Immer wieder Stage

„Nicht in Worte zu fassen“: Werder adelt Lebensversicherung Stage

Immer wieder Jens Stage: Nach dem wichtigen Treffer des Dänen beim späten Sieg gegen den VfL Wolfsburg (2:1) kommen die Kollegen vom SV Werder Bremen aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.

Bremen – Kapitän Marco Friedl brachte es auf den Punkt – und dürfte damit den Fans aus der Seele gesprochen haben: „Ich kann es nur immer wieder sagen: Ich bin sehr happy, dass er bei uns ist.“ Gemeint war Jens Stage, der für den SV Werder Bremen einmal mehr die Wende zum Guten gebracht hatte. Wie schon in der Vorwoche in Mainz traf der Däne auch gegen Wolfsburg spät zum 1:1 und verhinderte so eine drohende Niederlage. Dieses Mal gab es dank Samuel Mbangulas Geniestreich in der Nachspielzeit sogar noch einen Sieg als Krönung. Ganz unabhängig davon hatte Stage zuvor einmal mehr seinen Status, für Werder absolut unverzichtbar zu sein, manifestiert.

Auch gegen den VfL Wolfsburg getroffen: Jens Stage ist beim SV Werder Bremen längst unverzichtbar

Nach starker Leistung und wichtigem Treffer gegen VfL Wolfsburg: Werder Bremen adelt Jens Stage

„Das ist kaum in Worte zu fassen“, zeigte sich auch Peter Niemeyer als Leiter Profifußball schwer beeindruckt vom Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen. „Er macht es total gut, stößt immer wieder in die Box vor. Das war auch schon während der ersten Halbzeit zu sehen, als wir ihn noch nicht gefunden haben. Er ist eine brutale Waffe, die wir in unserem Spiel haben.“ Auch Friedl adelte den Mann aus Aarhus, der sich wenige Stunden vor seinem 29. Geburtstag am Samstag selbst das passende Geschenk beschert hatte. „Er ist unglaublich“, leitete Werders Kapitän seine Lobeshymne auf Jens Stage ein. „Ich freue mich jedes Mal für ihn, weil er nicht nur auf dem Platz, sondern auch neben dem Platz ein unfassbar toller Mensch ist. Es ist nicht in Worte zu fassen, wie wichtig er für uns als Mannschaft ist.“ Und dann sprach der Österreicher das aus, was seit Monaten unübersehbar ist: „Man merkt, was für einen Riesenunterschied das für jeden Einzelnen bei uns macht, wenn er auf dem Platz steht. Man hat wieder gesehen, was für eine Qualität er im Strafraum hat, vor allem bei Kopfbällen, Standards und Flanken. Da ist er eine Wucht.“

Die Zahlen sind dabei mehr als beeindruckend. Der Treffer gegen den VfL war schon Stages vierter in dieser Spielzeit, kein Bremer netzte bislang häufiger ein. Im Vorfeld der Wolfsburg-Partie hatte der Däne im Kalenderjahr 2025 sechsmal zugeschlagen – stets auswärts. Nun also jubelte er nach langer Zeit auch mal wieder vor eigenem Anhang. Und überhaupt: Jene zwölf Partien, in denen Jens Stage zuletzt in der Vergangenheit traf, hat Werder Bremen am Ende nie verloren. Mehr Herzstück geht kaum. Bei aller Freude über sein Heimtor („Es ist geil, hier zu treffen!“) spielte Stage den großen Anteil an Werders gefälliger Punkteausbeute gewohnt gelassen herunter. „Wir sind immer elf Spieler auf dem Platz, und alle haben eine Rolle. Eine Rolle von mir ist, in die Box zu laufen“, erklärte er. „Und heute war es eine super Flanke. Es gibt viele Spieler, die Dinge besser machen als ich, aber ich versuche auch mit dem, was ich kann, der Mannschaft zu helfen.“

Jens Stage ist bei Werder Bremen unverzichtbar – doch auf seine Chance in Dänemarks Nationalteam muss er weiter warten

Genau das tut Werders Vize-Kapitän in außergewöhnlichem Maße. Ziemlich genau ein Jahr ist es jetzt her, dass er seinen Vertrag an der Weser verlängert hat. Im vergangenen Sommer verstummten die logischen Wechselgerüchte nur deshalb, weil Stages Fuß wegen einer Belastungsreaktion während der Vorbereitung Schmerzen bereitete und lange überhaupt nicht absehbar war, wann er wieder würde spielen können. Umso beeindruckender, wie der Mittelfeld-Allrounder anschließend zurückkam. Spielt er so weiter, dürfte spätestens im nächsten Sommer erneut über einen Stage-Transfer spekuliert werden. Der sportliche Verlust für Werder Bremen wäre nach aktuellem Stand riesig, der finanzielle Profit womöglich groß. Nur in seiner Heimat, da erhält Jens Stage bislang einfach keine weitere Chance, sich zu zeigen. Ins Nationalteam wurde er auch dieses Mal trotz seiner vielen Topleistungen nicht berufen.

„Ich will sehr gern dabei sein, aber ich bin nicht der Richtige, um ihn zu fragen“, sagte Jens Stage mit Blick auf Nationalcoach Brian Riemer, zu dem er aktuell keinen Kontakt hat. „Ich versuche, mein Bestes zu geben. Der Trainer muss das wählen, von dem er denkt, dass es das Beste ist - und das akzeptiere ich. Ich arbeite hier weiter und hoffe, dass meine Zeit kommen wird.“ Bei Werder Bremen ist sie das längst. (mbü/dco)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Steven Mohr

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