Werder-Neuzugänge brauchen Zeit

Mit Gier und Geduld: So sieht Werders Plan mit Hansen-Aarøen, Alvero und Malatini aus

Die drei Neuzugänge (von links nach rechts) Skelly Alvero, Isak Hansen-Aarøen und Julian Malatini sollen bei Werder Bremen erstmal Zeit zur Eingewöhnung bekommen.
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Die drei Neuzugänge (von links nach rechts) Skelly Alvero, Isak Hansen-Aarøen und Julian Malatini sollen bei Werder Bremen erstmal Zeit zur Eingewöhnung bekommen.

Drei junge Spieler hat der SV Werder Bremen im Winter verpflichtet. Ole Werner und Co. erklären, wie die Grün-Weißen nun mit Skelly Alvero, Isak Hansen-Aarøen und Julian Malatini planen.

Bremen – Die Reise nach Mainz kam für Isak Hansen-Aarøen noch ein bisschen zu früh. Schließlich war der 19-jährige Norweger erst am vergangenen Donnerstag auf den allerletzten Drücker zum SV Werder Bremen gekommen und hatte lediglich eine einzige Trainingseinheit mit seinen neuen Teamkollegen absolviert. Chefcoach Ole Werner verzichtete deshalb darauf, den offensiven Mittelfeldspieler in den Kader zu berufen. Noch wohlgemerkt. Denn während Werder mit 1:0 den FSV schlug, spulte Hansen-Aarøen eine individuelle Einheit am Osterdeich ab, damit er möglichst schnell in der Lage ist, den Konkurrenzkampf anzufachen. Und Ole Werner kann es kaum abwarten, dass der Youngster sein Können so richtig zeigt.

„Langfristiges Projekt“: Werder Bremen erklärt den Plan mit Talent Isak Hansen-Aarøen

„Isak ist jemand, der sehr talentiert ist, aber sicherlich auch noch ein bisschen Zeit braucht“, erklärt der 35-Jährige. „Wir haben mit ihm ein langfristiges Projekt vor, er wird uns vor allem zunächst zusätzlich in der Breite verstärken.“ Doch dabei muss es nicht bleiben. „Wer weiß, vielleicht steht er demnächst schon mal irgendwo auf dem Platz – ohne, dass ich es schon so genau weiß“, sagt Ole Werner. Dass diese Worte keine leeren Versprechungen sind, zeigt der Start von Julian Malatini bei Werder. Der 22-jährige Argentinier kam zwei Wochen früher als Isak Hansen-Aarøen, gab gegen Freiburg ein umjubeltes Kurz-Debüt, das er mit einem Treffer krönte. Auch in Mainz half der Südamerikaner in den Schlussminuten dabei mit, den Sieg ins Ziel zu retten.

Momente wie diese könnten es sein, die auch Isak Hansen-Aarøen demnächst erleben darf. Clemens Fritz, Werders Leiter Profifußball, verrät im Gespräch mit der DeichStube, dass der Junioren-Nationalspieler, der zuletzt bei Manchester United zu Hause war, schon eine ganze Weile unter Bobachtung stand. „Isak ist ein junger Spieler, der sehr großes Entwicklungspotenzial hat. Gescoutet haben wir ihn erstmals vor drei Jahren“, schildert der 43-Jährige und zeichnet ein genaueres Bild des Jungprofis von Werder Bremen: „Er hat große Lust darauf, zu lernen, das merkt man ihm sofort an. Er erkennt Räume auf dem Platz, bewegt sich gut und hat einen guten ersten Kontakt. Körperlich müssen wir ihn sicherlich noch etwas an den Herrenfußball heranführen.“

Werder Bremen will Skelly Alvero und Isak Hansen-Aarøen Zeit geben

Skelly Alvero, der dritte Neue im Bunde, sah den jüngsten Zittererfolg des SV Werder Bremen immerhin schon von der Bank aus, obwohl auch er lediglich zwei Trainingseinheiten auf Bremer Boden in den Beinen hatte. „Wir haben in Nicolai Rapp einen flexiblen Spieler verloren. Skelly ist jemand, der diese Lücke jetzt füllt“, hofft Ole Werner beim Blick auf den französischen Mittelfeldakteur. Ein Faktor werde in den Augen der Verantwortlichen aber bei allen Neuverpflichtungen ein ganz elementarer sein: die Zeit. Und die soll das Trio auch bekommen. „Alle drei sind noch jung und leben jetzt in einem neuen Land mit fremder Sprache und Kultur. Das sollte man nicht vergessen“, sagt Clemens Fritz. „Zudem ist es im Winter immer etwas schwieriger, in einer Mannschaft anzukommen als im Sommer. Es gibt keine mehrwöchige Vorbereitungszeit, sondern man ist direkt in der Saison. Das ist schon ein Unterschied.“

Wenn man allerdings Werder Bremens Torjäger Marvin Ducksch so reden hört, dürfte das Ankommen die niedrigste Hürde sein. „Wir haben die Tür offen gelassen für die Jungs. Sie bringen Trainingsqualität mit, die uns in den letzten Wochen und Monaten gefehlt hat“, meint der 29-Jährige. „Sie passen sehr gut bei uns rein. Es sind ruhige, aber auch verrückte Jungs, mit denen man einiges an Spaß haben kann. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben. Das brauchen wir.“ Für seinen Trainer zählen verständlicherweise vor allem die sportlichen Komponenten nach dieser ereignisreichen Wechselperiode: „Wir wollten einerseits dafür sorgen, dass wir breiter aufgestellt sind. Das ist uns gelungen“, sagt Werner. „Wir haben andererseits junge Spieler für uns gefunden, die alle noch nicht am Ende ihres Weges sind. Unsere Aufgabe ist es nun gemeinsam, sie da hinzubringen, dass sie entscheidende Dinge für uns tun.“ (mbü/dco)

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