Kritik an Werder-Stürmer

„Wer kommt auf die Idee, diese Aussage zu treffen?“ Coach Steffen spricht nur widerwillig über Werders Sorgenkind Boniface und dessen vermeintlich geringen Trainingseifer

Medienberichten zufolge soll man bei Werder Bremen unzufrieden mit der Trainingsleistung von Victor Boniface sein - wie Trainer Horst Steffen darauf reagiert!

Bremen – So wirklich Lust, über das Thema zu sprechen, hatte Horst Steffen nicht – das war dem Cheftrainer des SV Werder Bremen deutlich anzumerken. Auch, weil er immer und immer wieder damit konfrontiert wird. Im Mittelpunkt stand einmal mehr Victor Boniface. Die Leihgabe von Bayer Leverkusen wartet bekanntlich auch nach neun Spielen weiterhin auf ihren ersten Treffer im Werder-Trikot und saß nach zwei Startelfeinsätzen Ende Oktober zuletzt zweimal zu Beginn nur auf der Bank. Am Mittwoch berichtete zudem die „Bild“-Zeitung, dass man bei Werder intern unzufrieden mit den gezeigten Trainingsleistungen des Nigerianers sei. Auf diese Meldung angesprochen, reagierte Steffen lächelnd: „Wer kommt auf die Idee, diese Aussage zu treffen? Es gibt ja auch relativ viele Möglichkeiten, das Training nicht zu beobachten“, sagte er auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Köln (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker). „Deshalb weiß ich nicht, woher das kommt. Ich möchte nicht viel mehr dazu weiter sagen.“

Medienberichten zufolge soll man bei Werder Bremen unzufrieden mit der Trainingsleitung von Victor Boniface sein.

Werder Bremens Horst Steffen über Victor Boniface: „Ich möchte nicht jedes Training bewerten und öffentlich kommentieren“

Tat er dann aber doch, auch wenn er den ursprünglichen Vorwurf dabei nicht explizit dementierte. „Es ist nicht mein Bestreben, etwas zu einzelnen Trainingsleistungen zu sagen. Manchmal erwähne ich das, wenn sich jemand etwas Besonderes erarbeitet und verdient hat. Aber grundsätzlich möchte ich nicht jedes Training bewerten und öffentlich kommentieren.“ Zumindest galt das an diesem Tag für die Personalie Victor Boniface, denn über dessen Konkurrenten Keke Topp, der zuletzt zweimal zur Anfangsformation gehörte, sprach Horst Steffen dann schon. Und lobte ihn. Nicht zum ersten Mal in den vergangenen Wochen. „Bei ihm war es so, dass seine Trainingsleistungen dazu geführt haben, dass er wieder Startelfspieler war. Wir haben in Leipzig einen ordentlichen Keke Topp gesehen. Er hat seine Elemente ins Spiel gebracht.“ Am Ende der Entwicklung stehe Topp aber ebenfalls noch nicht, wie der Cheftrainer des SV Werder Bremen vor dem Spiel gegen den 1. FC Köln (live im TV) klarstellte: „Ich habe mit ihm weiterhin ein paar Themen, die zu verbessern sind.“

Ähnlich wie bei Victor Boniface ging der Coach des SV Werder Bremen aber auch an dieser Stelle nicht weiter ins Detail. Die öffentliche Debatte um die Besetzung der Mittelstürmerposition ist damit allerdings alles andere als beendet – zumindest so lange, bis sich einer der beiden durch konstante Leistungen oder Tore festspielt. Dass er aufgrund der wechselnden Startaufstellungen zuletzt mehrfach mit Boniface in den Austausch gegangen sei, verneinte Horst Steffen: „Ich spreche mit ihm ähnlich viel wie mit anderen Spielern, um seine Situation zu besprechen.“ Eine Niedergeschlagenheit sei ihm zudem beim Angreifer nicht aufgefallen: „Ich nehme ihn humorvoll in der Kabine wahr, aber natürlich auch einmal enttäuscht, wenn er nicht von Beginn an spielt. Das ist für mich aber ein ganz normales Verhalten.“ (bvo)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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