Fragezeichen in Werders Defensive
Nach Friedl-Sperre: Neuer Abwehr-Chef bei Werder gefunden – aber wer verteidigt noch?
Wer vertritt bei Werder Bremen den rotgesperrten Marco Friedl gegen den HSV und spielt neben Amos Pieper? Was Trainer Daniel Thioune dazu sagt!
Manchmal ist die Sachlage ganz simpel: „Wir können den Ausfall von Marco kompensieren – ihn zu ersetzen, wird aber sehr schwer.“ Daniel Thioune, Trainer des SV Werder Bremen, sagt diese Worte über seinen Kapitän, schließlich ist Marco Friedl nach seiner Roten Karte aus dem Köln-Spiel für das jetzige Nordderby gegen den Hamburger SV (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) gesperrt. Und doch muss der 51-Jährige das Kunststück fertigbringen, einen würdigen Vertreter für den defensiven Kopf seiner Mannschaft zu finden. Dabei gibt es noch ein paar Fragezeichen. Zumindest die Entscheidung bei der Suche nach einem neuen Abwehrchef ist aber schon gefallen.
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Werder Bremens Daniel Thioune über Amos Pieper: „Es ist kein Geheimnis: Er wird von Beginn an spielen“
„Ich hatte in den letzten Wochen das Vergnügen, Amos Pieper jetzt auch auf dem Platz kennenzulernen. Er ist total reif, fokussiert und aufgeräumt“, sagt Daniel Thioune über den 28-Jährigen, der zuvor wochenlang verletzungsbedingt gefehlt hatte. Und dem Coach des SV Werder Bremen gefiel größtenteils, was er von Pieper zu sehen bekam. Deshalb gilt jetzt: „Er wird sicherlich den Hut aufhaben, wenn es um die Ordnung der Kette am Wochenende geht. Es ist kein Geheimnis: Er wird von Beginn an spielen.“
Bleibt aber immer noch die Lücke im Abwehrverbund des SV Werder Bremen, die durch den Ausfall von Marco Friedl entstanden ist und gefüllt werden muss. Youngster Mick Schmetgens stünde zwar auch zur Verfügung, selbst Maximilian Wöber robbt sich allmählich zurück in den Kader, im Normalfall wird Daniel Thioune aber Niklas Stark oder Karim Coulibaly aufbieten. „Ich hätte kein schlechtes Gefühl dabei, jeden einzelnen dieser Spieler auf den Platz zu schicken“, betont Thioune vor dem Nordderby gegen den HSV. „Es geht aber darum, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, am Samstag als Sieger vom Platz zu gehen.“
Gegen einen Startelf-Einsatz von Routinier Niklas Stark spricht die Verletzungsanfälligkeit, für ihn die Erfahrung in solch brisanten Partien. Toptalent Karim Coulibaly ist dagegen erst 18 Jahre alt, hat in den vergangenen Monaten aber bewiesen, dass er auch in Stresssituationen funktionieren kann und sich selbst durch eigene Fehler nicht irritieren lässt. Deshalb zweifelt auch Daniel Thioune vor der speziellen Nordderby-Prüfung nicht am umworbenen Junioren-Nationalspieler. „Bei Karim stellt sich die Frage nicht, denn diese wurde schon am ersten Spieltag beantwortet, dass wir alle das Zutrauen haben, dass der Junge mit 18 Jahren Bundesliga spielen kann“, sagt der 51-jährige Chefcoach des SV Werder Bremen vor dem Duell mit dem HSV. „Erfahrung ist immer gut, wird aber nicht so relevant sein. Es wird ausschließlich in Leistung gemessen.“ (mbü)
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