Berater spricht mit Baumann
Was wird aus Junuzovic und Bauer?
Bremen - Werder-Sportchef Frank Baumann trifft sich oft mit Spierlerberatern. Von daher ist sein Termin mit Thomas Böhm Anfang der Woche eigentlich nichts Besonderes.
Doch Böhm vertritt nun mal nicht irgendwelche Klienten, sondern keinen Geringeren als Werder-Kapitän Zlatko Junuzovic, dessen Vertrag im Sommer ausläuft. Laut „Sport-Bild“ hat der FC Schalke 04 ein Auge auf den Österreicher geworfen.
„Natürlich haben wir über ,Zladdi' gesprochen“, bestätigt Baumann im Gespräch mit der DeichStube: „Aber er ist ja nicht der einzige Spieler von Herrn Böhm bei uns.“ Dazu gehört auch Robert Bauer, der inzwischen nur noch Ersatzspieler ist. Und der 22-Jährige hatte wegen seiner Situation schon im Winter mit einem Wechsel geliebäugelt. Im Sommer könnte es konkreter werden.
Baumann mag grundsätzlich keine Wasserstandsmeldungen abgeben. Bei Junuzovic macht er eine kleine Ausnahme. Denn der Sportchef möchte nicht, dass in der Öffentlichkeit ein falscher Eindruck entsteht. Junuzovic müsse sich nicht mehr mit besonderen Leistungen für einen neuen Kontrakt empfehlen. „Wir kennen ,Zladdi' so lange und wissen genau, was er kann und was er uns bringt“, sagt Baumann und stellt klar: „Wir wollen mit ihm verlängern, sonst würden wir doch keine Gespräche führen.“
Junuzovic soll wesentlich weniger verdienen
Im vergangenen Sommer hat Werder seinem Kapitän ein Angebot für eine Vertragsverlängerung vorgelegt, doch der 30-Jährige lehnte ab. Er sollte künftig wesentlich weniger verdienen als bislang. Ein neues Angebot gibt es bislang nicht. Aber Baumann sagt: „Man muss nicht immer gleich etwas Schriftliches vorlegen. Natürlich haben wir über mögliche Vertragskonditionen gesprochen. Das ist ein Austausch.“
Ins Detail wollte Baumann öffentlich freilich nicht gehen. Aber wie immer dreht es sich ums Geld und auch um die Laufzeit des Kontraktes. Junuzovic wird im September 31 Jahre alt. Es ist vielleicht sein letzter größerer Vertrag. Den wünscht er sich natürlich gut dotiert und langfristig. Mit einem Jahressalär von mehr als zwei Millionen Euro gehört der Mittelfeldspieler aktuell zu den Topverdienern. Werder möchte das offenbar ändern, die Zahlen an das Alter und die Leistungsfähigkeit anpassen.
Junuzovic gehört zwar zu den erfahrenen und wichtigen Spielern im Kader, ist aber nicht mehr der unantastbare Leistungsträger. Der neue Coach Florian Kohfeldt hat ihn zuletzt aus taktischen Gründen auch schon mal auf der Bank sitzen lassen. Behalten will er ihn trotzdem – und das nicht nur, weil er mit ihm gut befreundet ist. „,Zladdi' hat hier Großes geleistet und wird auch noch Großes leisten. Ich werde alles tun, damit er verlängert“, hatte Kohfeldt unlängst gesagt.
Aber spielt da auch Junuzovic mit? Er müsste auf Geld und eine Einsatzgarantie verzichten. Es wäre eine neue Rolle des Österreichers, aber keine uninteressante. In Bremen weiß Junuzovic genau, was er hat, wie ruhig der Club arbeitet. Zudem geht es gerade aufwärts. Und mit seiner Familie fühlt er sich in der Hansestadt ziemlich wohl, das hat er schon häufiger betont.
Junuzovic bei Schalke als Ersatz für Goretzka und Meyer?
Schon seit sechs Jahren ist Junuzovic ein Bremer. In dieser Zeit hat er aber auch schon häufiger an einen Abschied gedacht. Immer wieder tauchten Wechselgerüchte auf. Auch die letzte Vertragsverlängerung vor drei Jahren zog sich wie ein Kaugummi. Im vergangenen Sommer flirtete Junuzovic mit Trabzonspor, entschied sich letztlich aber gegen einen Wechsel in die Türkei. Das lag auch an der nicht ganz einfachen Situation in dem Land.
Da dürfte ein Angebot aus der Bundesliga wesentlich bessere Chancen haben – speziell, wenn es aus Gelsenkirchen kommt. Der FC Schalke zahlt gewiss nicht schlecht. Und die Knappen brauchen neue Spieler fürs Mittelfeld, weil Leon Goretzka und wohl auch Max Meyer am Saisonende weg sind – und das ablösefrei. Gleiches gilt für Junuzovic, deshalb ist er ein begehrter Spieler.
Baumann gibt Junuzovic bis Saisonende Zeit
Doch Baumann bleibt da ziemlich entspannt. „Es gibt viele Gerüchte“, sagt er: „Ich denke, es ist noch alles offen. Am Ende muss sich ,Zladdi' entscheiden.“ Dabei will der Sportchef seinen Spieler nicht unter Druck setzen, lässt ihm Zeit – wenn auch nicht unendlich: „Am Saisonende sollte das geklärt sein.“
Spätestens dann wird auch feststehen, was aus Robert Bauer wird. Die Wahrscheinlichkeit ist schon sehr groß, dass der 22-Jährige Werder verlassen wird. Allerdings nicht ablösefrei. Der Außenverteidiger besitzt noch einen Vertrag bis 2020. Im Sommer 2016 war er für eine Ablöse von 2,5 Millionen Euro vom FC Ingolstadt an die Weser gewechselt. Dieses Geld will Werder mindestens für ihn bekommen.
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