Werder-Newcomer

Trotz weiteren positiven Auftritts: Thioune bremst Erwartungen bei Werder-Talent Erevbenagie

Paul Erevbenagie hat als Joker im DFB-Pokal erneut überzeugt. Warum Werder Bremens Trainer Daniel Thioune dennoch die Erwartungen bremst.

Es waren keine fünf Minuten im zweiten Durchgang des DFB-Pokalspiels des SV Werder Bremen gegen den Lüneburger SK (3:0) am Samstag gespielt, da raunte es bereits von der Tribüne: „Der Junge hat jetzt schon mehr Aktionen als die gesamte Mannschaft im ersten Durchgang.“ Gemeint war Paul Erevbenagie, der zur Pause für den enttäuschenden Samuel Mbangula eingewechselt wurde und sofort für Betrieb sorgte.

„Paul hat das Spiel heute mal wieder komplett verändert nach seiner Einwechslung. Er ist ein richtig guter Junge“, lobte Niclas Füllkrug den 19-Jährigen nach der Partie. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Erevbenagie mitunter noch die Präzision und die richtige Entscheidungsfindung vermissen ließ. Nach einer starken Vorbereitung hat der Flügelspieler des SV Werder Bremen nun allerdings auch unter Wettkampfbedingungen auf sich aufmerksam gemacht.

Paul Erevbenagie zeigte auch als Joker im DFB-Pokal-Spiel des SV Werder Bremen gegen den Lüneburger SK einmal mehr seine Qualitäten im Dribbling.

Werder Bremens Trainer Daniel Thioune dämpft Erwartungen an Talent Paul Erevbenagie: „Braucht noch Zeit“

Genau das hatte Cheftrainer Daniel Thioune auch sehen wollen, weshalb Paul Erevbenagie den Vorzug vor dem wesentlich erfahreneren Marco Grüll erhielt. „Bei Marco weiß ich, was er auf der Position kann. Unter Wettkampfbedingungen habe ich Paul bisher noch nicht gesehen“, sagt Thioune. Zwar war der Gegner „nur“ ein Oberligist, dennoch zeigte sich der Youngster von der bundesligatauglichen Atmosphäre am Millerntor nicht sonderlich beeindruckt. „Er hat extrem viel Schwung reingebracht, weil er seine Duelle super gelöst hat. Er hat enormes Tempo und eine Zielstrebigkeit zum Tor“, betonte Kapitän Marco Friedl, sagte aber auch: „Er muss noch besser entscheiden, wann er abspielt und wann er ins Dribbling geht. Das ist aber ganz normal für einen jungen Spieler.“

Womit man beim Problem des gebürtigen Bremerhaveners angekommen ist. Denn trotz seiner erfrischenden Auftritte betonen alle Beteiligten unisono, dass Erevbenagie noch einiges zu lernen hat. „In der letzten Woche hat man gesehen, dass er gegen Auxerre noch Zeit braucht“, so Thioune. „Das ist nicht so, dass man bei ihm aktuell von einem Startelf-Spieler redet.“ Trotz der dürftigen Leistung von Samuel Mbangula stehen schließlich mit Grüll und Leih-Rückkehrer Eren Dinkci, der in dieser Woche wieder ins Teamtraining einsteigen soll, noch erfahrene Lösungen für die Flügelposition neben dem ohnehin zuletzt häufig gesetzten Justin Njinmah parat. „Der Junge braucht noch ein bisschen Zeit“, bremst Thioune daher etwas die Erwartungen.

Werder Bremens Trainer Daniel Thioune lobt Talent Paul Erevbenagie: „Ich mag diese Unbekümmertheit von ihm“

Als eine Art Ausnahme oder reine Belohnung möchte der Übungsleiter des SV Werder Bremen den 45-Minuten-Einsatz von Paul Erevbenagie gegen Lüneburg aber auch nicht verstanden wissen. „Ich mag diese Unbekümmertheit, diese Frische von ihm“, sagt Thioune und fügt hinzu: „Wenn ich ihn dann vor Marco Grüll einwechsle, dann ist der Kampf aufgenommen. Man hat gesehen, dass der Flügel in der zweiten Halbzeit doch mehr Impulse gebracht hat als der Flügel in der ersten Halbzeit auf der Position.“ Womit sich dann auch der Eindruck von der Tribüne final bestätigte. (bvo)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Claus Bergmann

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