Nach Heidenheim-Spiel
Ungeliebte Reise in die Vergangenheit: Werder-Kapitän Friedl sieht als Linksverteidiger „keine Position für meine Zukunft“
Marco Friedl musste gegen den 1. FC Heidenheim mal wieder Linksverteidiger spielen - eine ungeliebte Reise in die Vergangenheit. So denkt der Kapitän des SV Werder Bremen heute über den Job auf der Position.
Bremen – Am Dienstagvormittag stand Marco Friedl nicht gemeinsam mit seinen Kollegen auf dem Trainingsplatz, sondern absolvierte in den Katakomben des Weserstadions eine individuelle Einheit. Grund zur Sorge besteht jedoch nicht: Nach Informationen der DeichStube handelt es sich beim Kapitän des SV Werder Bremen ausschließlich um eine Maßnahme zur Belastungssteuerung – ein Einsatz im Heimspiel am Freitagabend gegen Union Berlin (20.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) ist also nicht in Gefahr.
Einen weiteren Ausfall auf der Linksverteidigerposition könnte Werder Bremen personell allerdings auch kaum noch auffangen. Schließlich fehlen mit Maximilian Wöber (Oberschenkelverletzung), Olivier Deman (Knöchelbruch) – der am Dienstag zumindest erstmals wieder mit Laufschuhen seine Runden auf dem Trainingsplatz drehte – und Felix Agu (Syndesmosebandverletzung) bereits alle etatmäßigen Kandidaten für diese Position langfristig. Da auch ein Einsatz des eigentlich für die rechte Seite vorgesehenen Isaac Schmidt aufgrund seiner Fußprobleme zum jetzigen Zeitpunkt eher unwahrscheinlich ist, wird auf Marco Friedl höchstwahrscheinlich erneut die ungeliebte Aufgabe auf der linken Defensivseite zukommen.
Werder Bremen-Kapitän Marco Friedl hilft gegen 1. FC Heidenheim als Linksverteidiger aus: „Keine Position für meine Zukunft“
„Das ist grundsätzlich keine Position für mich für die Zukunft, ich fühle mich deutlich wohler innen“, hatte der Österreicher bereits nach der Partie am vergangenen Wochenende gegen den 1. FC Heidenheim (2:2) über seinen ungewollten Ausflug auf die Außenbahn gesagt. Dort spielte der 27-Jährige zum ersten Mal seit Oktober 2021. Zuvor stand Marco Friedl allerdings bereits 35 Mal als Linksverteidiger in Pflichtspielen für Werder Bremen auf dem Platz, spielte zudem bereits auch schon für die österreichische Nationalmannschaft auf der linken Seite – gänzlich neu ist die Position also nicht, durch die vielen Jahre in der Innenverteidigung allerdings mittlerweile ungewohnt geworden. „Ich habe daher vor allem versucht, einfach zu spielen“, so Friedl über seine Leistung in Heidenheim.
Gelungen ist ihm das jedoch nur phasenweise – speziell im ersten Durchgang reihte sich der Kapitän in ein insgesamt schwaches Bremer Team ein. „Marco hat es auf einer Position, die er lange Zeit nicht gespielt hat, ordentlich gemacht“, sagt Werder Bremens Leiter Profifußball Peter Niemeyer im Gespräch mit der DeichStube, betont aber zugleich: „Es war insgesamt von allen – gerade in der ersten Halbzeit – kein besonders gutes Spiel.“ Ein positiver Lichtblick in der ersten Hälfte war jedoch Marco Friedls Rettungstat nach 21 Minuten, als er in höchster Not auf der Linie gegen Budu Zivzivadze klärte. „Für mein Spiel hat es mir sehr gutgetan, dass ich den Ball geklärt habe“, berichtete der österreichische Nationalspieler anschließend.
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Marco Friedl keine Dauerlösung als Linksverteidiger bei Werder Bremen: „Wenn Not am Mann ist, springe ich ein“
Nach der Pause unterlief dem gebürtigen Kirchbichler jedoch unmittelbar vor dem 1:1-Ausgleich der entscheidende und unnötige Ballverlust an der Außenlinie. Werder Bremens Cheftrainer Horst Steffen zog daher folgendes Fazit: „Bis auf den Fehler vor dem 1:1 hat es Marco auf der linken Seite gut gemacht.“ Dass Marco Friedl überhaupt auf dieser Position zu einem Startelf-Einsatz kam und nicht der jüngere Karim Coulibaly, der bereits in der Sommervorbereitung in Trainingseinheiten und Testspielen auf dem Flügel erprobt wurde, erklärt Niemeyer so: „Marco hat auf der Linksverteidigerposition deutlich mehr Erfahrung im Vergleich zu Karim, weshalb wir ihm noch mehr zugetraut haben, sich schneller an die neue Rolle zu gewöhnen. Außerdem hat es Karim zuletzt im Zentrum sehr gut gemacht, weshalb wir daran nichts ändern wollten.“
Eine Dauerlösung bei Werder Bremen ist diese Variante dennoch nicht. Marco Friedl bringt zum einen nicht die offensiven Akzente eines klassischen Außenverteidigers mit und ist zum anderen als Organisator und starker Zweikämpfer im Zentrum für die Grün-Weißen nur schwer zu ersetzen. Als Führungsspieler geht der Österreicher aber voran und nimmt die Rolle an, wenn es nötig ist: „Für den Notfall geht es – und das war es jetzt, wenn vier Linksverteidiger ausfallen. Wenn Not am Mann ist, dann springe ich eben ein.“ (bvo/mbü)
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