtssieg des SV Werder Bremen in Wolfsburg wusste der Routinier zu gefallen (Note 2,5), enttäuschte aber auch böse in Köln (5,5).

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,9
Einsätze: 17
Gespielte Minuten: 610

Romano Schmid: DER Dauerbrenner beim SV Werder Bremen in dieser Spielzeit! Alle 34 Ligapartien hat Schmid bestritten, allesamt als Teil der Anfangsformation – das hat kein anderer Akteur im Kader geschafft. Manko: Der WM-Teilnehmer mühte sich auf unterschiedlichen Positionen zwar stets um sichtbare Akzente, war aber zu selten in einem insgesamt strauchelnden Team der Unterschiedsspieler, den es gebraucht hätte, um bessere Ergebnisse zu erzielen. Der „Meister des vorletzten Passes“ leistete sich beim Heimsieg gegen Heidenheim einen fatalen Fehlschuss, fand aber die passenden Antworten und holte in dieser Partie die persönliche Saisonbestnote von 1,5. Auch eine 2 und zweimal die 2,5 gab es noch, allerdings auch allzu oft die 4,5 oder schlechter.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,9
Einsätze: 34
Gespielte Minuten: 2993

Cameron Puertas steigert sich, Patrice Covic macht erste Schritte: Das Werder Bremen-Saisonabschlusszeugnis

Cameron Puertas: Je länger die Saison dauerte, desto mehr stieg seine Bedeutung für die Mannschaft. Im Winter wurde die Leihgabe des saudi-arabischen Clubs Al-Qadsiah mancherorts schon als Flop verschrien, ehe spätestens mit dem Trainerwechsel immer deutlicher wurde, welche Stärken Puertas besitzt. Er luchste Gegenspielern geschickt den Ball ab, war zudem selbst in der Lage, offensive Umschaltmomente zu initiieren. Aber: Das hätte der in der Schweiz geborene Spanier sogar noch viel häufiger tun können – ebenso wie Toreschießen. Letztlich blieb es bei einem Treffer im Nordderby für den Mann, den Werder Bremen gern über den Sommer hinaus an der Weser beschäftigen möchte. Harte Noten musste Puertas in Heidenheim (6) und daheim gegen Augsburg (5) hinnehmen, zweimal gab es aber auch die 2 und dreimal die 2,5.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,8
Einsätze: 28
Gespielte Minuten: 1852

Patrice Covic: Ausgerechnet in seiner Heimatstadt Berlin erzielte der junge Kroate gegen Union sein erstes Bundesligator, überhaupt klingen 15 Einsätze während einer Premierensaison nicht schlecht. Allerdings musste sich der 18-Jährige dabei oft mit sehr wenig Spielzeit begnügen, weil die Konkurrenzsituation im Mittelfeld nicht viel mehr zuließ. Deshalb flossen lediglich drei Partien überhaupt in die Benotung ein, dabei gab es einen alterstypischen Mix aus einer 3, einer 4 und einer 4,5. In der Zukunft – womöglich schon in der kommenden Saison – dürfte das anders aussehen, wenn das Toptalent des SV Werder Bremen den nächsten Schritt seiner Entwicklung gehen soll.

Durchschnittsnote der DeichStube: 3,8
Einsätze: 15
Gespielte Minuten: 341

Hinweis: Spieler werden von der DeichStube nur dann benotet, wenn sie mindestens 30 Minuten in einer Partie gespielt haben. Eine Durchschnittsnote wird zudem nur bei mindestens drei bewerteten Einsätzen ermittelt. Deshalb blieben folgende Profis im Mittelfeld ohne Saisonnote: Skelly Alvero und Isak Hansen-Aaröen. (mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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