Werder-Transfer-News
Trotz Rekord-Marktwert: Warum es derzeit ruhig um Werder-Juwel Karim Coulibaly ist
Trotz Rekord-Marktwert: Warum noch kein Angebot für Karim Coulibaly vorliegt – und was das für den Transfer-Sommer beim SV Werder Bremen bedeutet!
Es ist noch keine ganze Woche her, da wurde Karim Coulibaly gerade einmal 19 Jahre alt. Eine Zahl, die man sich zweimal auf der Zunge zergehen lassen muss. Schließlich präsentierte sich der Innenverteidiger des SV Werder Bremen in seinem ersten Profijahr nicht nur bemerkenswert stabil und reif, sondern erlebte in nur einer Saison bereits so viele Geschichten wie andere erst nach mehreren Jahren im Profifußball. Die Konsequenz dieser Entwicklung spiegelt sich nun auch in seinem neuen Marktwert wider: Laut des Branchenportals „transfermarkt.de“ ist Coulibaly inzwischen 28 Millionen Euro wert. Zum Vergleich: Seit Erfassung der Marktwerte wurden bislang erst fünf Werder-Profis höher bewertet – darunter frühere Größen wie Miroslav Klose oder ein gewisser Diego.
Ein wirklich konkretes Angebot für Karim Coulibaly liegt dem SV Werder Bremen bislang nicht vor
Dass ein Marktwert allein allerdings nicht zwangsläufig den tatsächlichen Wert eines Spielers für eine Mannschaft dokumentiert, zeigte zuletzt das Beispiel Victor Boniface. Der Nigerianer wurde zwischenzeitlich mit 40 Millionen Euro beziffert und ist damit rein numerisch weiterhin der wertvollste Spieler der Vereinsgeschichte. Sportlich sah es gänzlich anders aus. 40 Millionen Euro - genau diese Summe taucht seit Monaten auch immer wieder auf, wenn es um eine mögliche Ablösesumme für Coulibaly geht. Auffällig ist allerdings: Zuletzt wurde es erstaunlich ruhig um einen möglichen Transfer des Innenverteidigers vom SV Werder Bremen. Doch woran liegt das eigentlich?
Ein Teil der Antwort steckt bereits in der kolportierten Ablöseforderung. Zwar wurden konkrete Zahlen von Verantwortlichen des SV Werder Bremen nie öffentlich bestätigt, dennoch gilt es als offenes Geheimnis, dass sich die Grün-Weißen einen Verkauf in genau dieser Größenordnung sehr gut vorstellen können. Das aktuelle Marktwert-Update dürfte diese Haltung sogar noch einmal untermauern. Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Ein wirklich konkretes Angebot für Karim Coulibaly liegt– selbst in anderer Höhe – bislang nicht am Osterdeich vor.
DeichStube-Infos: Newcastle United hat sich weiter am konkretesten mit einem Transfer von Werder Bremens Karim Coulibaly beschäftigt
Das hat auch damit zu tun, dass selbst die finanzstärksten Clubs Europas bei einem 19-jährigen Innenverteidiger sehr genau abwägen, ob sie sich auf Summen in dieser Dimension einlassen wollen. Denn Karim Coulibaly bringt zwar bereits außergewöhnliche Qualitäten mit – speziell im Stellungsspiel und in der Spielintelligenz. Gleichzeitig ist innerhalb der Branche aber auch bekannt, dass dem Profi des SV Werder Bremen die allerletzte Endgeschwindigkeit fehlt. Ein Attribut, das gerade in der Premier League bei Innenverteidigern enorm gefragt ist.
Nach DeichStube-Informationen bleibt Newcastle United zwar weiterhin der Club, der sich bislang am konkretesten mit Karim Coulibaly beschäftigt hat und sich einen Transfer grundsätzlich vorstellen kann. Von einem bevorstehenden Vollzug oder gar einer Einigung kann derzeit allerdings keine Rede sein. Deshalb warten die Verantwortlichen des SV Werder Bremen weiterhin auf echte Angebote – was aktuell allerdings deutlich entspannter möglich ist als noch vor wenigen Wochen.
Dank Transfer von Mio Backhaus: Werder Bremen muss keine weiteren großen Verkäufe bis zum Ende des Geschäftsjahres tätigen
Denn durch den Verkauf von Mio Backhaus an den SC Freiburg für rund 15 Millionen Euro haben die Bremer intern bereits den Betrag eingenommen, der bis zum Ende des Geschäftsjahres am 30. Juni erzielt werden sollte. Der Druck, nun unbedingt noch vor Ende Juni einen weiteren großen Verkauf tätigen zu müssen, ist damit vorerst verschwunden. Natürlich wird sich Werder Bremen weiterhin attraktive Angebote anhören, zu einem Verkauf um jeden Preis sind die Verantwortlichen um Sportchef Clemens Fritz aber nicht mehr gezwungen.
Entsprechend gelassen kann man die Situation rund um Karim Coulibaly derzeit beobachten. Der grundsätzliche Plan bleibt dabei bestehen: Werder würde mit dem Verteidiger-Juwel in diesem Sommer weiterhin gerne einen großen Transfer realisieren. Gleichzeitig will sich der SV Werder Bremen aber nicht treiben lassen. Dafür spricht auch Coulibalys langfristiger Vertrag bis 2029, der nach DeichStube-Informationen keine Ausstiegsklausel enthält.
Marktwert in Höhe von 28 Millionen Euro: Karim Coulibaly könnte zum teuersten Verkauf in der Vereinsgeschichte des SV Werder Bremen werden
Trotzdem stehen die Verantwortlichen auch etwas unter Druck. Denn die öffentlich kursierenden rund 40 Millionen Euro sorgen für eine gewisse Erwartungshaltung. Daran wird ein möglicher Verkauf am Ende zwangsläufig gemessen. Bislang ist Diego mit seinem Wechsel zu Juventus Turin im Jahr 2009 für 27 Millionen Euro der teuerste Verkauf der Vereinsgeschichte des SV Werder Bremen. Seit Mittwoch übertrumpft Karim Coulibaly diese Summe zumindest schon einmal mit seinem Marktwert. Dass Werder tatsächlich ein Angebot in dieser Größenordnung erhält, ist gut möglich, allerdings nicht garantiert.
Positiv aus Bremer-Sicht: Der Transfermarkt ist noch drei Monate geöffnet. Zwar bemühten sich Clemens Fritz und Co., mit den bereits fixen Transfers von Kenny Quetant (ablösefrei aus Le Havre) und Chuki (ablösefrei von Real Valladolid, noch nicht verkündet) sowie der Torwart-Rochade um Backhaus und die neue Nummer eins Karl Hein frühzeitig Bewegung in den Kader zu bringen. Dennoch läuft der Markt – auch wegen der anstehenden Weltmeisterschaft – bislang eher schleppend an. Zeit für einen möglichen Transfer von Karim Coulibaly bleibt also noch reichlich.
Werder Bremen buhlt nach DeichStube-Informationen weiterhin intensiv um Julius Bertel Askou
Deshalb stehen aktuell zunächst andere Personalien stärker im Fokus. Dazu gehören weiterhin die komplizierten Vertragsgespräche mit Mitchell Weiser sowie ein möglicher Wechsel von Jens Stage zur TSG Hoffenheim. Zudem beschäftigt sich Werder Bremen nach DeichStube-Informationen weiterhin intensiv mit dem dänischen Innenverteidiger-Talent Julius Bertel Askou. Der 19-Jährige weckt allerdings auch bei anderen Vereinen Interesse, weshalb auch dort noch kein Vollzug bevorsteht.
Und natürlich spielt dabei indirekt auch die Zukunft von Karim Coulibaly eine Rolle. Denn obwohl Werder Bremen die Defensive ohnehin umbauen möchte, wäre eine zentrale Planstelle im Kader ohne Verkauf weiterhin mit Coulibaly besetzt. Langweilig dürfte es rund um den 19-Jährigen am Osterdeich also trotz der aktuellen Ruhe in den kommenden Wochen kaum werden. (bvo)
Rubriklistenbild: © IMAGO/osnapix / Michael Titgemeyer
