Werder hadert mit Pleite

Besser abschließen statt besser vorlegen: Werder fehlt gegen Frankfurt die nötige Zielstrebigkeit - zeigt aber auch viel Gutes

Frust bei Werder Bremen nach knapper Pleite gegen Eintracht Frankfurt.
+
Frust bei Werder Bremen nach knapper Pleite gegen Eintracht Frankfurt.

Der SV Werder Bremen hat wieder gegen ein Top-Team gut ausgesehen, sich aber erneut nicht belohnt. Was gegen Eintracht Frankfurt gefehlt hat und welche Lehren die Grün-Weißen aus der 0:1-Niederlage ziehen können.

Frankfurt – Der klobige Anzeigewürfel unter dem Dach des Deutsche-Bank-Parks zeigte gnadenlos die bittere Wahrheit – und sie wurde nicht erträglicher, je öfter der Blick dorthin ging. Der SV Werder Bremen hatte bei Eintracht Frankfurt zwar vieles richtig gemacht, am Ende aber doch knapp mit 0:1 (0:1) verloren. Die Enttäuschung bei den Spielern von Trainer Ole Werner war groß, bei den Hessen wurde derweil der Sprung auf Platz zwei des Klassements bejubelt. „Solchen Mannschaften, die nicht umsonst so weit oben in der Tabelle stehen, reicht eine Chance“, bilanzierte Werder-Keeper Michael Zetterer nüchtern. War dieses eine Tor also DER Unterschied an diesem sonst so ordentlichen Abend aus Gäste-Sicht? „Da könnte man ja die Kieler vor zwei Wochen auch nach fragen“, meinte Clemens Fritz als Geschäftsführer Sport pragmatisch. Zur Erinnerung: Im allerletzten Moment hatten die Grün-Weißen am zehnten Spieltag mit 2:1 gegen den Aufsteiger triumphiert. „Da hatten wir das Quäntchen auf unserer Seite, heute waren es die Frankfurter.“

Werder Bremen hadert nach Pleite gegen Eintracht Frankfurt mit dem eigenen Abschluss-Verhalten bei Torchancen

Eine Erkenntnis, die die vorherrschende Enttäuschung im ersten Moment aber nur bedingt linderte. „Es war komplett unnötig. Wir sind selber schuld heute“, ärgerte sich etwa Kapitän Marco Friedl. „Wir haben extrem viele Situationen entschärft und den Fuß noch dazwischen bekommen. Das haben wir wirklich ordentlich gemacht. Dazu hatten wir viele Chancen für ein Auswärtsspiel. Wenn wir hier etwas mitnehmen wollen, müssen wir die Dinger aber auch machen.“ Und damit hatte der Innenverteidiger das hauptsächliche Manko des SV Werder Bremen während des Abends in der Bankenmetropole angesprochen: Das Verhalten der Hanseaten vor dem gegnerischen Tor. „Wir haben unsere Räume über den Flügel gut gefunden und sind speziell in der ersten Halbzeit oft ins letzte Drittel gekommen. Dass wir es nicht geschafft haben, da zielstrebiger und genauer zu sein, ist ein Grund dafür, warum wir hier verloren haben“, hatte Trainer Ole Werner beobachtet und schob den folgenden fast schon philosophischen Ansatz hinterher: „Es gab einige Situationen, in denen wir einfach früher abschließen müssen. Ob der Ball dann drin ist, weiß ich nicht, aber ich hätte es gerne erfahren.“

So wie in Durchgang eins, als Derrick Köhn nach schöner Vorarbeit von Mitchell Weiser frei vor Eintracht-Keeper Kevin Trapp auftauchte, aber nicht abschloss, sondern sich stattdessen nochmal drehte und schließlich verzettelte. Und davon gab es noch ein paar weitere Beispiele. „Vielleicht müssen wir auch mal einen Ball aufs Tor bringen, der nicht so liegt, wie man ihn gerne hätte“, meinte Ole Werner. „Wir haben häufig versucht, uns den Ball nochmal besser vorzulegen, und dann war die Situation vorbei. Die Zeit hast du auf dem Niveau nicht. Es war technisch zu unsauber, und dann kommt im nächsten Moment noch die falsche Entscheidung, es noch sauberer zu versuchen. Wenn du in so einem Spiel am Strafraum bist, geht es manchmal darum, den Ball egal wie aufs Tor zu bringen.“

Werder Bremen ärgert sich über Schläfrigkeit beim Tor von Eintracht Frankfurt - sonst wurde viel richtig gemacht

Und so war Werder Bremen nach kleineren Schwierigkeiten zu Beginn und einer anschließenden Steigerung eben nicht in Führung gegangen. Was zwar ärgerlich aus Sicht der Norddeutschen war, den guten Gesamteindruck aber nur teilweise schmälerte. „Grundsätzlich haben wir ein gutes Auswärtsspiel gemacht. Wir haben mutig agiert, immer wieder unsere Räume gefunden und viele Seitenwechsel gespielt“, fand Clemens Fritz. „Wir haben die Frankfurter vor ein paar Herausforderungen gestellt.“ Die Eintracht blieb aber natürlich auch nicht untätig. Und gerade dann, als die Bremer mit einem zu diesem Zeitpunkt verdienten Remis in die Pause gehen wollten, schlug der Gegner doch noch zu. Eine Szene, die Marco Friedl wie folgt erlebte: „In dem Moment läuft der Nathaniel Brown in aller Seelenruhe in den Sechzehner, spielt den Ball in die Mitte, und dann steht der Mario Götze komplett frei. Es waren individuelle Fehler, die Eintracht Frankfurt bestraft hat.“ Ganz so wie es eben ein Team tut, das weit oben in der Tabelle steht.

Werder Bremen bekam diese Nachlässigkeiten im weiteren Verlauf der Partie nicht mehr korrigiert – dabei hatte Mitchell Weiser sogar noch eine riesige Kopfballchance gehabt. „Mein Ball war leider zu zentral. Kevin Trapp bekommt noch die Arme hoch, das war eine dieser Möglichkeiten, wo wir hätten treffen können. Das ist leider nicht gelungen, und deshalb tut es weh“, sagte der 30-Jährige. Nach diesen seelischen Schmerzen soll aber möglichst schnell der Optimismus zurückkehren. Das Gefühl, gegen eine starke Mannschaft auch vieles gut gemacht zu haben.

Werder Bremens Ole Werner nach Niederlage gegen Eintracht Frankfurt: „Bin großer Fan von meiner Mannschaft“

„Natürlich sind wir jetzt enttäuscht. Aber wir werden uns das Video anschauen und dann sicher auch die positiven Dinge mitnehmen, die wir für die nächsten Wochen brauchen“, sagte Werder Bremens Kapitän Friedl mit Blick auf die nahenden Herausforderungen in Liga und Pokal. „Wir wollen versuchen, nicht nur unsere Leistung auf den Platz zu bringen, sondern auch noch möglichst viele Punkte bis Weihnachten zu holen.“ Ganz ähnlich sah es Ole Werner: „Ich bin großer Fan von meiner Mannschaft. Wir können jeden Gegner bespielen“, betonte er. „Wir können auch gegen jeden Gegner gewinnen. Das ist meine Überzeugung. Auch heute waren wir nicht weit davon weg.“ Wenn da dieses eine Törchen und die eigene fehlende Zielstrebigkeit nicht gewesen wären. (mbü)

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Kommentare