Ducksch mit Licht und Schatten

Njinmah startet direkt voll durch! Das große Werder-Saisonabschluss-Zeugnis – Teil 3: Der Sturm

Justin Njinmah gehörte zu den Senkrechtstartern bei Werder Bremen in dieser Saison.
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Justin Njinmah gehörte zu den Senkrechtstartern bei Werder Bremen in dieser Saison.

Saison-Abschluss-Zeugnis, Teil drei: So wurde die Offensive des SV Werder Bremen um Marvin Ducksch, Justin Njinmah und Co. benotet.

Bremen – Tore sind im Fußball das Salz in der Suppe. 48 hat der SV Werder Bremen in der vergangenen Bundesliga-Saison geschossen, nur zwei fehlten, und die Grün-Weißen hätten sich noch für die Europa Conference League qualifiziert. So stand am Ende Platz neun in der Tabelle, was zum souveränen Klassenerhalt reichte. Wie sich die Bremer Stürmer in der abgelaufenen Serie geschlagen haben, zeigt der dritte und letzte Teil des großen Saisonabschluss-Zeugnisses der DeichStube. Zum Nachlesen: Hier geht es zu Teil eins des großen Werder-Bremen-Zeugnisses - Tor und Abwehr! Und hier findet ihr Teil zwei mit dem Saison-Zeugnis fürs Werder-Mittelfeld!

Werder Bremen-Saison-Zeugnis für den Sturm: Topscorer Marvin Ducksch mit Licht und Schatten

Marvin Ducksch
Nach dem Abgang seines Sturmpartners Niclas Füllkrug wurde der 30-Jährige zum Fixpunkt im Offensivspiel der Bremer. Als absoluter Dauerbrenner des Teams erzielte er mit zwölf Toren genauso viele Treffer wie in der Vorsaison, dazu kamen elf Assists. 23 Scorerpunkte bedeuteten Platz sieben in der Scorerliste der Bundesliga, zwischenzeitlich schaffte Ducksch sogar den Sprung in die Nationalmannschaft. Keine Frage, der Angreifer war für Werder Bremen in der abgelaufenen Saison unersetzlich. Doch wo viel Licht war, gab es auch Schatten. Im Laufe der Spielzeit wurde Ducksch zur Zielscheibe vieler Fans, musste in schlechten Phasen als Sündenbock herhalten. Körpersprache, Zweikampfführung und Chancenverwertung wurden kritisiert. Tatsächlich war die Leistung des Angreifers sechs Mal zumindest mangelhaft, die Hinrundenpleiten in Darmstadt und Stuttgart waren seine schwächsten Auftritte (jeweils Note 5,5). Dafür überragte Ducksch gegen Union Berlin, zu Hause gegen Stuttgart und in beiden Augsburg-Spielen (je Note 1,5).
Durchschnittsnote: 3,6
Einsätze: 33
Gespielte Minuten: 2772

Werder Bremen-Saison-Zeugnis: Stürmer Justin Njinmah ist der Senkrechtstarter

Rafael Borré
Der Kolumbianer wurde am Deadline Day (so läuft der 30. August bei Werder Bremen und Co.) von Eintracht Frankfurt als Füllkrug-Ersatz ausgeliehen, konnte die Erwartungen aber nur kurzzeitig erfüllen. Borré pendelte lange zwischen Startelf und Bank, schoss aber vier wichtige Tore für Werder Bremen, die zu einem Sieg und drei Unentschieden verhalfen. Als sich der 28-Jährige allerdings im Team festspielte, wollte er auch schon wieder weg. Das Geld aus Brasilien lockte. Der von einigen Misstönen begleitete Transfer-Poker mit Internacional Porto Alegre zog sich wie Kaugummi durch den Winter. Schließlich ließ Werder den Stürmer nicht erst im Sommer, sondern bereits Anfang März gehen.
Durchschnittsnote: 3,4
Einsätze: 19
Gespielte Minuten: 991
 
Justin Njinmah
Der 23-Jährige ist fraglos Werders Senkrechtstarter der vergangenen Saison. Nach seiner Ausleihe an Drittligist Borussia Dortmund II nutzte Njinmah zurück in Bremen schnell seine Chance – was zu seiner enormen Geschwindigkeit auf dem Feld passt.
Schon in seinem ersten Bundesligaeinsatz für Werder Bremen (während des 4:0-Heimerfolgs gegen Mainz 05) netzte er einmal und bereitete einen weiteren Treffer vor. In der ersten Saisonhälfte blieb er meist noch Joker, in der zweiten wurde er dann zunehmend zum Stammspieler, bis ihn mehrere kleine Verletzungen und eine Erkrankung an den letzten acht Spieltagen ausbremsten. Insgesamt kam Njinmah auf sechs Tore und zwei Assists, seine beste Leistung zeigte er beim 3:1-Heimsieg gegen den SC Freiburg, wo ihm der wichtige Treffer zur zwischenzeitlichen 2:1-Führung gelang (Note 1). Mit neun Millionen Euro hat der flinke Angreifer inzwischen den zweithöchsten Marktwert im Bremer Kader – Resultat einer Saison, die Lust auf mehr macht.
Durchschnittsnote: 3,3
Einsätze: 24
Gespielte Minuten: 1011

Dawid Kownacki enttäuscht, Nick Woltemade steigert sich: Das große Werder Bremen-Abschluss-Zeugnis

Dawid Kownacki
Es war einfach eine verkorkste Spielzeit für den Polen! Kownacki kam nach 14 Saisontoren für Fortuna Düsseldorf ablösefrei und mit großen Hoffnungen aus der 2. Liga zu Werder Bremen, auch in der Saisonvorbereitung deutete der Ex-Nationalspieler sein Potenzial an. In der Bundesliga konnte er dann allerdings nie Fuß fassen. Drei Chancen in der Startelf bekam der 27-Jährige in der Hinrunde, anschließend bis zum Ende der Saison keine mehr. Er blieb Kurzarbeiter – und die komplette Spielzeit ohne Tor und Assist. Dass Kownacki, dem zusehends das Selbstvertrauen ausging, gegen Ende überhaupt noch Einsätze bekam, lag wohl im Stürmermangel der Grün-Weißen begründet, weil Borré längst weg war und Njinmah fehlte.
Durchschnittsnote: 4,3
Einsätze: 22
Gespielte Minuten: 362
 
Nick Woltemade
Lange herrschten Zweifel, ob dem großen Talent wirklich der Durchbruch bei Werder Bremen gelingen würde. Nach sehr erfolgreicher Drittliga-Leihe bei der SV Elversberg hatte Woltemade Schwierigkeiten, seinen Platz in Bremen zu finden. Eingewechselt wurde er oft, sich aufdrängen konnte der 22-Jährige zunächst aber nicht. Doch je länger die Saison lief, desto besser kam der technisch beschlagene 1,98-Meter-Hüne in Fahrt – erst recht, nachdem er seinen Abschied Anfang April angekündigte.
Erst danach wurde Woltemade zum Stammspieler und auch Leistungsträger. Zwar zahlte er zwischendurch noch Lehrgeld wie beim 0:2 gegen Wolfsburg und beim 0:5 gegen Leverkusen (jeweils Note 5), doch er überzeugte auch bei den Siegen gegen die Topteams Bayern (1:0) und Stuttgart (2:1) sowie beim 2:2 gegen Gladbach (jeweils Note 2), als er im vorletzten Heimspiel mit einem Doppelpack endlich den Torknoten platzen ließ.
Durchschnittsnote: 3,6
Einsätze: 30
Gespielte Minuten: 1181
 
Hinweis: Spieler werden von der DeichStube nur dann benotet, wenn sie mindestens 30 Minuten in einer Partie gespielt haben – Ausnahmen gibt es bei extrem guten oder schlechten Leistungen mit großen Auswirkungen auf das Ergebnis. Eine Durchschnittsnote wird nur ab drei bewerteten Partien ermittelt. (han)

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