Nordderby am Sonntag
Emotionales Wiedersehen: Werder-Profis Coulibaly und Njinmah vor spezieller Hamburg-Rückkehr
Für Karim Coulibaly und Justin Njinmah wird das Nordderby gegen den HSV ein ganz besonderes Spiel. So geht es Werder Bremens Trainer Horst Steffen mit den beiden an.
Bremen – Wenn am Sonntagnachmittag (15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) das Nordderby zwischen dem Hamburger SV und SV Werder Bremen läuft, dürfte es wohl kaum einen Spieler auf dem Rasen geben, für den dieses Duell kein besonderes ist. Für Karim Coulibaly und Justin Njinmah gilt das aber ganz speziell. Beide haben schließlich eine lange Vergangenheit in Hamburg – Coulibaly verbrachte mehr als sechs Jahre im Nachwuchs der Hanseaten, und Njinmah ist nicht nur in Hamburg geboren, sondern war als Kind sogar HSV-Fan, wie er vor der Saison in einem DeichStube-Interview verriet. Während beim Stürmer nach einem 90-minütigen Bankplatz zuletzt gegen den 1. FC Köln noch ungewiss ist, ob er in der Werder-Startelf stehen wird, deutet bei Coulibaly alles darauf hin, dass der Youngster zum zwölften Mal in Folge in der Innenverteidigung beginnen wird.
Werder Bremen-Profi Karim Coulibaly vor erstem Nordderby mit Ex-Club Hamburger SV „im Fluss“
„Wir sind sehr glücklich damit, wie er es bisher gemacht hat“, betont Werders Cheftrainer Horst Steffen vor dem Nordduell. Dass das Spiel für den gerade einmal 18-Jährigen aufgrund seiner Vorgeschichte besonders emotional werden könnte und er dadurch im Zweikampf möglicherweise überdreht, fürchtet Steffen nicht. „Er hat sich in dieser Woche so gegeben wie bisher auch – und das sollte er im besten Fall auch beibehalten“, erklärt der Coach des SV Werder Bremen. „Seitdem er bei mir ist und Bundesliga spielt, hat er bereits sehr viel Stressresistenz gezeigt. Deshalb wird er es auch in Hamburg schaffen.“ Ein gesondertes Gespräch im Vorfeld des Spiels habe es daher mit Karim Coulibaly nicht gegeben. Steffen sagt: „Solange Dinge im Fluss sind, bin ich weniger für Einzelgespräche zu haben, weil ich denke, dass der Spieler es nicht notwendig hat. Dann lasse ich es laufen.“
Gut möglich also, dass es zwischen dem 56-Jährigen und Justin Njinmah zuletzt mehr Austausch gab – denn dort lief es in den vergangenen Wochen deutlich weniger „im Fluss“. Nach einem starken Saisonstart mit zwei Treffern aus drei Bundesligaspielen baute der 25-Jährige zuletzt ab und stand in den vergangenen sechs Partien nur noch einmal in der Startelf des SV Werder Bremen. Ausgerechnet bei diesem Einsatz gegen den VfL Wolfsburg zeigte sich der schnelle Flügelspieler wenig begeistert über seine Auswechslung nach etwas mehr als einer Stunde – ein Umstand, der intern bei Werder nicht gut ankam.
Gebürtiger Hamburger Justin Njinmah präsentiert sich gut im Werder Bremen-Training vor dem Derby gegen den HSV
Dass es für Justin Njinmah nun aber gegen den Lieblingsverein aus Kindheitstagen geht, ist auch Horst Steffen nicht entgangen: „Ich nehme solche emotionalen Vorgeschichten in die Bewertung mit rein, aber sie sind nicht ausschlaggebend für eine Nominierung.“ Wesentlich entscheidender sei die Trainingsleistung – und dort sieht Steffen positive Signale: „Grundsätzlich war Justin in dieser Woche sehr engagiert.“ Gleichzeitig macht der Trainer des SV Werder Bremen klar, dass das in der jüngeren Vergangenheit nicht immer so war: „Es gab hin und wieder auch Wochen, in denen er das weniger hatte – dann kann es passieren, dass man auch weniger Spielzeit bekommt.“ Als Wink für einen Bankplatz im Nordderby gegen den HSV möchte Steffen seine Worte aber nicht verstanden wissen. Dafür steht das Duell mit dem Erzrivalen zu sehr für sich. „Der Fokus ist jetzt auf Hamburg gerichtet – und da hat er sich in dieser Woche gut präsentiert.“ (bvo)
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