Nach WM-Qualifikation

Träume, Tore, teure Transfers: Wie Werder Bremen von seinen potenziellen WM-Fahrern profitieren könnte

Mehrere Spieler des SV Werder Bremen haben mit ihren Nationalmannschaften die WM-Qualifikation geschafft. So will der SVW von den potenziellen WM-Fahrern profitieren.

Bremen – Romano Schmid genügte ein einziges Wort, um seine Gefühlswelt zu beschreiben: „Dream“. Für den Offensivspieler des SV Werder Bremen ist am späten Dienstagabend wahrlich ein Traum in Erfüllung gegangen, wie für so viele andere Menschen in Österreich. Marco Friedl oder auch Marco Grüll zum Beispiel. Vom Ex-Bremer Marko Arnautovic ganz zu schweigen. Nach 1998 hat sich die Alpenrepublik erstmals wieder für eine Weltmeisterschaft qualifiziert und hat diesen Coup ekstatisch gefeiert. Wenn nichts Unangenehmes dazwischenkommt, dann wird Schmid im kommenden Sommer beim globalen Großereignis in den USA, Kanada und Mexiko mit ziemlicher Sicherheit dabei sein, bei Bundestrainer Ralf Rangnick gehört er zum festen Inventar des Teams. Und der Gedanke daran, löst im 25-Jährigen enorme Glückseligkeit aus, wie nicht nur die eingangs zitierten fünf Buchstaben von seinem Instagram-Profil beweisen, sondern auch das danebengestellte Emoji, dem vor Rührung die Augen feucht werden.

Marco Friedl (Mitte) von Werder Bremen hat mit Österreich die WM-Qualifikation geschafft und könnte im Sommer 2026 das große Turnier spielen.

Werder Bremen freut sich für WM-Qualifikanten und hofft auf besonders viele Teilnehmer aus dem eigenen Kader

Peter Niemeyer ist als Aktiver zwar selbst nie in den Genuss einer Weltmeisterschaft gekommen, doch Werder Bremens Leiter Profifußball bringt die nötige Empathie mit, um sich in Schmid, Friedl, Grüll und Co. hineinzuversetzen. „Man hat es an den Jubelbildern in Österreich gesehen, welch großer Erfolg eine WM-Teilnahme für jedes Land ist“, sagt der 41-Jährige im Gespräch mit der DeichStube. „Ich freue mich ungemein für unsere Spieler. Es ist ein toller Schritt für jeden Einzelnen und ein ganz besonderes Erlebnis.“ Zumal es ja nicht nur die Österreicher sind, die im nächsten Jahr einen Karrierehöhepunkt erleben können. Werders Linksverteidiger Isaac Schmidt hat sich mit der Schweiz das Ticket gesichert, Rechtsaußen Yukinari Sugawara will mit den längst qualifizierten Japanern eine Zusatzschicht im Sommer 2026 einlegen.

Doch weil es dafür keine Garantien gibt, könnte Werder Bremen vorher ein echter Profiteur werden. „Natürlich möchte jetzt jeder dieser Spieler auch bei der WM dabei sein, für sie ist das eine große Gelegenheit. Alle geben ohnehin schon immer richtig Gas bei uns, aber ich bin überzeugt davon, dass sie weiterhin alles investieren und fokussiert bleiben, um sich für das Turnier zu empfehlen“, sagt Niemeyer. Den Bremern kann es gewiss nicht schaden, wenn die ohnehin schon als Leistungsträger geltenden Akteure des Teams noch mehr zu überzeugen wissen. „Ich hoffe, dass wir am Ende möglichst viele Spieler von uns bei der WM dabeihaben werden – vielleicht auch noch den einen oder anderen, der aktuell kein Nationalspieler ist.“ Namen nennt Niemeyer nicht, dürfte dabei aber unter anderem an Jens Stage gedacht haben, der trotz starker Auftritte im Werder-Trikot derzeit bei der dänischen Nationalelf kein Faktor ist. Allerdings: Das nördliche Nachbarland verpasste durch zwei späte Gegentreffer in Schottland die direkte Teilnahme und muss in den Play-offs erst einmal überhaupt die letzte Hürde nehmen. Darüber hinaus könnten sich Samuel Mbangula (bisher Belgien U21) oder auch Senne Lynen (noch gar nicht nominiert) in den nächsten Monaten eventuell für eine Nominierung empfehlen.

Werder Bremen hofft nach der Weltmeisterschaft 2026 auf millionenschwere Transfers

Die Vielzahl an WM-Perspektiven ist für Werder Bremen nicht das schlechteste Gütesiegel. „Diese Erfolge spiegeln unser Vertrauen in den Kader wider. Wir haben aber auch volles Vertrauen in die Spieler, die momentan nicht bei einer Nationalmannschaft sind“, erklärt Peter Niemeyer, auf den im nächsten Sommer zusätzliche Arbeit warten könnte. Wer bei einer Weltmeisterschaft aufläuft, steht schließlich ganz besonders im Fokus – bei den Fans und auch den Clubs. Etwaige Verkäufe eigener Spieler können dann schnell noch etwas millionenschwerer ausfallen als zuvor gedacht. Romano Schmids Berater Mario Knez stellte seinen Schützling unter der Woche via „Sky“ vorsorglich schon vor der realisierten WM-Qualifikation ins Schaufenster. „Romano fühlt sich bei Werder sehr wohl, das sieht man jede Woche. Aber natürlich hat er auch die Qualität und die Perspektive, im Sommer den nächsten Schritt zu machen.“

Den hatte der Bremer schon für die vergangene Transferperiode anvisiert, musste dann aber erkennen, dass eine passende Offerte einfach nicht hereintrudelte. „Das hat viel mit mir gemacht“, gab der gebürtige Grazer jüngst zu. „Natürlich war die Laune nicht sehr gut, wenn du viele Gespräche und Telefonate führen musst. Das war auch das erste Mal, seit ich Kinder habe, dass ich sage, zu Hause war es auch schwierig in diesen drei, vier Wochen.“ Spätestens seit Dienstag ist die gute Stimmung endgültig zurück. Jetzt geht der Blick nach vorn. Auf die WM und die Arbeit bei Werder Bremen. „Er lässt das alles ruhig auf sich zukommen und fokussiert sich voll auf seine Aufgabe bei Werder“, meint auch Romano Schmids Berater. Damit der Traum von der Weltmeisterschaft im nächsten Sommer tatsächlich gelebt werden kann. (mbü)

Rubriklistenbild: ©  IMAGO / Branislav Racko

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