Nach SVW-Pleite in Freiburg

Sportliche Krise: Welche Spieler übernehmen bei Werder jetzt die Führung?

Die Krise des SV Werder Bremen verschärft sich durch die Niederlage beim SC Freiburg weiter, was die Frage aufwirft, welche Spieler nun vorangehen...

Krisenzeiten zeigen häufig, welche Personen Verantwortung übernehmen und führend vorangehen – und welche aufgrund des Drucks eher in den Hintergrund treten. Der SV Werder Bremen befindet sich aktuell mitten in einer sportlichen Misere, nachdem auch am Samstag beim 0:1 in Freiburg zum elften Mal in Folge kein Sieg errungen wurde. Den Trainer haben die Bremer bereits vor der Partie im Breisgau ausgetauscht, auf dem Transfermarkt wurde von den Verantwortlichen trotz der sportlichen Situation nicht noch einmal nachgelegt. Bedeutet: Der aktuelle Kader muss in den verbleibenden 13 Bundesliga-Partien die Trendwende schaffen. Doch wer sind die Profis, die bei Werder jetzt vorangehen?

Führungsspieler (v.l.n.r.) Marco Friedl, Leonardo Bittencourt, Jens Stage: Wer geht beim SV Werder Bremen in der sportlichen Krise voran?

Werder Bremen in der Krise – Welche Führungsspieler gehen jetzt voran?

„Bei mir gilt insgesamt das Prinzip ‚Leading by Performance‘. Jeder ist dazu angehalten, seine beste Leistung zu zeigen, denn dann hat auch jeder den Anspruch und das Recht, voranzugehen“, antwortete Cheftrainer Daniel Thioune am Sonntagvormittag auf diese Frage. Kein Wunder: Der 51-Jährige ist erst wenige Tage im Amt und konnte sich durch zahlreiche Einzelgespräche sowie das Spiel am Samstag zwar bereits einen ersten Überblick verschaffen, jedoch noch keinen ganzheitlichen Eindruck gewinnen. Thioune ist allerdings schon aufgefallen, dass das Fehlen wichtiger Stützen aus den vergangenen Jahren aktuell dazu beiträgt, dass Werder Bremen – abgesehen von Kapitän Marco Friedl und Top-Scorer Jens Stage, die auch öffentlich zumeist nach Spielen Verantwortung übernehmen - vergleichsweise führungslos auftritt. „Uns würden Spieler wie Niklas Stark und Amos Pieper definitiv guttun“, sagte Thioune mit Blick auf die beiden noch verletzten Innenverteidiger. „Dazu kommt, dass Mitchell Weiser die gesamte Saison fehlt.“

Krise verschärft sich durch Pleite in Freiburg: Daniel Thioune sucht seine Führungsspieler bei Werder Bremen

Es gehört zur Wahrheit dazu, dass die Bremer stark von Verletzungen geplagt sind – und dass darunter mehrere Leistungsträger der vergangenen Jahre fallen. Solche Ausfälle bieten anderen Profis jedoch auch die Chance, mehr Verantwortung zu übernehmen und in eine größere Rolle hineinzuwachsen. Davon machen bei den Grün-Weißen bislang allerdings zu wenige Spieler Gebrauch. Deshalb rückt auch ein Routinier wie Leonardo Bittencourt wieder in den Fokus. Der Deutsch-Brasilianer wurde von Thiounes Vorgänger Horst Steffen nur selten berücksichtigt und tauchte im Januar – auch aufgrund eigener Verletzungen – dann gar nicht mehr im Spieltagskader des SV Werder Bremen auf. Daniel Thioune stärkte Bittencourt direkt vor dem Spiel in Freiburg den Rücken und berief ihn wieder in den Kader, auch wenn der Mittelfeldspieler die Partie letztlich von der Bank aus verfolgte. „Leo ist ein Spieler, der sehr viel gesehen und erlebt hat und daher auch dazu angehalten ist, bei den Jungs mal mahnend den Finger zu heben und voranzugehen“, sagte der Werder-Trainer über den Profi, dessen Vertrag am Saisonende am Osterdeich ausläuft. Grundsätzlich gilt für Thioune dabei: „Vertrauen und Respekt definieren sich bei mir nicht über die Anzahl der Minuten, die die Jungs auf dem Platz stehen, sondern darüber, wie sie miteinander umgehen.“ (bvo)

Rubriklistenbild: © gumzmedia, IMAGO / STEINSIEK.CH

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