Bei Werder-Heimsieg gegen Union

Ungewöhnliche Maßnahme: So erklärt Werder-Trainer Steffen seine späten Wechsel gegen Union

Beim 1:0-Heimsieg des SV Werder Bremen gegen Union Berlin hat Trainer Horst Steffen erst ungewöhnlich spät gewechselt. Jetzt erklärt der 56-Jährige den Grund dafür.

Bremen – Steffen Baumgart hatte nach 79 Spielminuten bereits zum fünften Mal gewechselt, während Horst Steffen weiterhin keine Anzeichen machte, einen Tausch vorzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt führte der SV Werder Bremen nach dem kurz zuvor erzielten Traumtor von Marco Grüll bereits mit 1:0 gegen Union Berlin und hatte die Partie über weite Strecken im Griff. Zwar fehlten in der Offensive die ganz klaren Torchancen, dafür ließen die Bremer defensiv so gut wie nichts zu und kontrollierten das Spiel deutlich. Dennoch verwunderte es, dass Steffen erst ab der 85. Spielminute dann noch fünf Wechsel vornahm. Nach der Partie erklärte der Werder-Coach seine Überlegungen wie folgt: „Das Spiel lief meiner Meinung nach so gut, dass ich nur wenige Wechselüberlegungen hatte, da die Jungs gut im Spiel waren“, sagte Steffen – und fragte die anwesenden Journalisten mit einem Schmunzeln: „Warum sollte ich dann etwas ändern?“

Werder Bremens Trainer Horst Steffen nahm beim 1:0-Heimsieg gegen Union Berlin erst spät personelle Veränderungen bei seiner Mannschaft vor.

Werder Bremens Trainer Horst Steffen erklärt späte Wechsel gegen Union Berlin: „Hatte das Gefühl, dass keiner Schwäche gezeigt hat“

Eine berechtigte Frage, schließlich wurden Steffens Entscheidungen am Ende mit dem 1:0-Heimsieg belohnt. Dennoch war es eine ungewöhnliche Maßnahme des Bremer Cheftrainers, die vor allem in Bezug auf Victor Boniface überraschte. Der Neuzugang war bislang nur als Einwechselspieler zum Einsatz gekommen, hielt bei seiner Startelf-Premiere nun aber bis kurz vor Schluss durch. Ein Umstand, der nicht nur Steffen, sondern auch Werder Bremens Leiter Profifußball Peter Niemeyer positiv überraschte: „Ich war beeindruckt, dass er so lange durchgehalten hat.“ Boniface sorgte, auch wenn ihm nicht alles gelang, bis zum Ende als ständiger Unruheherd für Gefahr – ein weiterer Grund, weshalb Steffen ihn so lange auf dem Feld ließ. „Ich hatte das Gefühl, dass keiner wirklich eine Schwäche gezeigt hat“, erklärte der Trainer.

So kam es, dass sich Niklas Stark, Keke Topp und Co. fast die gesamte zweite Halbzeit vor der Westkurve warmliefen, ehe kurz vor Schluss doch noch das Signal zur Einwechslung kam. „Die Jungs haben natürlich gebrannt, ins Spiel zu kommen“, zeigte Horst Steffen Verständnis für die Reservisten des SV Werder Bremen und ergänzte: „Aber die Partie lief eben gut für uns. Dann habe ich gemerkt, dass wir doch nochmal etwas Energie von draußen brauchen – und dann habe ich spät noch gewechselt.“ (bvo)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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