Werder-Verteidiger spielt trotz Hüftproblemen
Stammspieler ohne Mannschaftstraining: Starks spezielle Rolle bei Werder
Niklas Stark fehlt oft im Mannschaftstraining des SV Werder Bremen - trotzdem ist er Stammspieler! Wie der Verein mit der speziellen Rolle des Verteidigers umgeht!
In den vergangenen vier Spielen zählte Niklas Stark jeweils zur Startelf des SV Werder Bremen, was angesichts der Erfahrung des 30-Jährigen und seiner guten Auftritte nahezu selbsterklärend, andererseits aber doch etwas Besonderes ist. Im Kader von Cheftrainer Daniel Thioune nimmt Stark seit einigen Wochen eine spezielle Rolle ein – mit der Mannschaft trainiert er unter der Woche nämlich kaum. Aufgrund anhaltender Hüftbeschwerden schonen die Bremer ihren Routinier so gut es geht, um ihn fit für die Spiele zu bekommen.
Werder Bremens Daniel Thioune: „Wir wissen um den Stellenwert von Niklas Stark innerhalb der Kabine und auf dem Platz“
„Es ist nicht so, dass Niklas zwischen den Spielen fünf Tage lang verschwunden ist, sondern er trainiert dann individuell“, erklärt Daniel Thioune, der Niklas Stark gegen die Bayern (0:3) und zuletzt gegen Union Berlin (4:1) jeweils eine Halbzeit lang spielen ließ, dazwischen in den Duellen gegen St. Pauli (1:2) und Heidenheim (2:0) sogar über die volle Distanz. „Wir wissen um den Stellenwert von Niklas innerhalb der Kabine und auf dem Platz. Seine Leistungen rechtfertigen die Nominierung von Beginn an“, betont der Trainer des SV Werder Bremen, der allerdings weiß, dass Starks Sonderrolle teamintern gut kommuniziert werden muss, damit andere Profis nicht aufbegehren.
„Als Trainer muss ich da eine gesunde Balance finden. Es ist nicht einfach, Spieler in so einer Situation bei Laune zu halten“, sagt Daniel Thioune und meint in diesem Fall vor allem Julian Malatini, der keine Trainingseinheit verpasst, am Wochenende aber trotzdem beim SV Werder Bremen draußen sitzt. „Im Moment sehen wir, dass Julian ein sehr guter Backup für Niklas ist, was ihm aber nicht reicht. Er möchte mehr auf dem Platz stehen.“ Das wiederum müsse sich der Argentinier aber erarbeiten.
Werder Bremens Daniel Thioune: „Sollte es für Niklas Stark schwierig werden, sein Leistungsvermögen abzurufen, muss ich mir Gedanken machen“
Wie lange Niklas Stark bei Werder Bremen ohne Mannschaftstraining Stammspieler bleiben kann, darauf wollte sich Daniel Thioune vor dem Bremer Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 (Sonntag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) nicht festlegen. Klar ist für ihn aber Folgendes: „Wenn wir an den Punkt kommen sollten, dass es für Niklas schwierig wird, sein Leistungsvermögen so abzurufen, dass es für uns von Vorteil ist, dann muss ich mir Gedanken machen.“ Zumal Thioune nach der Rückkehr der aktuell noch verletzten Innenverteidiger Amos Pieper und Karim Coulibaly perspektivisch wieder mehr Alternativen zur Verfügung stehen. (dco)
Rubriklistenbild: © gumzmedia
