Aussortierter Stürmer schiebt Extraschichten

Wittert Johannsson schon seine Chance?

Aron Johannsson darf nur im Training für Werder aufs Tor schießen.
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Aron Johannsson darf nur im Training für Werder aufs Tor schießen.

Bremen - Werder schießt keine Tore mehr, schon über fünf Stunden warten die Bremer in der Bundesliga auf einen Treffer.

In acht Spielen haben sie ganze drei Törchen erzielt, das ist negativer Vereinsrekord. Aron Johannsson hätte das sicher gerne verhindert, doch der Stürmer wurde von Coach Alexander Nouri aufs Abstellgleis gestellt. Der 26-Jährige steht dort aber nicht still, schiebt Extraschichten, um einsatzbereit zu bleiben. Spekuliert da etwa jemand auf eine neue Chance nach einem Trainerwechsel – oder ist es einfach nur professionell?

Johannsson spricht nicht öffentlich über seine Situation. Ein Selbstschutz. Positive Worte würde er kaum finden. Seine Ausbootung war mehr als deutlich. Der Angreifer sollte den Verein verlassen, es fand sich jedoch kein passender Abnehmer. Es gab vor allem zwei Probleme: Johannsson verdient sehr gut in Bremen – und Werder will die hohe Ablösesumme (4,5 Millionen Euro) zumindest zum Teil wieder reinholen. Immerhin: Der englische Zweitligist Leeds United soll interessiert gewesen sein, entschied sich aber für Hamburgs Pierre-Michel Lasogga.

Johannsson nur noch Tribünengast

Nach seinem Verbleib in Bremen war sogar kurzzeitig offen, ob Johannsson weiter mit den Profis trainiert oder zur U23 runter muss. Der Angreifer durfte bleiben, gehörte aber nie mehr zum 18er-Kader für ein Bundesliga-Spiel. Sein Drei-Minuten-Einsatz am ersten Spieltag gegen Hoffenheim und sein Kaderplatz gegen Bayern hatten nur der Werbung für andere Clubs gedient.

Aron Johannsson stand bei den Profis zuletzt am ersten Spieltag gegen TSG Hoffenheim auf dem Platz.

Johannssons Stellenwert beschreibt eine Situation am Wochenende ganz gut: Sturmtalent Johannes Eggestein sollte eigentlich Spielpraxis bei der U23 sammeln, wurde aber nach dem gesundheitlich bedingten Ausfall von Außenverteidiger Theodor Gebre Selassie kurzfristig vor dem Drittliga-Spiel in Paderborn zurückbeordert. Johannsson blieb nur ein Platz auf der Tribüne.

Abschied im Winter?

Ganz unschuldig ist der US-Nationalspieler an der Entwicklung allerdings auch nicht. Bei Werder war er nie eine Tormaschine (16 Bundesliga-Spiele, drei Tore). Und hätte er im Februar gegen Augsburg das eigentlich sichere 3:1 erzielt, würde ihm Nouri vielleicht noch vertrauen. Doch Johannsson vergab, Werder verlor noch 2:3. Seine etwas sehr amerikanisch-lockere Art im Training kommt nicht bei jedem so gut an. Und sein Frisuren-Spaß beim offiziellen Mannschaftsfoto war auch grenzwertig. Gemeinsam mit Max Kruse hatte er sich verunstaltet. Einem Leistungsträger wird so etwas verziehen, einem aussortierten Ersatzmann eher nicht.

Doch Johannsson wäre nicht der erste Profi, der nach einem Trainerwechsel wieder wichtig würde. Deswegen war es von ihm nicht unklug, dass er am freien Tag der Bundesliga-Truppe eine Extra-Einheit mit seinem Teamkollegen Izet Hajrovic absolvierte. Spätestens im Winter dürfte sich das Engagement auszahlen, dann öffnet das Transferfenster – und gerade Stürmer werden oft dringend gesucht. Möglicherweise auch von Werder, wenn die Torkrise anhält.

Quelle: DeichStube

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