Wichtiger Werder-Heimsieg

Rückenwind fürs Restprogramm: Nach dem 2:0-Erfolg gegen den FC Augsburg will Werder Bremen bis zur Winterpause nachlegen

Große Erleichterung beim SV Werder Bremen nach dem Heimsieg gegen den FC Augsburg - diesen Schwung wollen die Grün-Weißen nun mit in die letzten beiden Spiele des Jahres nehmen.
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Große Erleichterung beim SV Werder Bremen nach dem Heimsieg gegen den FC Augsburg - diesen Schwung wollen die Grün-Weißen nun mit in die letzten beiden Spiele des Jahres nehmen.

Der SV Werder Bremen hat gegen den FC Augsburg (2:0) drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt eingefahren. Trainer Ole Werner will den Rückenwind nutzen und in den verbleibenden beiden Spielen bis zur Winterpause nachlegen.

Bremen – Da der SV Werder Bremen bekanntlich zu den großen Traditionsvereinen des deutschen Profifußballs zählt, gibt es auch am Osterdeich immer mal wieder ein Phänomen zu bestaunen, das diese Vereine eint – nämlich das Abfeiern der eigenen ruhmreichen, aber eben schon lange zurückliegenden Vergangenheit. In diesen Tagen ist es bei Werder mal wieder so weit.

30 Jahre 5:3-Erfolg gegen den RSC Anderlecht, im kommenden Jahr dann 20 Jahre Double-Gewinn und ganz grundsätzlich das 125-jährige Vereinsbestehen – all diese Dinge tauchten im Vorfeld des jüngsten Heimspiels gegen den FC Augsburg am Samstag im Stadionprogramm auf, via Werbebande (125-Jähriges), Fan-Quiz (Anderlecht) oder Interview (mit Double-Torhüter Andreas Reinke). Historie als Heißmacher, denn für Emotionen sorgen die entsprechenden Bilder auch heute noch – vor allem, weil die Gegenwart deutlich weniger glorreich aussieht. Abstiegskampf statt Titelambitionen, das ist schon lange das Alltagsgeschäft des SV Werder Bremen in der Bundesliga – beim insgesamt verdienten 2:0-Erfolg gegen den FC Augsburg hat die Mannschaft von Cheftrainer Ole Werner allerdings gezeigt, dass auch das richtig Spaß machen kann.

Werder Bremens Ole Werner über Heimsieg gegen FC Augsburg: „Die Punkte nehmen wir gerne mit, denn sie helfen uns“

„Insgesamt war es ein sehr gutes Heimspiel von uns“, hielt Ole Werner nach dem Schlusspfiff fest, „die Punkte nehmen wir gerne mit, denn sie helfen uns“. 14 Stück hat Werder Bremen davon nun auf dem Konto, was nach 14 Spieltagen immer noch nicht üppig ist, den Blick auf die Tabelle aber wieder ein gutes Stück angenehmer gestaltet, weil der drohende Absturz vorerst gestoppt ist. Als „extrem wichtig“ stufte Abwehrspieler und 1:0-Torschütze Niklas Stark die Tatsache ein, dass seine Mannschaft nach dem desaströsen Auftritt in der Vorwoche beim VfB Stuttgart (0:2) eine Reaktion gezeigt hatte. „Der Sieg heute tut uns sehr gut, auch wenn man auf die Tabelle schaut. Er gibt uns Rückenwind für die nächsten Spiele“, hob Stark hervor. Zwei Mal ist Werder im Jahr 2023 nun noch gefordert, zunächst am Freitagabend bei Borussia Mönchengladbach, dann zum Abschluss am Dienstag, 19. Dezember, zu Hause gegen RB Leipzig. Fraglos zwei schwierige Aufgaben, die nach dem Spiel gegen den FC Augsburg aber ein wenig weniger unlösbar erscheinen – vorausgesetzt, die Bremer schaffen es, ihre gute Leistung vom Samstag zu konservieren.

Werder Bremens Marvin Ducksch: „Jeder hat von der ersten bis zur letzten Minute alles gegeben, hat gekämpft bis zum Umfallen“

In Sachen Intensität und Entschlossenheit hatte der SV Werder Bremen gegen den FC Augsburg im Grunde vom Anpfiff weg wenig vermissen lassen, was die Grundlage für den Erfolg bilden sollte. „Jeder Spieler von uns hat von der ersten bis zur letzten Minute alles gegeben, hat gekämpft bis zum Umfallen“, sagte der Bremer Neu-Nationalspieler Marvin Ducksch, der das 1:0 von Stark per Eckball aufgelegt und das 2:0 per Kopf in Hälfte zwei dann selbst erzielt hatte. „Es war zu sehen, dass jeder bei uns immer eine sehr positive Körpersprache hatte“, betonte Ducksch und leitete daraus direkt eine Forderung ab: „Genauso müssen wir auch in die letzten beiden Spiele des Jahres gehen.“ Was allerdings – das zeigt ein Blick auf den bisherigen Verlauf der Saison – kein Selbstläufer werden dürfte.

Zur Erinnerung: Wiederholt folgten auf gute Bremer Auftritte unmittelbar danach unerklärlich schlechte – nach dem 4:0-Heimsieg gegen Mainz setzte es etwa das 2:4 in Heidenheim, und auf das 2:1 gegen Köln folgte das 2:4 bei Darmstadt 98. Zwei Siege am Stück hat Werder Bremen in der Serie 2023/24 bisher noch nicht verbucht. Den vierten Anlauf dazu nimmt das Team nun nach einer kurzen Trainingswoche im Freitagsspiel des 15. Spieltags bei Borussia Mönchengladbach, dem derzeitigen Fast-Tabellennachbarn.

Werder Bremen-Trainer Ole Werner: „Es ist sicherlich besser, drei Punkte mehr zu haben als drei Punkte weniger“

Nach ihrer 1:3-Pleite bei Union Berlin blieben die „Fohlen“ mit 16 Zählern auf Rang zehn stehen, könnten von Werder Bremen (Platz zwölf) angesichts von nur zwei Punkten Vorsprung auf den nächsten Gegner also überholt werden. Der Bremer Chefcoach Ole Werner hätte dagegen natürlich nichts einzuwenden, hält grundsätzlich aber nicht viel davon, schon zu diesem Zeitpunkt der Saison den Rechenschieber zu zücken. Seine Grundhaltung ist ohnehin unerschütterlich. „Für mich ändert sich nichts, denn es bleibt eng. Jeder Punkt ist wichtig. Es ist deshalb sicherlich besser, drei Punkte mehr zu haben als drei Punkte weniger“, sagte der 35-Jährige nach dem Spiel gegen den FC Augsburg – und hatte Glück, dass gerade kein „Phrasenschwein“ zugegen war. Dann fügte er an: „Die Ausgangslage wird in dieser Saison für uns die gleiche bleiben: Es wird um jeden Punkt gehen. Und wir müssen immer an der absoluten Grenze sein, um Punkte holen zu können.“ Gegen Augsburg hat das funktioniert, mit zum Teil ansehnlichem Fußball und ohne Gegentor.

„Das war wieder ein Schritt in die richtige Richtung“, lautete das Fazit von Verteidiger Anthony Jung, der mit dieser Aussage aber keineswegs zu viel Wohlfühlstimmung aufkommen lassen wollte, denn „wir befinden uns immer noch in einem Prozess, der noch lange nicht abgeschlossen ist“. Den meisten Fans des SV Werder Bremen dürfte das nach dem Abpfiff am Samstag erstmal egal gewesen sein – was da zählte, war der Sieg gegen den FC Augsburg. Die volle Breitseite Werder-Glückseligkeit hatten sie im Stadion ja vor dem Anpfiff schon abbekommen, wenn auch nur aus der Konservendose. (dco)

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